Indonesischer Billigflieger (Update)

Blackbox von abgestürztem Lion-Air-Jet geborgen

Drei Tage nach dem Absturz einer indonesischen Passagiermaschine mit 189 Todesopfern haben Suchteams Teile des Flugschreibers aus dem Meer geborgen.

Nach tagelanger Suche haben Taucher vor Indonesiens Küste den Flugdatenschreiber der abgestürzten Passagiermaschine geborgen. Das Gerät wurde an der Unglücksstelle nahe der Insel Java aus dem Wasser gezogen. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschluss, ob die Boeing B-737 des Billigfliegers Lion Air am Montag tatsächlich wegen technischer Probleme kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Bei dem Unglück kamen alle 189 Insassen ums Leben.

(Update) Indonesiens Regierung lässt nun alle Flugzeuge der gleichen Baureihe – Boeing 737max8 – überprüfen. Sie verzichtete jedoch darauf, ein vorläufiges Flugverbot für diese Maschinen zu verhängen. Zudem sollen die Sicherheitskonzepte aller Billigflieger überprüft werden. Der Technik-Chef von Lion Air – Indonesiens größtem Billigflieger – wurde entlassen.

Bei dem geborgenen Gerät handelt es sich nach Angaben von Ermittlern um den sogenannten Flight Data Recorder (FDR), der die Flugdaten aufzeichnet. Nach dem Stimmenrekorder, der die Gespräche im Cockpit mitschneidet, wurde noch gesucht. Die Ermittler sind aber zuversichtlich, auch ihn orten zu können. Das Wrack der erst zweieinhalb Monate alten Maschine liegt etwa 15 Kilometer vor der Küste im Meer, in etwa 30 Meter Tiefe.

Hoffnung, noch Überlebende zu finden, gibt es keine mehr. An Bord waren 181 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Die Boeing hatte wenige Minuten nach dem Start in der Hauptstadt Jakarta dramatisch an Höhe verloren und war ins Meer gestürzt. Vermutet wird, dass technische Probleme die Ursache dafür waren. Erst am Tag zuvor hatte es in der Unglücksmaschine bei einem anderen Flug Schwierigkeiten mit Instrumentenanzeigen im Cockpit gegeben.

Lion-Air-Chef Edward Sirait bestätigte dpa, dass die Computer sowohl zu Flughöhe als auch zur Geschwindigkeit widersprüchliche Angaben machten. Sirait blieb jedoch bei seiner Darstellung, dass die Probleme „über Nacht gelöst“ worden seien. „Lassen Sie uns die Untersuchung abwarten“, sagte er. Die Ermittlungen führt die indonesische Luftverkehrsaufsicht KNKT. (dpa)

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