Airline-Verband

Iata warnt wegen Brexit-Unsicherheit vor Chaos

Der Airline-Verband Iata warnt vor den Folgen eines ungeregelten Brexit. Es könne zu „ernsthaften Störungen im Flugverkehr“ kommen.

Flugpassagiere und Wirtschaft müssen bei einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU im Frühjahr 2019 mit ernsthaften Störungen im Flugverkehr rechnen. Davor warnt der Airline-Verband Iata. „Ohne Deal brauchen wir dringend einen Notfallplan, aber selbst das wird wahrscheinlich kaum reichen, um kurzfristig Störungen zu vermeiden“, sagte Rafael Schvartzman, stellvertretender Iata-Leiter Region Europa, in Genf.

Der Verband begrüße die angekündigten Schritte der EU und Großbritanniens in die Richtung, allerdings bräuchten die Airlines deutlich mehr Details. Und: „Der Brexit ist für die Industrie nicht gut“, sagte Iata-Generaldirektor Alexandre de Juniac. Dennoch rechnet der Verband für die gesamte Branche mit hohen Nettogewinnen. Schvartzman rief die Unterhändler beider Seiten auf, sich zumindest auf die gegenseitige Anerkennung von Lizenzen sowie Sicherheits- und Industriestandards zu einigen. Andernfalls müssten etwa sämtliche Gepäckstücke von Passagieren, die über Großbritannien nach Europa reisen, nach dem Ende der britischen EU-Mitgliedschaft erneut durch die Sicherheitskontrolle, und lange Schlangen an der Passkontrolle seien unvermeidbar.

Ungeachtet der Unsicherheiten rechnet der Verband 2019 mit dem zehnten Nettogewinn-Jahr in Folge, einem Rekord in der Branche der Industrie, wie Chefökonom Brian Pearce sagte. Die Airlines dürften 35,5 Mrd. US-Dollar (etwa 31,3 Mrd. Euro) Gewinn machen, nach 32,3 Mrd. Dollar in diesem Jahr. Die Zahl der beförderten Passagiere werde steigen, von 4,3 auf fast 4,6 Milliarden, die Wachstumsrate gehe aber leicht von 6,5 auf 6 Prozent zurück. (dpa)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats