Farnborough Airshow

Flugzeug-Hersteller sammeln Großaufträge ein

Airbus und Boeing – das Duell der beiden Flugzeugriesen dominiert die internationalen Luftfahrtmessen. Auch in Farnborough versuchen sich Europäer und US-Amerikaner wieder gegenseitig zu überbieten. Nicht alles läuft aber so wie zuvor erwartet.

Die Flugzeug-Hersteller Boeing und Airbus sind mit ersten Großaufträgen in die Branchenmesse im britischen Farnborough gestartet. Nachdem Boeing seine Entscheidung über einen neuen mittelgroßen Passagierjet auf 2019 vertagt hatte, konnten der US-Konzern und sein europäischer Rivale Airbus bei den Neubestellungen am Montag punkten.

Am Sonntag hatte Boeing-Chef Dennis Muilenburg bekanntgegeben, dass sich das Unternehmen mit der seit Jahren diskutierten Entwicklung des neuen Passagierjets weiter Zeit lässt. Die Maschine, die in der Branche als Boeing B-797 gehandelt wird, soll die Lücke zwischen den Mittelstreckenjets der B-737-Reihe und den Großraumflugzeugen wie dem „Dreamliner“ füllen. Muilenburg zufolge könnte der Flieger dennoch wie angedacht im Jahr 2025 in den Liniendienst gehen.

Die bisher größten Deals von Airbus blieben auf der Airshow südwestlich von London bisher zumindest halb geheim. So gab der Hersteller bekannt, dass ein Flugzeug-Finanzierer einen Vorvertrag über 80 Exemplare aus der Mittelstrecken-Modellfamilie A-320neo unterzeichnet habe. Allerdings wollte der Auftraggeber ungenannt bleiben. Laut Preisliste hätte die Order je nach Typ einen Gesamtwert von gut 9 Mrd. US-Dollar (7,7 Mrd. Euro). Allerdings sind bei solchen Bestellungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Großaufträge in Serie

Ein am Wochenende durchgesickerter Auftrag der malaysischen Air Asia wurde zunächst nicht bestätigt. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will die Gesellschaft bis zu 100 Mittelstreckenjets in der Langversion A-321neo bestellen. Zusätzlich könnte Air Asia ihre Order für den modernisierten Großraumjet A-330neo um 34 Maschinen auf 100 Exemplare aufstocken. Damit hätte Airbus laut Preisliste Aussicht auf einen Auftragswert von bis zu 23 Mrd. Dollar.

Der taiwanesische Newcomer Starlux will 17 Exemplare des jüngsten Langstreckenjets Airbus A-350 kaufen und hat dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Zudem gab Airbus bekannt, dass Sichuan Airlines bereits vor der Messe zehn A-350 bestellt hat.

Rivale Boeing sammelte eine Order der Deutschen Post über 14 Frachtmaschinen vom Typ B-777 ein. Die Post-Tochter DHL Express will damit ihre Frachterflotte erneuern und Kaufoptionen über sieben weitere Maschinen für einen Flottenausbau nutzen. Auch die arabische Qatar Airways orderte fünf B-777-Frachter. Der US-Mega Carrier United Airlines bekannte sich zu einem Auftrag über vier Boeing B-787 („Dreamliner“).

Der größte Boeing-Deal war im Grundsatz schon bekannt: Die indische Jet Airways zurrte einen bereits angekündigten Auftrag über 75 Mittelstreckenjets des Typs B-737max-8 fest. Die brasilianische GOL Airlines bestellt 45 B-737max, davon 30 in der Langversion B-737max-10. (dpa)

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