Top-unter-30-Nominierte

Matthias Müller will mehr Bahnfahrer finden

Matthias Müller treibt die Expansion von Flixtrain voran – und will Bahnfahren günstig und modern machen. Müller gehört zu den insgesamt 15 Nominierten der Endrunde des fvw-Talentwettbewerbs "Top unter 30", die wir in diesen Tagen vorstellen.

Der Student startete als Praktikant bei Flixbus und hatte gleich einen Job: Matthias Müller (28) begleitete 2015 die Fusion von Mein Fernbus und Flixbus, ein Jahr später die Übernahme von Megabus. Nebenbei tüftelte er mit den Flixbus-Gründern an der Idee herum, Busse mit Zügen zu kombinieren. 2017 ging Flixtrain an den Start: Als Head of Train suchte Müller mögliche Bahnpartner, geeignete Trassen und Wagenmaterial. "Waggons und Züge zu finden, ist die größte Herausforderung", sagt Müller, der mit Flixtrain ein Start-up im Start-up aufbaute. Dabei war die ganze Zugtechnik komplettes Neuland für ihn: Es geht um Trägergestelle, Stromspannung in Waggons und was bei W-LAN beachtet werden muss.

Der 28-Jährige kniet sich rein, baut die Flixtrain-Marke auf und leitet heute "auf Augenhöhe" ein 16-köpfiges Team und steht gerade kurz vorm Abschluss seines MBA-Studiums. "Ich möchte beweisen, dass Bahnfahren auch anders geht – günstig und modern." Es kommt an: Flixtrain hat bis jetzt mehr als eine Million Fahrgäste befördert, betreibt sechs Züge und fährt aktuell mit einer Auslastung von 70 Prozent – natürlich mit Ökostrom – auf drei deutschen Strecken.


"Ich will noch mehr Menschen auf die Schiene bringen", sagt Müller, der auf längeren Strecken viel Potenzial sieht. Neuen Rückenwind bekommt er durch die aktuelle Ökodebatte. Müller: "Zugfahren muss günstiger als Fliegen sein." Gerade feilt er an der Expansion in Schweden, der Heimat der jungen Klimaaktivistin Greta.


Schon seit 2013 veranstaltet die fvw-Redaktion den Talentwettbewerb "Top unter 30". Ziel ist es, engagierte Nachwuchskräfte und junge Selbstständige in der Touristik zu entdecken und zu fördern. Aus den 15 Finalisten wählt eine Jury die Gewinner, die im September auf dem fvw Kongress in Köln geehrt werden.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Andreas Möller
    Erstellt 20. Juli 2019 14:58 | Permanent-Link

    Nur günstigeres Zugfahren genügt aber leider nicht. Flixtrain sollte auch in Deutschland endlich in die Fläche gehen, so wie das offenbar in Frankreich von Anfang an angedacht ist. So wie die Strecke Paris Nord--St. Quentin--Lille--Bruxelles Midi über Altstrecken angedacht ist, so sollte dasselbe auch etwa auf der Saaletalstrecke Naumburg--Jena--Saalfeld--Bamberg geschehen.

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