650 Flüge gestrichen (Update)

Streik an Berliner Flughäfen bis Mittwoch

Erneut streikt das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. Hunderte Flüge fallen aus. Die Gewerkschaft Verdi hat den Ausstand jetzt noch um einen Tag verlängert.

Reisende an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld müssen bis Mittwochmorgen mit Flugausfällen rechnen. Der am Montagmorgen begonne Streik des Bodenpersonals werde bis 5.00 Uhr am Mittwoch verlängert, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Am Montag wurden wegen des Ausstands fast alle Flüge von und nach Berlin gestrichen.

Für diesen Montag wurden 465 Abflüge in Tegel und 195 Starts in Schönefeld gestrichen, wie ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg mitteilte. Allein bei der Lufthansa und ihren Konzerntöchtern sind es jeweils 90 Flüge von und nach Berlin. „Wir bitten alle Passagiere, sich vor Reisebeginn bei Ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Flugstatus zu erkundigen“, sagte der Sprecher.

Die Auswirkungen dürften an diesem Dienstag ähnlich sein, Montagnachmittag soll das genauer abzusehen sein. Wie bereits bei den Streiks am Freitag werden jeweils 25 ankommende Flüge ersatzweise in Leipzig und Dresden landen, wie ein Sprecher des Betreibers beider Flughäfen sagte. In Dresden betrifft das überwiegend Flüge von Easyjet, nach Leipzig werden ausschließlich Ryanair-Maschinen umgeleitet. Die Passagiere würden dann mit Bussen nach Berlin gebracht. Die Flugzeuge kehrten in der Regel leer zurück.

Bei Flugausfällen infolge eines Streiks muss die Fluggesellschaft Kunden eine alternative Beförderung per alternativem Flug, Bus oder Bahn anbieten. Das regelt die Fluggastrechte-Verordnung der EU. Fällt der Flug definitiv aus, dürfen Kunden außerdem das Ticket zurückgeben. Beim aktuellen Streik können Kunden von Air Berlin, Lufthansa und Easyjet kostenlos umbuchen oder stornieren.

Auch Berlins Regierender Bügermeister betroffen

Von dem Streik war auch die dreitägige Reise von Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) nach Moskau betroffen. Die Senatskanzlei musste Ersatzflüge über Dresden organisieren. Verdi-Streikleiter Enrico Rümker sagte am Montagmorgen, man warte nun auf ein Angebot der Arbeitgeber.

Die Gewerkschaft fordert in dem Tarifkonflikt bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an – bei einer Laufzeit von drei Jahren.

Das Gesamtvolumen betrage acht Prozent mehr Geld als im Moment ausgegeben werde, so ein Sprecher des Forum der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg. In diesem sind die an den Flughäfen tätigen Unternehmen organisiert. Nach Angaben von Verdi würde ein einfacher Beschäftigter auf dieser Grundlage pro Arbeitsstunde 27 Cent mehr erhalten. Erst am Freitag waren Hunderte Flüge in Tegel und Schönefeld ausgefallen.

Der Ausstand traf auch zahlreiche Besucher der am Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in der Hauptstadt, die am Sonntagabend endete. Wie schon bei früheren Streiks leiteten einige Fluglinien bestimmte Flüge um, etwa nach Dresden und Leipzig, deren Flughäfen jeweils rund 25 Landungen übernahmen. (dpa)

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