Cockpit-Sicherheit

Vier-Augen-Prinzip auf dem Prüfstand

Auch bei der Lufthansa gilt das Vier-Augen-Prinzip noch ohne Abstriche.
Lufthansa
Auch bei der Lufthansa gilt das Vier-Augen-Prinzip noch ohne Abstriche.

Das kurz nach dem Germanwings-Absturz eingeführte Vier-Augen-Prinzip im Flugzeug-Cockpit steht bei den größeren deutschen Airlines auf dem Prüfstand.

Die Regel war eingeführt worden, um fliegerische Alleingänge wie die des Germanwings-Co-Piloten Andreas Lubitz vor zwei Jahren zu verhindern. Er hatte seinen Chef-Piloten aus dem einbruchsicheren Cockpit ausgeschlossen und dann den voll besetzten Airbus zum Absturz gebracht. 150 Menschen hatten dabei ihr Leben verloren.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte am Freitag, dass die Regel aktuell auf ihre Risiken untersucht werde. Auch die Airlines Air Berlin, TUIfly und Condor seien in dieser Hinsicht aktiv, ergänzte eine Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in Berlin. Entscheidungen seien noch nicht gefallen. Aktuell gelte die Regel bei allen Gesellschaften.

Hintergrund ist eine entsprechende Prüfempfehlung der europäischen Flugsicherheitsagentur Easa aus dem Juli des vergangenen Jahres. Der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte sich schon länger skeptisch gezeigt, ob mit der Vier-Augen-Regel ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn verbunden sei. Zunächst hatten „Focus“ und MDR aktuell berichtet. (dpa)

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