Aus der Insolvenzmasse

Flöther bekommt als Sachwalter bei Air Berlin 22 Mio. Euro

Lucas Flöther, Insolvenzverwalter von Air Berlin
Sven Döring / Agentur Focus
Lucas Flöther, Insolvenzverwalter von Air Berlin

Für die Arbeit als Sachwalter von Air Berlin erhält Lucas Flöther einen zweistelligen Millionenbetrag. Mit dem Geld sei aber nicht nur seine Arbeit abgedeckt.

Für die ersten Monate Arbeit bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin bekommt Sachwalter Lucas Flöther rund 22 Mio. Euro. Diese Summe habe das Amtsgericht Charlottenburg ihm aus der Insolvenzmasse zugesprochen, sagte der Jurist aus Halle der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein Betrag, der dem Großteil der Bevölkerung natürlich erstmal sehr hoch erscheinen muss." Er ergebe sich aber aus sehr detaillierten gesetzlichen Regelungen. Die Vergütung decke nicht nur seine Arbeit ab, sondern vor allem die seiner 150 Mitarbeiter. Ein Großteil von ihnen habe in der Anfangsphase der Insolvenz sehr intensiv gearbeitet.

Die Vergütung gibt es für Flöthers Zeit als Sachwalter bei Air Berlin zwischen August 2017 und Januar 2018. Inzwischen arbeitet er den Fall als Insolvenzverwalter auf. Die damals zweitgrößte deutsche Airline hatte im Spätsommer 2017 Insolvenz angemeldet. Verschiedene Airlines übernahmen die Töchter und das Geschäft. Mehr als eine Million Gläubiger meldeten Ansprüche an. Die meisten sind Passagiere.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Wolfram Schneppe
    Erstellt 7. März 2019 16:49 | Permanent-Link

    Sehe ich das richtig: 22 Mio durch 6 Monate und 150 Mitarbeiter macht pro Mitarbeiter und Monat über 24.000€... Entschuldigung, liebe ostdeutsche Kollegen, aber da gibt´s demnach schon ein krasses Ost-Westgefälle bei solchen Gehältern? Selbst, wenn der Sachverwalter auch noch den einen oder anderen tausender davon abbekommen haben sollte...

  2. Andreas Blase
    Erstellt 8. März 2019 10:56 | Permanent-Link

    "Das ist ein Betrag, der dem Großteil der Bevölkerung natürlich erstmal sehr hoch erscheinen muss."
    Daher haben wir natürlich Verständnis dafür, dass selbst 24TEUR als Monatssalär angemessen erscheinen... Wenn Berlin schon keinen Flughafen bauen kann (warum, wissen wir ja jetzt auch genauer), gehen die Steuern eben woanders hin. Fazit: ich bewerbe mich mal zu gegebener Zeit bei Lucas Flöther...

  3. Dietmar Pedersen
    Erstellt 8. März 2019 11:09 | Permanent-Link

    Wahrscheinlich sind nicht wenige der 150 Mitarbeiter auch Geringverdiener oder Teilzeitarbeiter. Daher dürfte die Summe pro Vollzeitstelle noch höher liegen.

    Das Geld stammt übrigens nicht vom Steuerzahler, sondern aus der Insolvenzmasse.

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