Fernbus-Markt

Flixbus bekommt neue Konkurrenz

Flixbus bekommt Konkurrenz aus der Luft, von der Schiene und aus den Nachbarländern.
Flixbus
Flixbus bekommt Konkurrenz aus der Luft, von der Schiene und aus den Nachbarländern.

Auch Easyjet verbindet jetzt deutsche Städte, die Bahn fährt München-Berlin in nur vier Stunden: Für Fernbus-Marktführer Flixbus wird der Wind rauer. Auch innerhalb des Fernbus-Marktes wird es schwieriger.

Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus will sich im Rennen um die Kunden durch neue Angebote von Bahn und Luftfahrt nicht geschlagen geben. „Wir müssen weiter Gas geben“, sagte Flixbus-Chef André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube sehr stark an Wachstum auch in Deutschland.“ Mit zusätzlichen Bussen auf den wichtigen Routen und weiteren Verbindungen aus kleineren Städten in die Großstädte seien weiterhin zweistellige Wachstumsraten möglich.

Durch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke hat die Bahn die Fahrtzeit zwischen Berlin und München um zwei auf vier Stunden verkürzt. Nach der Air-Berlin-Pleite fliegt Easyjet ab Januar wöchentlich 250 Flüge zwischen Berlin und den innerdeutschen Zielen Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München.

„Das schadet niemandem“, sagte Karl Hülsmann, der neue Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer der dpa. „Jeder muss versuchen, seinen Preis am Markt durchzusetzen.“ Und Fahrgäste und Passagiere könnten über jedes zusätzliche Angebot froh sein.

Für 2017 rechnet der Marktführer Flixbus mit rund 25 Millionen Fahrgästen in seinen Bussen (2017: 24 Mio.), wie Schwämmlein sagte. Europaweit werden demnach bis Silvester 40 Millionen Menschen in die grünen Busse gestiegen sein, nach 30 Millionen im Vorjahr. Noch im ersten Halbjahr 2018 sollen zudem im Bundesstaat Kalifornien die ersten Flixbusse der USA fahren.

Ouibus schließt sich mit anderen Anbietern zusammen

Auch aus Frankreich gibt es Gegenwind für Flixbus. Die staatliche Bahngesellschaft SNCF schließt das Netzwerk ihres Busanbieter Ouibus mit drei weiteren Busgesellschaften in Europa zusammen: National Express aus Großbritannien, Alsa aus Spanien und Portugal sowie Marino Bus aus Italien. Die vier Unternehmen bieten auch Verbindungen nach Deutschland an und wollen ihre Fahrzeiten aufeinander abstimmen.

Flixbus sieht die neue Konkurrenz nicht sehr gelassen. Die SNCF-Tochter werde „vom Steuerzahler finanziert“, sagte der Chef von Flixbus in Frankreich, Yvan Lefranc-Morin der „FAZ“. „Ouibus hat seit seinem Start 150 Mio. Euro an Verlusten eingefahren. Kein privates Unternehmen könnte sich das leisten“, so Lefranc-Morin. (dpa/ASC)

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