Drohende Klagewelle

Boeing stellt Rechtsabteilung neu auf

Nach den Abstürzen macht Boeing den Chefjustiziar zum B-737-Max-Rechtsberater. Dem Konzern drohen zahlreiche Klagen von Hinterbliebenen und Aktionären.

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing stellt nach den Abstürzen zweier B-737-Max-Flugzeuge und angesichts einer drohenden Klagewelle seine Rechtsabteilung neu auf. Der bisherige Chefjustiziar J. Michael Luttig wird sich ab sofort ganz der rechtlichen Aufarbeitung der Unglücke in Indonesien und Äthiopien widmen, wie das Unternehmen in Chicago mitteilte.

Luttig soll demnach Vorstandschef Dennis Muilenburg und den Verwaltungsrat künftig in einer neu geschaffenen Position als Rechtsberater in der B-737-Max-Krise unterstützen. Luttig leitete seit 2006 Boeings Rechtsabteilung. Sein Nachfolger als Chefjustiziar wird Brett Gerry, der sich bislang um Boeings Geschäfte in Japan kümmerte.

Boeing droht nach den Flugzeugabstürzen, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, immenser rechtlicher Ärger. Der Konzern ist mit Schadenersatzklagen von Angehörigen der Todesopfer konfrontiert. Zudem wird ermittelt, ob bei der Zulassung der Unglücksflieger alles mit rechten Dingen zuging. Auch Anleger haben schon geklagt.

Für Boeing ist der Fall besonders brenzlig, weil eine Fehlfunktion bei einer eigens für die B-737-Max-Maschinen entwickelten Steuerungssoftware nach ersten Untersuchungsberichten als womöglich entscheidende Ursache der Abstürze gehandelt wird. Bei einem Herstellerfehler stünde Boeing vor großen Haftungsrisiken.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats