WTTC

Was ist, wenn alle reisen?

Das Öl wird teurer, der Reis wird knapp - und nun will auch noch alle Welt reisen. Geht das?

von Klaus Hildebrandt, 23.04.2008, 08:46 Uhr

Es gibt wohl außer der ITB und dem World Travel Markt keine Veranstaltung, auf der die Touristikbranche sich derart global trifft, wie auf dem Welt-Tourismusgipfel, dieses Jahr in Dubai. Anders als bei den großen Messen mit ihren zig-tausend Teilnehmern ist bei dem vom World Travel & Tourism Council (WTTC) organisierten Gipfel mit seinen rund 1000 Teilnehmern noch die Chance zur Begegnung. Deutlich wurde dieses Jahr in Dubai: Länder wie China, Indien, Russland und auch die arabischen Staaten entwickeln im Outgoing-Tourismus ein neues Selbstbewusstsein. Allen Finanz- und Ölkrisen zum Trotz wächst die Branche deshalb kräftig weiter. In Dubai etwa liegt die duchschnittliche Hotelauslastung bei 84 Prozent. "Was ist, wenn alle in der Welt reisen?", fragte schon mal besorgt die US-Fachzeitschrift "Travel Weekly" in einem Bericht zum Gipfel. Die Zeiten, als Amerikaner, Westeuropäer und Japaner alleine im Freizeitdress und mit Fotoapparat um die Welt streiften, sind vorbei. Deshalb sind all die kühnen Wachstumsphantasien, die in Dubai von vielen Ländern und Unternehmen zu hören sind, durchaus ernst zu nehmen. Wer hätte denn etwa vor zehn Jahren gedacht, dass sieben Millionen Menschen und bald wohl 15 Millionen pro Jahr ihren Urlaub in Dubai verbringen? Die europäische und speziell die deutsche Perspektive ist nicht immer das richtige Maß - auch wenn alle aufstrebenden Touristiknationen weiter die qualitätsbewussten deutschen Gäste schätzen. Immerhin ein kleiner Trost.

Kommentare

von Wolfgang Hoffmann, 24.04.08, 15:17
Erstmal, wir sollten bitteschön bedenken, dass es immer ein geringer teil der menschheit gewesen ist, der Reisen, im Sinne von Urlaubmachen, konnte. Bei den anderen Menschen hieß eine derartige Mobilität: Flucht. Dann sollten wir bedenken, dass nichts-so-bleibt-wie-es-ist. Darauf, dass Menschen anderer Länder und Kulturkreise auch als Touristen zu uns kommen, sollten wir vom Vertrieb uns brutalstmöglich einstellen - genauso, wie darauf, dass wir Deutschen auch den Nicht-Flugurlaub irgendwann bevorzugen werden. Ich persönlich setze mich sowieso nur noch unter Androhung von Prügel in diese Folterinstrumente, "Flugsitze" genannt!

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