B-737max8

US-Behörden nehmen Boeing ins Visier

Boeing Company

Der Druck auf den nach zwei Flugzeugabstürzen binnen Monaten in die Kritik geratenen US-Luftfahrtkonzern Boeing erhöht sich weiter.

Ein Zeitungsbericht über angebliche Ermittlungen der US-Regierung im Zusammenhang mit der Zulassung des Unglücksfliegers B-737max ließ die Boeing-Aktie erneut deutlich sinken. Im frühen US-Handel büßte der Kurs rund 2,6 Prozent ein, damit geht die Talfahrt der Vorwoche an der Börse weiter.

Das "Wall Street Journal" schrieb unter Berufung auf Insider, dass das Verkehrsministerium sich mit der Zulassung von B-737max durch die US-Luftfahrtbehörde FAA befasse. Dabei gehe es insbesondere um die umstrittene Steuerungs-Software MCAS, die laut Unfallermittlern eine entscheidende Rolle beim Absturz einer B-737max8 Ende Oktober in Indonesien spielte und auch beim jüngsten Crash einer solchen Maschine in Äthiopien als mögliche Ursache gilt.

Insgesamt waren bei den beiden Abstürzen 346 Menschen ums Leben gekommen. Dem Zeitungsbericht nach hat auch das US-Justizministerium Ermittlungen eingeleitet. Die Untersuchung des Verkehrsministeriums habe schon nach dem Absturz in Indonesien begonnen, das Justizministerium sich nach dem Absturz in Äthiopien eingeschaltet.

Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, das Ministerium bestätige oder dementiere Ermittlungen prinzipiell nicht. Die FAA wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf Boeing. Boeing war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Sonntag hatte der US-Konzern mitgeteilt, Anfragen zu laufenden Unfalluntersuchungen seien an die zuständigen Behörden zu richten.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Andreas Schulte
    Erstellt 19. März 2019 11:41 | Permanent-Link

    Die Boeing Aktien haben noch viel Potential zum Sinken. Letzte Woche gab es Kurse von € 331,75. Im Mai 2018 waren es nur € 269,30 und im April 2015 sogar nur € 129,85. Insgesamt scheint das Papier aktuell immer noch etwas überbewertet zu sein.

  2. Philipp Zürcher
    Erstellt 19. März 2019 15:57 | Permanent-Link

    Was hier an die Oberfläche kommt ist wenig vertrauenserweckend! Das Verhalten von Boeing und der Amerikanischen Luftfahrtbehörde in Bezug auf den Bewilligunsprozess für die B-737 MAX Reihe ist undruchsichtig und wohl getrieben von einem unmenschlichen Kostenvermeidungs Drang zu Lasten der Sicherheit. Man kann es wohl auch etwas härter ausdrücken: unersättliche Gewinnoptimierung oder schlicht und ergreifend Gier!

    Statt die nötigen Entwicklungskosten zu investieren um ein ausgereiftes, technisch fortschrittliches und vor allem sicheres Flugzeug auf den Markt zu bringen, suchte und fand Boeing die billige kommerzielle "Abkürzung": Maximaler Gewinn unter in Kaufnahme von Risiken, die letztendlich die betroffenen Passagiere tragen müssen.

    Die Rechnung die Boeing jetzt präsentiert bekommt, könnte um einiges höher ausfallen als die "clever" vermiedenen Entwicklungskosten für einen von Grund auf neuen Flieger. Gut möglich dass letztendlich das gesamte 737-MAX Projekt eingestampft werden muss?

    Meine Empfehlung an die Flugzeughersteller als einfacher Vielflieger : Bitte keine Kostenvermeidungen mehr zu Lasten der Sicherheit der reisenden Bevölkerung! - Vielen Dank!

  3. Andreas Blase
    Erstellt 19. März 2019 23:08 | Permanent-Link

    Warum sollte es in der Luftfahrt anders laufen als zb in der Automobilindustrie? Kostenreduzierung, Gewinnmaximierung, Anwendung illegaler Mittel um nahezu jeden Preis!! Dass Menschenleben bilanziell vielleicht tatsächlich bereits bei der Entwicklung und Abwägung der Risikofaktoren mit einberechnet werden, vermag ich nicht zu behaupten, aber die Vermutung liegt nahe, dass offenbar Beta-Versionen erst im realen Alltag echten Belastungstests unterzogen werden, da der Markt ja vermeintlich immer nach Innovationen schreit. Wer wirklich aber Grund zum Schreien hätte, wissen wir nun leider einmal mehr...

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats