Flugurteil

Rutschige Landebahn rechtfertigt keine Annullierung

Nicht jede zweckmäßige Entscheidung eines Piloten bleibt folgenlos für die Airline. In manchem Fall steht den Passagieren dennoch ein Regress zu.

Wenn ein Flug wegen einer rutschigen Landebahn gestrichen wird, muss die Airline beweisen, dass die Landung tatsächlich nicht möglich war. Kann sie das nicht, steht den Passagieren eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht zu. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Frankfurt (Aktenzeichen 29 C 2878/14 (21)), über das die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „Reise Recht aktuell“ berichtet.

In dem verhandelten Fall ging es um einen Flug von Birmingham nach Frankfurt, der annulliert worden war. Der Grund: Die Maschine konnte laut Airline gar nicht erst in England landen, da die Start- und Landebahn in Birmingham wegen einer Oberflächen-Erneuerung bei Nässe rutschig gewesen sei. Der Pilot entschied sich gegen die Landung, der Rückflug nach Deutschland fiel aus. Die Klägerin forderte eine Entschädigung von der Fluggesellschaft.

Zu Recht, entschied das Gericht. Selbst wenn in Birmingham Regen und Sturm geherrscht hätten, hätte die Airline beweisen müssen, dass eine Landung mit dem konkreten Flugzeugtyp nicht möglich war. Das konnte sie aber nicht. So bekam die Klägerin 250 Euro Entschädigung. (dpa)

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