Erstes Zwischenurteil

Deutsches Arbeitsgericht erklärt sich für Ryanair-Crew zuständig

In Deutschland stationierte Flugbegleiter von Ryanair können hierzulande bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber auch die hiesigen Arbeitsgerichte bemühen.
Ryanair
In Deutschland stationierte Flugbegleiter von Ryanair können hierzulande bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber auch die hiesigen Arbeitsgerichte bemühen.

Beschäftigte des irischen Billigfliegers Ryanair können ihren Arbeitgeber auch vor deutschen Arbeitsgerichten verklagen. Das hat nun das Arbeitsgericht Karlsruhe entschieden.

Verhandelt wurde der Fall eines in Baden-Baden stationierten Flugbegleiters, der sich gegen seine Kündigung zur Wehr setzt. In einem Zwischenurteil habe die Kammer entschieden, dass sie für den Fall zuständig ist, bestätigte nun ein Justizsprecher Informationen der Kabinengewerkschaft UFO.

Ryanair hat dem Sprecher zufolge bereits Berufung angekündigt, die dann vor dem Landesarbeitsgericht Freiburg verhandelt werden müsste. Die Fluggesellschaft ist der Meinung, dass an ihrem Gerichtsstand nach irischem Arbeitsrecht verhandelt werden müsse. Dem steht ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes entgegen, der die nationalen Gerichte an den Einsatzorten der Beschäftigten für zuständig erklärt hat.

Ryanair habe sich stets die unklare Rechtslage in Europa zunutze gemacht und sich Gerichtsentscheidungen außerhalb Irlands weitgehend entzogen, erklärte UFO-Chef Alexander Behrens in einer Mitteilung. Er sei optimistisch, dass die Kündigung gegen den Flugbegleiter nach deutschem Arbeitsrecht unzulässig war. (dpa)

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