Flugzeugabsturz in Äthiopien

TUI stoppt alle Flüge mit Boeing B-737 Max 8

Mit der Boeing B-737 Max 8 soll bei den TUI Airlines eine ganz neue Flugzeuggeneration Einzug halten – nun bleiben die Flieger aber erstmal am Boden.
Michel Maes
Mit der Boeing B-737 Max 8 soll bei den TUI Airlines eine ganz neue Flugzeuggeneration Einzug halten – nun bleiben die Flieger aber erstmal am Boden.

Kehrtwende bei TUI: Der Konzern stoppt alle Flüge mit dem Unglücksflieger Boeing B-737 Max 8.

Der weltgrößte Reisekonzern TUI stoppt nach dem Flugverbot für die Boeing B-737 Max 8 in Großbritannien alle Flüge mit dem umstrittenen Flugzeugtyp. Der Schritt umfasse alle Fluggesellschaften des Konzerns, teilte ein Unternehmenssprecher in Hannover mit. Kunden, die von diesem Mittwoch an auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren.

Zuvor hatte die britische Luftfahrtbehörde mitgeteilt, dass sie nach dem Absturz einer Boeing B-737 Max 8 in Äthiopien den Luftraum Großbritanniens für Maschinen dieses Typs sperrt. Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. TUI betonte nun, das Unternehmen folge dieser Anordnung.

TUI hat bei seinen Airlines in Großbritannien und den Benelux-Ländern insgesamt 15 Maschinen des Typs im Einsatz. Die deutsche Tochter TUIfly soll ihre erste Maschine der Reihe erst in einigen Wochen bekommen. Zuvor hatte TUI wiederholt betont, dass die Jets sicher seien und der Konzern sie weiterhin in der Luft lasse.

Auch die Airline Norwegian, die zuvor noch betont hatte, die Maschinen weiterfliegen zu lassen, hat inzwischen die 18 Boeings dieses Typs vorübergehend außer Betrieb genommen. Insgesamt bleibt fast die Hälfte der rund 350 seit 2017 ausgelieferten Maschinen inzwischen am Boden.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA stellte für den heutigen Dienstagabend eine Bewertung der Situation aus ihrer Sicht in Aussicht. Ein Sprecher der Behörde mit Sitz in Köln widersprach allerdings Gerüchten, dass eine Sperrung des europäischen Luftraums für den Maschinentyp geplant sei.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA erließ bisher kein Startverbot für die Maschinen. "Diese Untersuchung hat gerade erst begonnen, und uns liegen bislang keine Daten vor, um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Maßnahmen zu ergreifen", hatte die FAA am gestrigen Montag mitgeteilt.

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4.
Südtiroler
Erstellt 12. März 2019 21:43 | Permanent-Link

Schon traurig und dies spricht nicht für den TUI-Konzern, dass sie so lange gewartet haben, bis der TUI nichts anderes übrig blieb, da die europäische Luftfahrtbehörde EASA den europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8 gesperrt hatte.

Ich persönlich bevorzuge Airbus-Flugzeuge, da die Kabine geräumiger, heller und moderner ist, sowie vor allem nicht so laut wie Boeings sind.

Und als überzeugter Europäer, denke ich bei der TUI, wäre es auch mal an der Zeit an europäische, sprich Airbus
Flugzeuge zu denken.

Ich wähle auch so meinen Urlaub aus...

3.
Frank Dost
Erstellt 12. März 2019 18:17 | Permanent-Link

Da muss aber eine schnelle (und notwendige richtige) Wendung bei TUIfly vollzogen worden sein. Bis zum gestrigen Tag lautete die Sichtweise des Unternehmens und die damit verbundene Entscheidung des noch deutlich anders.

Schade, dass sie offensichtlich erst nach der Sperrung des britischen und deutschen Luftraums anders lautete.

2.
W.Girardi
Erstellt 12. März 2019 16:00 | Permanent-Link

Den Ausführungen von Herrn Prof.Dr.R Schmid ist nichts hinzuzufügen

1.
Prof. Dr. Ronald Schmid
Erstellt 12. März 2019 15:47 | Permanent-Link

Eine weise und längst fällige, notwendige Entscheidung!

Solange nicht feststeht, was die Ursache des Absturzes war und deswegen auch keine Maßnahmen getroffen werden können, die sicherstellen, dass sich ein solcher Unfall nicht wiederholen kann, ist es nicht zu verantworten, den Flugzeugtyp weiter zu betreiben. Wenn nicht Piloten- oder Wartungsfehler die Ursache dieser Katastrophe waren, sondern möglicherweise ein Konstruktionsfehler gewesen sein sollte, muss so gehandelt werden. Dabei zwingen m.E. schon berechtigte Zweifel zum sofortigen Handeln. Schließlich hat die Sicherheit der Fluggäste Vorrang vor wirtschaftlichen Überlegungen.
Ich bin über das lange Zögern der europäischen Luftfahrtbehörde, aber auch der TUIfly doch sehr irritiert!

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