Großbritannien

Parlament stimmt für Ausbau des Flughafens Heathrow

Der Flughafen Heathrow soll weiter wachsen.
Warren Rohner/wikimedia CC BY-SA 2.0
Der Flughafen Heathrow soll weiter wachsen.

Europas größter Flughafen soll weiter wachsen. Der prominenteste Gegner einer dritten Startbahn ist bei der Abstimmung nicht dabei. Für Aufregung sorgen Demonstranten in der Parlamentslobby.

Das britische Parlament hat am Montag mit klarer Mehrheit für den Ausbau des Flughafens Heathrow gestimmt. Die Pläne sehen eine dritte Startbahn für den größten Airport Europas vor und dürften Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe verursachen. Der Abstimmung ging eine hitzige Debatte voraus, in der sich auch etliche Mitglieder der konservativen Regierungsfraktion gegen die Pläne des Kabinetts stellten. Letztlich stimmten 415 Parlamentarier für den Ausbau und 119 dagegen.

Für Aufregung sorgten ein Dutzend Demonstranten, die sich in der zentralen Lobby des Parlaments aus Protest gegen die Erweiterung auf den Boden gelegt hatten. Der Ausbau des Airports ist seit Jahrzehnten heftig umstritten. Kritiker fürchten vor allem schädliche Folgen für Umwelt und Gesundheit, wenn dort künftig rund 700 Flugzeuge zusätzlich pro Tag starten und landen. Zudem müssten einer dritten Startbahn Hunderte Wohnhäuser weichen.

Der ehemalige Londoner Bürgermeister und jetzige Außenminister Boris Johnson gilt als vehementer Gegner des Projekts. Er hatte einst angekündigt, er wolle sich „vor die Bulldozer legen“, sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Da er am Montag eine Auslandsreise nach Afghanistan antrat, musste sich Johnson in der Abstimmung nicht gegen die eigene Regierungschefin stellen.

Die ersten Flieger sollen von der neuen Startbahn möglicherweise schon 2025 abheben. Die Kosten für den Ausbau sollen über private Mittel getragen werden. Medienberichten zufolge wird mit rund 14 Mrd. Britischen Pfund (20,6 Mrd. Euro) für die neue Startbahngerechnet. Dafür erhofft sich die Regierung Zehntausende neue Jobsund einen langfristigen wirtschaftlichen Schub von etwa 74 Mrd. Pfund. (dpa)

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