Germanwings-Flugbegleiter (Update)

UFO droht Streik auszudehnen

Die Lufthansa-Tochter Germanwings wird bestreikt.
Michael Penner
Die Lufthansa-Tochter Germanwings wird bestreikt.

Die Kabinengewerkschaft UFO hat am ersten Streiktag ihre Drohung bekräftigt, den dreitägigen Ausstand bei der Lufthansa-Tochter Germanwings auszudehnen. "Wir können das kurzfristig verlängern", sagte UFO-Vize Daniel Flohr am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

 "Wir wollen das nicht", ergänzte Flohr zwar, aber wenn die Gewerkschaft am Ende der drei Tage glaube, "dass es mehr davon braucht", werde sie zu weiteren Streiks aufrufen. Die Lufthansa-Tochter Germanwings kritisiert die Streiks, bei denen es offiziell um eine Regelung zur Teilzeit geht, als unangemessen.

"Die Kritik ist natürlich immer da, wenn wir streiken. Aber in diesem Fall ist sie inhaltlich nicht berechtigt", sagte Flohr. Auch ein Einlenken der Germanwings am Samstag führte nicht zu einer Absage des Streiks. Laut UFO habe es sich dabei nur um ein scheinbares Entgegenkommen gehandelt: "Das ist nicht das, was wir gefordert haben", sagte Flohr.

Nach gescheiterten Vorgesprächen zu einer Schlichtung hatte die UFO am Freitag die Flugbegleiter von Germanwings für Montag, Dienstag und Mittwoch zum Streik aufgerufen. Germanwings fliegt im Flugbetrieb der Eurowings. Weitere Streiks bei der Lufthansa-Gruppe werde man frühestens nach dem 2. Januar verkünden, sagte UFO-Vize Flohr am Freitag.

Die Tochter Germanwings ist laut Konzernangaben noch mit 30 Flugzeugen und 1400 Mitarbeitern, davon 800 in der Kabine, für die Nachfolgemarke Eurowings unterwegs, soll aber perspektivisch auf den Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Einen eigenen Markenauftritt gibt es nicht mehr. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, erklärte Flohr. Diese Perspektivlosigkeit zeige sich auch in den Tarifthemen am Verhandlungstisch.

Offizieller Streikgrund sind Regelungen zur Teilzeit, die laut Eurowings bereits seit einem Jahr umgesetzt sind. "Der Streikaufruf ist absolut unangemessen", erklärte ein Unternehmenssprecher. Noch am vergangenen Montag habe man der UFO eine Moderation angeboten, was abgelehnt worden sei. Der entsprechende Tarifvertrag liege unterschriftsreif vor. Allerdings hatte auch Germanwings wie der Mutterkonzern Lufthansa die Vertretungsberechtigung der UFO-Funktionäre bezweifelt.

Die Gewerkschaft hatte ihren Mitgliedern mitgeteilt, dass es über die Weihnachtsfeiertage weitere Versuche der Schlichter für kurzfristige Lösungen gegeben habe. Auch am Freitag wurde dem Vernehmen nach noch intensiv telefoniert, die Versuche sind aber wohl erfolglos geblieben.

Ein Lufthansa-Sprecher hatte am Donnerstag erklärt: "Wir als Lufthansa schauen konstruktiv nach vorne." Er fügte hinzu: "Wir sind weiter an einer großen Schlichtung interessiert. Streiks sind aus unserer Sicht keine Lösung." Die Lufthansa schaue nun auf die vorgeschlagenen Schlichtungstermine im Januar, ergänzte der Sprecher. In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

Update: Wegen des Streiks der Kabinengewerkschaft UFO sind am Montag rund 60 Flüge von Germanwings ausgefallen. Besonders der Flughafen Köln/Bonn war betroffen. Stornierungen gab es zudem in Berlin (Tegel), Düsseldorf, München und weiteren Städten. Am größten deutschen Airport Frankfurt am Main wurden keine Flüge abgesagt. Im Frankfurter Winterflugplan seien keine Verbindungen von Germanwings vorgesehen, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. 

Insgesamt fallen in den drei Streiktagen voraussichtlich 180 Flüge aus.  

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