Flugbegleiter-Gewerkschaft

Mehrere Vorstände von UFO zurückgetreten

Kurz vor der Mitgliederversammlung von UFO sind zwei Vorstände zurückgetreten. Sie ziehen damit die Konsequenzen aus einem Führungsstreit.

Unmittelbar vor der Mitgliederversammlung an diesem Mittwoch haben mindestens zwei Vorstände der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO die Konsequenzen aus einem heftigen internen Streit gezogen. Über eine Anwaltskanzlei in Koblenz erklärten der frühere Vorstandsvorsitzende Alexander Behrens und das Vorstandsmitglied Christoph Drescher am heutigen Montag ihren sofortigen Rücktritt. Gegen die beiden lagen Abwahlanträge für Mittwoch vor.

Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen hat auch Vorstandsmitglied Anne Struck ihr Mandat niedergelegt. Behrens und Drescher forderten die verbliebenen Vorstandsmitglieder um den Vorsitzenden Nicoley Baublies auf, ebenfalls zurückzutreten.

Baublies wollte sich zum weiteren Vorgehen zunächst nicht äußern. Er hatte bereits vor Tagen angekündigt, bei der Versammlung am Mittwoch Neuwahlen einzuleiten und bis zur Wahl eines neuen Vorstands weitermachen zu wollen. Über das Vorgehen werde noch beraten. "Der Weg zum Neuanfang ist nun einfacher geworden", erklärte Baublies.

In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Darmstadt die Büroräume der Gewerkschaft durchsuchen lassen. Es geht um den Verdacht der Untreue gegen nicht genannte Funktionäre, wie Behördensprecher Robert Hartmann sagte.

Hintergrund ist der Führungsstreit innerhalb der Gewerkschaft. Im Verlauf hatte Baublies Strafanzeigen gegen seinen Vorgänger Behrens und zwei weitere Verantwortliche gestellt und den Staatsanwälten entsprechendes Material übergeben. Die Gewerkschafter sollen sich angeblich gegenseitig vorteilhafte Anstellungsverträge ausgestellt haben, mit denen das Vereinsvermögen geschädigt worden sei. Behrens' Anwalt Samy Hammad hatte die Vorwürfe des Betrugs und der Untreue umgehend zurückgewiesen. Inzwischen gehört auch Baublies zu den möglichen Beschuldigten.

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