DLR-Untersuchung

Flugpreise fallen in Deutschland erneut

Der Flughafen Hamburg aus der Vogelperspektive – ab der Hansestadt gibt es neben Berlin und Düsseldorf die meisten Billigflüge.
Michael Penner
Der Flughafen Hamburg aus der Vogelperspektive – ab der Hansestadt gibt es neben Berlin und Düsseldorf die meisten Billigflüge.

Das Angebot von Billigflügen aus Deutschland wächst einer Studie zufolge ungehindert. Trotz steigender Kerosinpreise fallen die Flugpreise weiter.

Bei Testkäufen in diesem Frühjahr lag die Spanne bei den untersuchten Airlines zwischen knapp 50 und 106 Euro pro Strecke, wie aus einer turnusgemäßen Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren noch zwischen 53 und 117 Euro fällig.

Die durchschnittlich günstigsten Tickets inklusive aller Gebühren und Steuern bot demnach die ungarische Wizz Air an, die besonders stark in Osteuropa ist, und für den einfachen Flug im Schnitt 49,81 Euro verlangte. Es folgen Easyjet (55,62 Euro), Ryanair (59,34 Euro) und als teuerste erfasste Airline Eurowings mit 106,04 Euro. Die Ticketpreise schwanken je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung sehr stark. Im Einzelfall fanden die DLR-Forscher Tickets für 7,99 Euro bei Ryanair (Weeze–Stockholm und Hahn–Mallorca jeweils einen Monat vor Abflug).

Laut Studie ist das Angebot aus Deutschland trotz der Air-Berlin-Pleite weiter gewachsen. In der betrachteten Woche im Januar waren mit 5320 Flügen rund 500 Low-Fare-Dienste mehr geplant als ein Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte wurde von der LH-Tochter Eurowings abgeflogen, es folgten die europäischen Marktführer Ryanair und Easyjet. Im Sommer wird noch wesentlich mehr geflogen: In einer Woche im Juli 2018 hatte die DLR 6750 Billigflüge gezählt.

Die Zahl der Verbindungen erhöhte sich um 9 Prozent auf 699 Routen. Die Airlines gehen sich dabei immer noch gezielt aus dem Weg: Auf neun von zehn Verbindungen ist jeweils nur eine Gesellschaft aktiv. Echte Konkurrenz von mehr als zwei Billig-Airlines herrschte nur auf zehn Strecken vorzugsweise nach Mallorca und Barcelona.

Im Winter machen die innerdeutschen Strecken mehr als ein Drittel aller Abflüge (36 Prozent) bei den Billigfliegern aus. Auf den Plätzen folgen Spanien und Großbritannien vor dem Aufsteiger Italien, das immer häufiger angeflogen wird. Die meisten Billig-Angebote gibt es ab Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Köln. Auch an den großen Drehkreuzen Frankfurt und München wächst das Angebot, während an kleineren Regionalflughäfen wie Weeze oder Hahn das Angebot reduziert wurde.

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