Airline-Insolvenz

Germania bleibt ohne Investor nun endgültig am Boden

Germania bleibt endgültig am Boden und wird jetzt abgewickelt. Betroffen sind rund 1700 Mitarbeiter.
Germania
Germania bleibt endgültig am Boden und wird jetzt abgewickelt. Betroffen sind rund 1700 Mitarbeiter.

Die insolvente Airline Germania steht vor der endgültigen Abwicklung. Alle Gespräche mit potenziellen Investoren haben sich zerschlagen. Auch der letzte seriöse Bieter, mit dem Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg zuletzt verhandelt hat, ist jetzt abgesprungen.

"Angesichts der Ausgangslage war es von Anfang an klar, dass eine Rettung extrem schwierig sein würde", sagte Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg jetzt nachdem auch der letzte potenzielle Investor einen Rückzieher gemacht hat. Man habe buchstäblich versucht, den Interessenten den roten Teppich auszurollen. "Leider konnte oder wollte keiner darüber gehen", so Wienberg weiter.

Abgesagt hat nicht nur der verbliebene Interessent für eine Übernahme des Flugbetriebs. Auch die beiden Interessenten für Wartung und Technik haben sich aus dem Bieterprozess zurückgezogen. Parallel zu diesen Optionen hatte Wienberg in den letzten Tagen noch versucht, eine Fortführungslösung im Rahmen eines Wet-Lease auf die Beine zu stellen. Auch diese Möglichkeit habe sich kurzfristig zerschlagen, teilt der vorläufige Insolvenzverwalter mit.

Knackpunkt in allen Fällen – so laut Wienberg die Rückmeldung der Investoren – war der extrem enge Zeitrahmen:  Am 31. März endet der Insolvenzgeldzeitraum. Weil Germania für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs aber aus eigener Kraft die Mittel fehlen, musste bis dahin die Investorenlösung stehen. "Weniger als zwei Monate sind für die Investoren sehr wenig, um eine Übernahme zu planen, durchzurechnen, darüber zu entscheiden", so Rechtsanwalt Wienberg."Zumal der Fall aufgrund des Groundings, der geleasten Maschinen und der entzogenen Betriebsgenehmigung  außerordentlich komplex war."

Da nun keine Fortführungsperspektive mehr besteht, müssen die Fluggesellschaft sowie die ebenfalls insolventen Tochterfirmen abgewickelt werden. Betroffen sind rund 1700 Mitarbeiter. Sie erhalten in den nächsten Tagen ihre Kündigungen und werden zu Anfang April freigestellt.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Hans MEIXNER
    Erstellt 25. März 2019 12:00 | Permanent-Link

    So zerstört man auch noch das restliche Vertrauen in dieser Branche.
    Was da so in letzter Zeit an Insolvenzen bei Airlines und Reiseveranstaltern abläuft ist schon erschreckend!

  2. Paarmann
    Erstellt 25. März 2019 15:22 | Permanent-Link

    Dies kann man wohl betrügerischen Bankrott nennen und still ruht der See - kein Politiker äußert sich

  3. Hans MEIXNER
    Erstellt 25. März 2019 15:54 | Permanent-Link

    Eigentlich sollte die Politik für alle Geschäftsbereiche, welche Vorauszahlungen fordern, ein Ausfallversicherung vorschreiben. Nur so kann der Verbraucher vor solchen Machenschaften geschützt werden.

  4. Volker Schupetta
    Erstellt 25. März 2019 18:20 | Permanent-Link

    Wo sind denn unsere solventen Reiseveranstalter? Wo sind denn Investoren ? Alleine an der Zeit kann es nicht gelegen haben, aber vielleicht am Preis? So wie in der gesamten Luftfahrtindustrie. Am besten noch Geld heraus bekommen? Schade! Schlagen wir uns eben diesem Sommer wieder mit Schlüpper Air und Absurdistan open Sky herum! :-(

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats