Billigflieger-Übernahme

Walsh will keinen Bieterwettstreit um Norwegian

IAG-Chef Willie Walsh setzt alles daran, dass die LH Group nicht zu groß wird – aber nicht um jeden Preis.
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IAG-Chef Willie Walsh setzt alles daran, dass die LH Group nicht zu groß wird – aber nicht um jeden Preis.

Die British-Airways-Mutter IAG will nach ihren Übernahmeangeboten für den Billigflieger Norwegian nicht in einen Bieterwettstreit mit der Lufthansa eintreten. Konzernchef Willie Walsh ist bisher am Stolz der Norweger gescheitert.

Er habe aber auch nicht gehört, dass die Lufthansa wirklich ein Gebot für die hoch verschuldete norwegische Fluggesellschaft abgeben wolle, sagte IAG-Chef Willie Walsh am Mittwoch bei einem Treffen der Vereinigung Airlines for Europe (A4E) in Brüssel. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ Interesse an Norwegian bekundet.

Die International Airlines Group (IAG) hatte sich bereits an einer Übernahme der Airline versucht, war bei den Norwegern mit ihren Geboten aber abgeblitzt. Die Holding von British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level hatte bereits eine Beteiligung von mehr als vier Prozent an Norwegian erworben.

„Es steht eine weitere Konsolidierungswelle an“, hatte Spohr gesagt. „Das heißt, dass wir auch mit Norwegian in Kontakt stehen.“ Ob dann eine Übernahme stattfinde, sei „eine Frage des strategischen Mehrwertes, des Preises und der wettbewerbsrechtlichen Möglichkeiten“. Die Lufthansa hatte zuletzt große Teile der insolventen Air Berlin erworben. Eine Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki scheiterte allerdings am Widerstand der europäischen Wettbewerbshüter.

Norwegian mit ihren mehr als 140 Jets ist nach starkem Wachstum in finanzielle Schieflage geraten. Die Gesellschaft gilt als Vorreiter für Billigflüge auf der Langstrecke und unterhält gleichzeitig ein dichtes Europa-Streckennetz mit Boeing B-737, die eigentlich nicht zur Lufthansa-Flotte passen. (dpa)

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