Frankreich

Taxifahrer-Protest gegen Uber eskaliert

Flammender Protest: Auch französischen Taxifahrern ist Uber ein Dorn im Auge. Aus Protest blockierten sie den Verkehr, zündeten Reifen an und gingen sogar gegen Uber-Fahrer vor.

Die Wut der Taxifahrer richtete sich gegen das Angebot Uber Pop, mit dem sich Privatleute mit ihren Autos als Fahrer anbieten können. Dies ist in Frankreich verboten, trotzdem sind Wagen unterwegs. Zuletzt kam es verstärkt zu Auseinandersetzungen zwischen Taxifahrern und Uber-Pop-Fahrern. Am Dienstag hatte Innenminister Bernard Cazeneuve deshalb zur Ruhe aufgerufen und angekündigt, die Kontrollen zu verstärken.

Bereits am Dienstagmorgen zündeten Demonstranten auf der Ringautobahn um die französische Hauptstadt Reifen an, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der Flughafen Charles de Gaulle warnte, die Zufahrtsstraßen seien blockiert und empfahl Fluggästen, mit dem Zug anzureisen.

Im Laufe des Tages nahmen die Proteste an Heftigkeit zu. Die Demonstranten waren zu Fuß auf den Schnellstraßen unterwegs, zwischen ihnen und der Polizei sollen sich laut Medienberichten regelrechte Jagdszenen abgespielt haben. Polizisten setzten Tränengas ein, um wütende Demonstranten zurückzuhalten. Auch in anderen französischen Städten kam es zu Protesten, sodass die Polizei von 2500 Demonstranten ausging.

Auch Uber-Fahrer sollen die Wut der Taxifahrer zu spüren bekommen haben. Deren Autos wurden auf der Pariser Autobahn mit Steinen beworfen oder umgestürzt, wie Medien berichten. Die amerikanische Sängerin Courtney Love klagte auf Twitter, ihr Wagen sei in Paris angegriffen worden. „Sie schlagen die Autos mit Metallstangen. Ist das Frankreich? In Bagdad bin ich sicherer“, schrieb sie. Eventuell wird der Protest am Freitag fortgesetzt.

Uber hatte vor kurzem angekündigt, sein Angebot auf drei weitere Städte auszuweiten. Die US-Firma verweist darauf, dass der Rechtsstreit über das im Herbst beschlossene Verbot noch laufe. (dpa/ASC)

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