Flugzeug-Hersteller

Airbus ergattert Großauftrag aus China

Jüngst machte Airbus vor allem durch die geplante Einstellung des Riesenfliegers A-380 von sich reden. Doch jetzt kann der europäische Flugzeug-Hersteller punkten – und das inmitten der Krise seines US-Rivalen Boeing.

Boeing hat erneut das Nachsehen. Airbus ergattert einen Großauftrag aus China. Man habe mit dem staatlichen Luftfahrtdienstleister China Aviation Supplies Holding (CAS) ein Abkommen über den Verkauf von 300 Flugzeugen abgeschlossen, teilte Airbus mit. Die Großbestellung wurde am Rande eines Staatsbesuchs von Chinas Staatschef Xi Jinping in Paris unterzeichnet. Konkret geht es um 290 Mittelstreckenjets aus der A-320-Familie und zehn Langstreckenjets der A-350-Baureihe.

Airbus kann damit für seinen Verkaufsschlager A-320 einen weiteren Erfolg verbuchen. US-Rivale Boeing dagegen kämpft bei seinem eigenen Mittelstrecken-Modell B-737max nach zwei Flugzeugabstürzen mit einem enormen Image-Schaden und dem möglichen Verlust von Aufträgen.

Angesichts des Megadeals sprach Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor Journalisten von einem "exzellenten Signal". Über den Wert der Bestellung wurde zunächst offiziell nichts bekannt. Laut Airbus-Preisliste läge die Summe vermutlich bei über 30 Mrd. US-Dollar (mehr als 27 Mrd. Euro). Wegen branchenüblicher Rabatte dürfte der tatsächlich vereinbarte Kaufpreis aber deutlich niedriger ausfallen.

Schon länger war über ein größeres Airbus-Geschäft mit China spekuliert worden. Bei einem Staatsbesuch im Reich der Mitte im Januar 2018 hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, das Land beabsichtige den Kauf von 184 Jets aus der A-320-Familie. Seitdem war über den Stand der weiteren Verhandlungen aber kaum etwas an die Öffentlichkeit gedrungen.

Für Airbus war China schon zuvor ein bedeutsamer Absatzmarkt: Knapp ein Viertel seiner Verkehrsflugzeuge liefert das Unternehmen in das Land aus. Aber auch in der Produktion ist China ein wichtiger Partner. Unter anderem lässt Airbus in Tianjin A-319- und A-320-Jets montieren.

Die A-320-Familie umfasst auch den A-320neo, die jüngste und effizienteste Auflage des Airbus A-320. Nach Unternehmensangaben sind bereits mehr als 700 A-320neo-Flugzeuge weltweit bei Fluggesellschaften im Einsatz. Wegen der hohen Nachfrage baut der Hersteller die Produktion immer weiter aus. Ob in dem nun geschlossenen China-Deal A-320neo enthalten sind, war zunächst unklar.

Für Airbus kommt der Großauftrag in jedem Fall zu einem günstigen Zeitpunkt. Jüngst machte der Flugzeug-Hersteller eher negativ von sich reden: Im Februar kündigte das Unternehmen an, die Auslieferung des weltgrößten Passagierjets A-380 im Jahr 2021 einzustellen – wegen mangelnder Nachfrage.

Trotz hoher Belastungen durch die Einstellung des einstigen Hoffnungsträgers konnte Airbus im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnsprung erzielen. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 3,1 Mrd. Euro und damit 29 Prozent mehr als im Jahr davor.

Mit weitaus größeren Problemen hat derzeit der US-Konkurrent Boeing zu kämpfen: Nach zwei Abstürzen von B-737max8 mit insgesamt 346 Toten steckt das Unternehmen in der Krise. Zahlreiche Länder erließen Flugverbote für Maschinen des Unglücksmodells. Derzeit laufen internationale Untersuchungen, ob möglicherweise eine fehlerhafte Technik Grund für die Unglücke ist. Auch die Frage, ob bei der Zulassung der Flieger durch die US-Luftfahrtbehörde FAA alles mit rechten Dingen zuging, ist Gegenstand von Ermittlungen.
Zudem will Indonesiens staatliche Fluggesellschaft Garuda eine milliardenschwere Bestellung über 49 B-737max rückgängig machen.

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  1. Andreas W. Schulz
    Erstellt 26. März 2019 10:33 | Permanent-Link

    Wieder einmal bestätigt sich bei dem deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekt "Airbus" die französische Handschrift und Agilität.

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