Indien

Jet Airways stellt Betrieb ein, plant aber Comeback

Endgültig am Boden: Jet Airways muss alle Flüge einstellen.
fvw/Oliver Graue
Endgültig am Boden: Jet Airways muss alle Flüge einstellen.

Die einst größte und älteste private Fluggesellschaft Indiens kollabiert unter ihrem Schuldenberg. Ein in Aussicht gestelltes weiteres Darlehen zogen die Aktionäre größtenteils zurück.

Umgerechnet etwa 190 Mio. Euro wollten die Aktionäre von Jet Airways um die indische Nationalbank SBI bereitstellen. Doch tatsächlich floss nur ein Teil des Geldes. Da mehr jedoch nicht bewilligt wurde, kündigte die Führung der Fluggesellschaft an, um Mitternacht (Ortszeit) den Flugbetrieb einzustellen. Der Schuldenberg beträgt umgerechnet etwa 900 Mio. Euro.

Ein Investor fand sich bislang nicht. Auch Etihad, die 24 Prozent an Jet Airways halten, sind offenbar nicht interessiert. Schon für ihre anderen Töchter Air Berlin und Alitalia hatte Etihad den Geldhahn zugedreht. Bei Air Berlin endete dies bekanntlich mit der Pleite.

Zuletzt war Jet Airways die zweitgrößte Fluggesellschaft Indiens nach der staatlichen Air India, gerechnet nach Marktanteilen. Ingesamt flog sie 56 Ziele an. Von den 120 Maschinen, die der Flotte angehörten, waren zuletzt nur noch fünf im Einsatz. Für die anderen konnten weder die Leasing-Raten noch Kerosin bezahlt werden.

Allerdings wolle Jet Airways ein Comeback starten, sobald doch noch ein neuer Investor gefunden sei, heißt es vom Vorstand. Zeit dafür sei bis zum 10. Mai.

Der indische Luftfahrtmarkt ist von zahlreichen Pleiten und einem ruinösen Preiswettbewerb geprägt. Dem größten Jet-Airways-Konkurrenten Kingfisher Airlines war 2012 die Lizenz entzogen worden, nachdem der Schuldenberg eine ähnliche Höhe wie jetzt bei Jet Airways erreichte. In den vergangenen fünf Jahren gingen weitere Airlines pleite wie Air Pegasus, Air Costa, Air Carnival, Air Deccan, Air Odisha und Zoom Air. Der indische Flugmarkt gilt als einer der weltweit am stärksten wachsenden. Zahlreiche Billigflieger kämpfen derzeit mit Niedrigstpreisen und immer neuen Strecken um Kunden.
1 Kommentar
  1. Andreas W. Schulz
    Erstellt 17. April 2019 17:49 | Permanent-Link

    Wer will sich nach Etihad jetzt noch die Finger verbrennen?

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