Autovermieter

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Dexcar

Gegen den in mehreren europäischen Ländern tätigen Autovermieter Dexcar aus Essen wird wegen Betrugsverdachts ermittelt.

Dexcar-Geschäftsführer Marco Gai bestätigte die Ermittlungen. Zuvor hatte er gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" und dem WDR alle Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Firma sei Opfer einer Verleumdungskampagne.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte, ohne Dexcar zu nennen, mitgeteilt, sie führe ein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen einer in Essen ansässigen Autovermietung sowie gegen einen externen Vermittler. Ermittelt werde wegen Betrugsverdachts sowie wegen strafbarer Werbung. Die Beschuldigten hätten die Tatvorwürfe bestritten. Weitere Angaben machte eine Behördensprecherin wegen der laufenden Ermittlungen nicht.

Auch in Österreich laufen Ermittlungen gegen Dexcar. Das hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch der Nachrichtenagentur APA am Montag bestätigt. In Italien hatte die Kartellbehörde im März 2017 eine Geldstrafe in Höhe von 400.000 Euro gegen Dexcar verhängt. Dort seien zwischen Oktober 2014 und Juni 2016 rund 22.000 Aufträge akquiriert worden, aber nur etwa 200 Fahrzeuge an italienische Verbraucher ausgeliefert worden. In Deutschland könnte eine "Vielzahl von Kunden" betroffen sein, hatte ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft "Süddeutscher Zeitung" und WDR gesagt.

Dexcar wirbt im Internet damit, "einen innovativen und neuartigen Ansatz für die Autovermietung" entwickelt zu haben. Neben kurz- und langfristiger Vermietung bietet das Unternehmen eine Art Carsharing mit Crowdfunding an. Nach Zahlung einer "Spende" und zwei Jahren Wartezeit könne der Wagen zwei Jahre lang kostenfrei gefahren werden – einschließlich aller Versicherungen, Steuer und Wartung, heißt es auf der Dexcar-Website. In diesem System würden die Fahrzeuge in großen Stückzahlen direkt beim Hersteller gekauft und nach zwei Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt weiterverkauft.

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