Bis zum 21. November

Insolvente Alitalia erhält weitere Gnadenfrist

Die italienische Regierung verlängert die Frist für eine Übernahme der schwer angeschlagenen Alitalia abermals.

Die Investoren müssten nun bis zum 21. November ein verbindliches Angebot auf den Tisch legen, teilte Industrieminister Stefano Patuanelli mit.

Alitalia ist seit Mai 2017 insolvent. Am 15. Oktober war eine schon mehrfach verlängerte Frist zur Rekapitalisierung abgelaufen. Vorgesehen war, dass die italienischen Staatsbahnen (FS) und der Infrastrukturkonzern Atlantia gemeinsam mit Delta Air Lines und dem italienischen Finanzministerium Alitalia übernehmen.

Am 15. Oktober erklärten FS und Atlantia aber nur ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme und verlangten einen weiteren Aufschub um bis zu acht Wochen. Medienberichten zufolge erwarten sie, dass sich Delta mit mehr als den bisher vorgesehenen zehn Prozent beteiligt.

Patuanelli verlangte am Mittwoch von den Interessenten, die Regierung täglich über den Fortgang der Arbeiten zu unterrichten. Außerdem müssten die staatlichen Kommissare, die Alitalia seit der Insolvenz beaufsichtigen, einbezogen werden. Der römischen Zeitung "Il Messaggero" zufolge wollte sich am Mittwoch auch der Lufthansa-Vorstand mit einem möglichen Einstieg bei Alitalia befassen. Ein LH-Sprecher wollte das nicht kommentieren. Lufthansa hatte nach der Insolvenz Interesse an einer restrukturierten Alitalia bekundet, aber immer bekräftigt, nicht Partner des italienischen Staates werden zu wollen.
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