Europäische Luftfahrtaufsicht EASA

Bundesregierung will EU-Aufsicht nach Boeing-Absturz stärken

Geht es nach der Bundesregierung, soll die europäische Luftfahrtaufsicht EASA nach zwei Boeing-Abstürzen künftig stärker selbst prüfen. Bisher erkennt die Behörde Freigaben der US-Aufsicht FAA an.

Nach dem Absturz von zwei Boeing B-737max will die Bundesregierung die europäische Luftfahrtaufsicht EASA stärken. Dies geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Linke-Fraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Die Linke hatte gefragt, ob die Bundesregierung befürworte, dass die EASA Boeing-Flugzeuge künftig stärker selbst prüfe, statt die Freigabe durch die US-Luftfahrtbehörde FAA anzuerkennen. Verkehrs-Staatssekretär Steffen Bilger schrieb, die Bundesregierung befürworte, dass die EASA ihre Kompetenzen "entsprechend den strengen Maßgaben" der europäischen Flugsicherheit wahrnehme. "Dies kann eine umfangreiche Überprüfung der Nachweise umfassen, die ein Hersteller zur Erlangung einer Musterzulassung gegenüber einer Luftfahrtbehörde eines Drittstaates vorgelegt hat."

Linken-Fraktionsvize Fabio De Masi zeigte sich mit der Antwort zufrieden. Die Unterstützung der Bundesregierung für die EASA sei gut. "Die Sicherheitsrisiken von Boeing verdeutlichen die Probleme von Handelsabkommen wie TTIP, wenn Handelspartner geringere Standards ansetzen", sagte er.

Die FAA hatte die Boeing B-737max als spritsparende Neuauflage des Boeing-Mittelstreckenjets B-737 zugelassen. Zwei Maschinen des Typs waren innerhalb weniger Monate abgestürzt, vermutlich aus ähnlichen
Gründen. Dabei waren insgesamt 346 Menschen getötet worden. Bis zur weiteren Klärung der Unfallursachen und Problemen mit einer Steuerungssoftware ist unklar, wie es mit den Fliegern weitergeht.

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