Farnborough Airshow

Boeing schiebt Start eines neuen Flugzeugmodells auf

Fachleute und Airbus lagen falsch. Der weltgrößte Flugzeug-Hersteller Boeing lässt sich mit der seit Jahren diskutierten Entwicklung eines mittelgroßen Passagierjets noch länger Zeit.

Eine Entscheidung wolle der Konzern nun erst im Jahr 2019 treffen, sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg kurz vor Beginn der Farnborough Airshow in London. Die Maschine, die in der Branche bereits als B-797 gehandelt wird, soll die Lücke zwischen den Mittelstreckenjets der B-737-Reihe und den Großraumflugzeugen wie dem „Dreamliner“ füllen.

In der Branche hatte mancher darauf gewettet, dass Boeing das Konzept der „B-797“ diesmal in Farnborough vorstellt. Dem Konzernchef zufolge gefährdet eine Verschiebung der Entscheidung auf 2019 aber noch nicht das Ziel, dass das erste Flugzeug des Typs im Jahr 2025 in den Liniendienst geht.

Muilenburg und der Leiter der Verkehrsflugzeugsparte, Kevin McAllister, wollen nun noch genauer ausloten, welche Anforderungen der Jet erfüllen muss, damit er sich für den Konzern und die Fluggesellschaften rechnet. Boeing sei mit rund 60 möglichen Kunden im Gespräch, sagte McAllister. Außerdem will der US-Konzern nicht nur bei der Maschine selbst neue Maßstäbe setzen, sondern auch die Produktionsweise verbessern.

Das Flugzeug soll etwa 230 bis 270 Passagiere fassen und Entfernungen von bis zu 5000 nautischen Meilen (9260 Kilometer) zurücklegen können. Damit wäre sie im Gegensatz zu Mittelstreckenjets wie der Boeing B-737max und dem Airbus A-320neo auch auf Langstreckenflügen einsetzbar. Viele Flugzeuge dieser Größe seien für die angepeilten Strecken zu schwer, sagte McAllister.

Die B-797 wäre die Nachfolgerin der B-757, die bereits seit dem Jahr 2004 nicht mehr gebaut wird. Boeing sieht nach bisherigen Aussagen weltweit einen Bedarf von 4000 bis 5000 Flugzeugen dieser Art.

Der europäische Konkurrent Airbus versucht, den US-Amerikanern mit einer Langstreckenversion seines Mittelstreckenjets A-321neo Paroli zu bieten. Der Jet mit dem Namen A-321LR (Long Range) schafft allerdings bisher nur rund 4000 nautische Meilen. Airbus-Verkaufschef Eric Schulz hat angekündigt, die Reichweite noch zu verbessern.

Außerdem hat das Unternehmen mit Sitz in Toulouse seinem über 20 Jahre alten Langstreckenmodell A-330 eine Modernisierung als A-330neo spendiert. Die Maschine soll dank modernerer Triebwerke deutlich spritsparender sein als ihre Vorgängerin. Airbus sieht auch die A-330neo als Alternative zu einer B-797 – falls diese denn kommt. (dpa)

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