Flughafen-Konzern

Fraport erwartet drastischen Gewinnrückgang

Am Frankfurter Flughafen, dem wichtigsten Fraport-Standort, bricht der Verkehr derzeit heftig ein. Allein in der ersten Märzwoche wurden fast ein Drittel weniger Fluggäste abgfertigt.
Fraport
Am Frankfurter Flughafen, dem wichtigsten Fraport-Standort, bricht der Verkehr derzeit heftig ein. Allein in der ersten Märzwoche wurden fast ein Drittel weniger Fluggäste abgfertigt.

Der Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport stellt sich wegen der Flugstreichungen infolge der Coronavirus-Krise in diesem Jahr auf einen deutlichen Gewinnrückgang ein.

"Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass sich die starken Verkehrsrückgänge in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen, ohne dass wir Ausmaß und Dauer der Rückgänge verlässlich abschätzen können", sagte Vorstandschef Stefan Schulte bei der Bilanzvorlage in Frankfurt. Eine konkrete Prognose könne er daher derzeit nicht abgeben. Die Zahl der abgefertigten Flüggste in Frankfurt werde 2020 voraussichtlich deutlich sinken. Umsatz und Gewinn dürften daher ebenfalls deutlich zurückgehen.

Im abgelaufenen Jahr steigerte Fraport seinen Umsatz um 6,5 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) legte um 4,5 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich blieb für die Aktionäre ein Gewinn von 421 Mio. Euro und damit elf Prozent weniger als im Jahr davor. Damals hatte ein Sonderertrag den Überschuss nach oben getrieben. Die Anteilseigner – allen voran das Land Hessen und die Stadt Frankfurt – sollen je Aktie wie im Vorjahr eine Dividende von zwei Euro erhalten. Der Vorstand will die Ausschüttung trotz des nun erwarteten Gewinneinbruchs auch für 2020 stabil halten.

Um die eigenen Fixkosten zu senken, hatte Fraport unlängst ein Sparprogramm verkündet und alle Kostenpositionen auf den Prüfstand gestellt. Neueinstellungen erfolgen bis auf weiteres faktisch nicht mehr. Die Fluktuation wird genutzt, um die Personalkosten zu senken. Beschäftigte sollen freiwillig unbezahlten Urlaub nehmen oder vorübergehend ihre Arbeitszeit verkürzen. Zudem sei Kurzarbeit in Vorbereitung.

Ohne die Ausbreitung des Coronavirus hätte Fraport die Verkehrsentwicklung in Frankfurt in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Nun sind die Passagierzahlen im Februar allein am Flughafen Frankfurt um vier Prozent zurückgegangen. Die negative Tendenz hat sich hierbei im Laufe des Monats deutlich verschärft: In der letzten Februarwoche lag der Rückgang bei minus 14,5 Prozent. In der ersten Märzwoche gingen die Fluggastzahlen den Angaben zufolge sogar um etwa 30 Prozent zurück.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats