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Tarifrunde vertagt

Wenn 150.000 Mitarbeiter zum Warnstreik aufgerufen werden, kann es überall in Deutschland für Bahnreisende ungemütlich werden – auch in Dortmund.
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Wenn 150.000 Mitarbeiter zum Warnstreik aufgerufen werden, kann es überall in Deutschland für Bahnreisende ungemütlich werden – auch in Dortmund.

Auch nach 16 Stunden Verhandlungen war in der Bahn-Tarifrunde keine Einigung in Sicht. Am Sonntag wollen sich das Unternehmen und die Gewerkschaft EVG wieder treffen. Wenn sich beide Seiten nicht zusammenraufen, könnte es nächste Woche Warnstreiks geben.

Die Tarifverhandlungen für rund 150.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn sind am frühen Freitagmorgen nach mehr als 16 Stunden unterbrochen worden. Die Gespräche zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sollen am Sonntag fortgesetzt werden, wie beide Seiten am Freitagmorgen mitteilten.

„Wir haben in zentralen Themen immer noch Diskussionsbedarf, nach 16 Stunden intensiver Verhandlungen erscheint es aber wenig zielführend, jetzt noch weiterzumachen, ohne dass ein Ergebnis absehbar ist“, sagte die EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. DB-Personalvorstand Ulrich Weber teilte mit: „Wir sind deutlich vorangekommen, wir brauchen noch mehr Zeit und setzen unsere Verhandlungen deshalb am Sonntag fort.“

Ausgehandelt werden muss vor allem noch die künftige Höhe der Einkommen und die Ausgestaltung eines Wahlmodells, das die EVG fordert. Demnach sollen die Beschäftigten einen Teil der Entgelterhöhung – 2,5 Prozent – auf Wunsch in sechs Tage mehr Urlaub oder eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit umwandeln können. Eine weitgehende Einigung gibt es über eine Regelung für die Rufbereitschaft im Konzern.

Mehr Gehalt oder kürzere Wochenarbeitszeit

Die Bahn sei weiterhin bereit, ein individuelles Wahlmodell bei der Arbeitszeit einzuführen, teilte das Unternehmen mit. Danach sollen Mitarbeiter von 2018 an wählen können, ob sie ihre 39-Stunden-Woche beibehalten und 2,5 Prozent mehr Lohn bekommen oder ob sie mehr Freizeit und keine Lohnerhöhung erhalten. Außerdem bietet die Bahn eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent, 0,2 Prozent für höheren Zusatzurlaub für Nachtarbeiter und eine Einmalzahlung in Höhe von 375 Euro an. Die Gesamtlaufzeit soll 27 Monate vom 1. Oktober 2016 bis Ende 2018 betragen.

Die Gewerkschaft hatte bereits am Donnerstag versucht, die Bahn zu Zugeständnissen zu bewegen, indem sie mit Warnstreiks in der kommenden Woche drohte. Die EVG ging mit einer Forderung von 4,5 Prozent mehr Geld in die Verhandlungen und zusätzlich 2,5 Prozent, die die Arbeitnehmer auch gegen sechs Tage mehr Urlaub oder eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit eintauschen könnten.

Parallel zur EVG verhandelt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit der Bahn über neue Tarife für die rund 35.000 Beschäftigten des Zugpersonals. Bahn und GDL treffen sich am 16. Dezember das nächste Mal. (dpa)

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