Air-Berlin-Insolvenz

Verkauf rückt näher

2012 war Air Berlin zuletzt in den schwarzen Zahlen.
Air Berlin
2012 war Air Berlin zuletzt in den schwarzen Zahlen.

Wer kauft welchen Teil der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft? Nach dem Insolvenz-Antrag ist ein klares Konzept noch nicht erkennbar. Vorstandschef Winkelmann verhandelt nicht mehr allein.

Nach dem Insolvenz-Antrag von Air Berlin gehen die Sanierungsbemühungen für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft weiter. Vorstandschef Thomas Winkelmann verhandelt mit Lufthansa und weiteren Interessenten über einen Verkauf von Teilen der Airline. Dabei arbeitet er nach Unternehmensangaben nun mit einem Generalbevollmächtigten zusammen, dem Düsseldorfer Jurist Frank Kebekus. Als Sachwalter überwacht der Rechtsanwalt Lucas Flöther für die Gläubiger das Verfahren. Der Flugbetrieb ist durch einen Kredit des Bundes noch für etwa drei Monate gesichert.

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit schloss negative Effekte im Flugbetrieb jedoch nicht aus. Ihr Vorstand Markus Wahl sagte der „Saarbrücker Zeitung“ dennoch: „Ganz grundsätzlich kann ich nur dafür werben, dass die Kunden der Fluggesellschaft ihr Vertrauen schenken.“ Mit der Bundesregierung stehe ein potenter Kreditgeber im Hintergrund.

Die Stiftung Warentest wies darauf hin, dass die Tickets gültig bleiben und Flüge weiterhin buchbar seien. „Sollte Air Berlin den Flugbetrieb doch irgendwann einstellen und der Flug auch nicht von einer anderen Airline übernommen werden, erhalten Kunden wahrscheinlich nur wenig oder nichts vom Ticketpreis zurück“, warnte die Stiftung.

Air Berlin hatte am Dienstag die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, dabei bleibt das bisherige Management in Verantwortung. Aktueller Auslöser der Insolvenz ist nach Unternehmensangaben, dass der Großaktionär Etihad kein weiteres Geld in die defizitäre Fluggesellschaft stecken will.

Eine Teilübernahme durch den Lufthansa-Konzern muss nach Auffassung eines Verbraucherschützers nicht automatisch zu höheren Ticketpreisen für Passagiere führen. „Es wird auch darauf ankommen, wer noch zum Zuge kommt“, sagte der Touristik-Experte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Felix Methmann, der Deutschen Presse-Agentur. Der Wettbewerb auf dem deutschen Luftverkehrsmarkt könne sich künftig durchaus verschärfen, erklärte er mit Blick auf die Angebote zahlreicher europäischer Billigfluggesellschaften.

Easyjet soll Branchengerüchten zufolge an Teilen von Air Berlin interessiert sein. Weder Easyjet noch Air Berlin wollten das bislang kommentieren. (dpa)


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