Brexit-Referendum

Ryanair wendet sich von Königreich ab

Neue Jets will Ryanair künftig nicht mehr in Großbritannien, sondern in den verbleibenden EU-Ländern stationieren.
Ryanair
Neue Jets will Ryanair künftig nicht mehr in Großbritannien, sondern in den verbleibenden EU-Ländern stationieren.

Europas größter Billigflieger, der in Großbritannien beträchtliche Marktanteile errungen hat, fokussiert sich stärker auf EU-Länder. Keiner der neuen Boeing-Jets soll im Vereinigten Königreich stationiert werden.

Wegen des Brexit-Votums will sich Ryanair verstärkt auf Kontinentaleuropa konzentrieren. Es sei „höchst unwahrscheinlich“, dass im kommenden Jahr auch nur eines der 50 neuen Flugzeuge in Großbritannien stationiert werde, sagte Firmenchef Michael O’Leary dem „Wall Street Journal“. „Wir werden all unser Wachstum in die Europäische Union umleiten.“ Bisher hat die irische Ryanair einen beträchtlichen Teil ihrer Flotte in Großbritannien stationiert.

Fluggesellschaften gelten mit als Hauptleidtragende eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU. Der Luftfahrt-Verband Iata schätzt, dass der erwartete wirtschaftliche Abschwung nach dem Brexit und der Wertverfall vom britischen Pfund die Zahl der Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich bis zum Jahr 2020 um 3 bis 5 Prozent nach unten drückt. Zudem ist unklar, ob Großbritannien in Zukunft weiterhin dem Luftverkehrsbinnenmarkt der EU angehört. Die British-Airways-Mutter IAG und Ryanair-Rivale Easyjet haben bereits ihre Prognosen gesenkt, was die Aktien von Fluggesellschaften europaweit einknicken ließ.

„Die Wirtschaft in Großbritannien und in Europa wird ganz sicherlich einen Dämpfer erhalten“, sagte O’Leary. Kurzfristig erwarte er aber nur einen geringen Einfluss auf die Buchungen in Großbritannien, zitierte ihn die Zeitung weiter. Die Fluggäste würden mit Rabatten gelockt werden, um die Maschinen zu füllen. (dpa)

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