Deutsche Arbeitnehmer

Verdi-Verhandlungen mit Ryanair bleiben ergebnislos

Während sich Europas größter Billigflieger mit Piloten in Irland und Italien geeinigt hat, sieht es bei den Flugbegleitern in einigen Ländern mau aus. Die Tarifverhandlungen für rund 1000 Ryanair-Flugbegleiter in Deutschland kommen nicht voran.

Auch die zweite Verhandlungsrunde mit dem irischen Billigflieger sei ohne Ergebnis verlaufen, teilt die Gewerkschaft Verdi mit. Ryanair habe um Bedenkzeit bis Ende der Woche gebeten. Ein nächster Verhandlungstermin sei bisher nicht vereinbart worden. Verdi werde sich in den nächsten Tagen mit den internationalen Gewerkschaftspartnern über das weitere Vorgehen beraten. Bei Ryanair war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

In der zweiten Verhandlungsrunde ging es nach Gewerkschaftsangaben vorrangig um Leiharbeit. Ryanair habe zugesagt, weitreichende Übernahmeangebote an Leiharbeitnehmer in Deutschland zu prüfen, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Mira Neumaier. Diesen Beschäftigten sei aber unter Umständen auch Kündigung oder Versetzung ins europäische Ausland in Aussicht gestellt worden, falls dies nicht unter den vom Unternehmen vorgegebenen Bedingungen erfolge. Mehr als 600 der rund 1000 Flugbegleiter bei Ryanair in Deutschland seien als Leiharbeitnehmer beschäftigt. Ryanair habe zudem an dem aus Sicht von Verdi „enttäuschenden Angebot“ der ersten Runde festgehalten.

Verdi fordert für die Kabinenbeschäftigten unter anderem eine „substantielle Entgeltsteigerung“. Dazu gehörten die Einführung eines Basisgehaltes für alle Flugbegleiter, eine Erhöhung dieses Gehaltes sowie die Einführung einer Mindeststundengarantie. Verdi pocht zudem auf eine Kompensation bei Verspätungen sowie eine betriebliche Interessenvertretung. Aktuell hatte Ryanair laut Verdi angeboten, nationale Verträge abschließen zu wollen, allerdings sei das erst fürs Jahr 2022 vorgesehen. Die Einführung von Betriebsräten habe die Fluggesellschaft abgelehnt. Das Entgeltangebot sei völlig indiskutabel. (dpa)

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