Hauptstadt-Flughafen

Droht dem BER nun eine Finanzlücke?

Der Hauptstadt-Flughafen BER könnte mehr Geld brauchen als bisher geplant.

Die Flughafen-Gesellschaft FBB nannte am Montag zwar keine konkrete Zahl, erklärte jedoch, dass mehr Geld etwa für Personal notwendig sei. Gespräche mit den Gesellschaftern liefen.

Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup sagte im Sonderausschuss des Brandenburger Landtags in Potsdam, es würden etwa 200 Mitarbeiter mehr benötigt, "um den BER sicher betreiben zu können". Dazu kämen deutlich höhere Steigerungen des Baupreises als früher mit zwei Prozent kalkuliert. Dagegen stünden positive Effekte wie mehr Erlöse durch etwas mehr Verkehr und aus eigenen Immobilien. "Wir sind in einem intensiven Abstimmungsprozess."

Die "Bild am Sonntag" hatte geschrieben, es gebe ein neues Loch von 300 Mio. Euro. Laut einer vertraulichen Vorlage fehlten in der Finanzplanung für 2021 bis 2024 noch 212 Mio. Euro für die Fertigstellung des Hauptterminals, weitere 60 Mio. Euro würden für den Ausbau benötigt. Bisher seien im Businessplan 508 Mio. Euro zusätzliche Kosten vorgesehen, die Summe steige auf 792 Mio. Euro.

FBB-Finanzgeschäftsführerin Heike Fölster sagte am Montag: "Wir sind in dem Prozess der Aufstellung eines neuen Businessplans." Da seien die Wünsche immer deutlich größer als das Geld, das man zur Verfügung habe. "Wie die Zahl dann sein wird, ist zu diskutieren."

Die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" hatten geschrieben, die Flughafen-Gesellschaft habe während der Koalitionsverhandlungen in Brandenburg SPD, CDU und Grüne vertraulich informiert, dass sich die Finanzierungslücke bis 2024 auf eine Milliarde Euro verdoppelt habe.

Fölster sprach für das kommende Jahr von einer leichten Steigerung der erwarteten Passagierzahlen. Sie gehe davon aus, dass das Geld aus der bisherigen Finanzierung bis zum ersten Quartal 2021 reiche.

Der BER soll am 31. Oktober 2020 mit rund neun Jahren Verspätung öffnen. Gesellschafter sind der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg.
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