Finanzprobleme

Adria Airways bleibt weiter am Boden

Auch am 26. und 27. September wird Adria Airways nicht abheben – so wie bereits Dienstag und Mittwoch dieser Woche. Slowenien droht der Fluggesellschaft nun mit Lizenzentzug.

"Auch am Donnerstag und Freitag stellen wir die Mehrheit unserer Flüge vorübergehend ein", heißt es auf der Website von Adria Airways. Lediglich der Abendflug zwischen Frankfurt und Ljubljana werde an beiden Tagen aufrechterhalten.

Die im Besitz des Münchner Investors 4K befindliche Fluggesellschaft führe weiterhin "aktive Gespräche mit potenziellen neuen Eigentümern und Großkreditgebern", heißt es auf der Website weiter. Nicht nur eigene Flüge fallen aus, sondern auch solche, die im Auftrag anderer Airlines vorgenommen werden. Dazu gehören einige Frequenzen zwischen Saarbrücken und Berlin sowie Flüge von Wien nach Bologna, Lyon und Warschau. Fluggäste sollten daher auf ihrer Buchungsbestätigung prüfen, welche Airline den Flug ausführt – auch wenn sie etwa bei Luxair, Lufthansa, SAS, Austrian oder Swiss gebucht haben.

Slowenien droht der Fluggesellschaft indes mit dem Entzug der Lizenz, sollte sie nicht bis zum 2. Oktober einen nachvollziehbaren Business-Plan vorlegen können. Auch müsse sie beweisen, dass sie über gültige Leasing-Verträge verfügt. Derzeit fehlen Adria vier ihrer Maschinen, da die Leasing-Geber diese zurückholten.

Adria Airways ist eine vergleichsweise kleine Fluggesellschaft mit rund 500 Mitarbeitern, die nach eigenen Angaben 20 Flugzeuge in der Flotte hat. Sie bedient vor allem Ziele in Westeuropa und auf dem Balkan.

2016 wurde sie privatisiert und von der deutschen Finanzgruppe 4k Invest erworben. Seitdem verkaufte sie alle ihre Flugzeuge und leaste sie zurück. Laut slowenischer Nachrichtenagentur soll das Unternehmen dennoch Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro haben.

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