Flughafen-Streik in Berlin

Arbeitgeber wollen Schlichtung

Trotz Protests aus der Luftfahrtbranche macht Verdi Ernst und verlängert den Ausstand. In Tegel und Schönefeld fliegt kaum etwas. Die Arbeitgeber sehen nur noch eine Lösungsmöglichkeit.

Das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen hat seinen Streik am Dienstag unvermindert fortgesetzt. Wieder fielen fast alle Flüge von und nach Berlin aus. Nach Angaben der Flughafengesellschaft wurden in Tegel 453 Flüge gestrichen, am kleineren Flughafen Schönefeld waren es 125. Die Arbeitgeber riefen die Gewerkschaft Verdi zu einer Schlichtung auf. Die Positionen lägen so extrem auseinander, dass dies der einzige Weg zu einer für beide Seiten vertretbaren Lösung sei, sagte ein Sprecher des Forums der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg.

„Wir bitten alle Passagiere, sich vor Reisebeginn bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Flugstatus zu erkundigen“, sagte Flughafensprecher Daniel Tolksdorf. Nur wenige Flugzeuge hoben am Mittwoch noch ab, in Tegel etwa einige von Air Berlin und in Schönefeld einzelne von Easyjet und Ryanair. Einige Flüge wurden auch zu naheliegenden Flughäfen umgeleitet.

Die Gewerkschaft fordert bei einer Tarifvertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an – bei einer Laufzeit von drei Jahren. Das Gesamtvolumen betrage acht Prozent mehr Geld als im Moment ausgegeben werde, betonen die Arbeitgeber. Nach Angaben von Verdi würde ein einfacher Beschäftigter auf dieser Grundlage pro Arbeitsstunde 27 Cent mehr erhalten.

Ryanair kritisierte den Streik erneut als ungerechtfertigt und forderte die Bundesregierung auf einzugreifen. Wie die Regierung dem grundgesetzlich verbürgten Streikrecht begegnen sollte, blieb jedoch offen. (dpa)

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