Wochenschau

Wechselspiele der Touristik

Ralph Schiller wechselt zu FTI, die Kreuzfahrer werden zum Massen-Täufer und unser Innenminister nimmt sich an den US-Sicherheitsbehörden ein Beispiel. Hier die neue Wochenschau.

von Klaus Hildebrandt, 15.04.2011, 12:47 Uhr

1. Als FTI-Chef Dietmar Gunz zur ITB seine neue Konzernstruktur vorstellte und ein neues Kästchen für einen Geschäftsführer Marketing und Vertrieb schuf, begann das Rätselraten, wer da wohl in München an Bord geht. Jetzt ist klar, dass Rewe-Vertriebschef Ralph Schiller das in den vergangenen Jahren stark gewachsene Gunz-Imperium verstärkt. Der FTI-Chef erhält damit zweifellos eine sehr gute Verstärkung. Ob die Rewe, wie angekündigt, wirklich "zeitnah" über eine Nachfolge entscheidet, muss man mal sehen. Gut möglich, dass Rewe-Vorstand Norbert Fiebig, der sich ab Mitte des Jahres ganz auf die Touristik konzentriert, vorher noch mal über die Strukturen der Touristiksparte nachdenkt.

2. "... und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel". Den Taufspruch für Schiffe beherrsche ich, gleichwohl werde ich wegen des falschen Geschlechts nie die Ehre erhalten, mal ein Kreuzfahrtschiff zu taufen. In diesem Jahr ist wirklich viel los: Vergangenes Wochenende die Aida Sol in Kiel mit Reisebüro-Chefin Bettina Zwickler als Taufpatin. Wenn alle Exepdienten am Counter so überzeugend auftreten wie die Kielerin, kann man alle Reiseportale abschalten. Meine Kollegin Christiane von Pilar war bei den Taufen von Arosa und TUI gleich zweimal am Main in Frankfurt im Einsatz. Und es geht munter weiter, neben Aida gibt es allein sechs weitere Taufe von Hochseeschiffen in Europa wie die Mein Schiff 2 von TUI Cruises oder die Costa Favolosa in Triest. Und okay, liebe Kreuzfahrt-Veranstalter, ich stelle jetzt auch gar nicht die immerwährende Journalisten-Frage, ob das Marktwachstum denn für so viel zusätzliche Kapazität reicht ...

3. Über den Datenhunger und die Terror-Phobie der US-Sicherheitsbehörden hat sich die deutsche Reisebranche, allen voran die Geschäftsreise-Lobbyisten, ordentlich aufgeregt. Nun will unser neuer Innenminister Hans-Peter Friedrich offenbar in die selbe Kerbe schlagen und den Sicherheitsbehörden jederzeit Zugriff auf die Passagierdaten erlauben. Es wäre möglich, dass die Sammelwut nach der Luftverkehrsteuer und den Flüssigkeits-Regelungen beim Check-in weiter dazu beiträgt, den Leuten das Fliegen zu verleiden. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass das den meisten Passagieren ganz egal ist. Wer sich auf Facebook und im Internet schon der ganzen Welt offenbart hat, hat auch vor professionellen Datensammlern keine Angst mehr.

Kommentare

von Andreas Schulte, 15.04.11, 17:50
"Den Taufspruch für Schiffe beherrsche ich, gleichwohl werde ich wegen des falschen Geschlechts nie die Ehre erhalten, mal ein Kreuzfahrtschiff zu taufen." Stimmt - das ist eigentlich ein eklatanter Fall von Diskreminierung. Da sollte man mal mit den Gleichstellungsbeauftragten drüber sprechen.

von Gernot K., 18.04.11, 11:38
Ralph Schiller ist meiner Meinung nach eine gute Wahl für Marketing & Vertrieb bei FTI! Der Typ ist vom Fach, hat die Branche von der Pike auf kennen gelernt (gelernter Reisebürokaufmann). Und bringt auch das strategische Rüstzeug mit. Hab ihn mal auf einer Veranstaltung persönlich kennen gelernt. Sympathisch geblieben trotz steilen Aufstiegs! Ist nicht selbstverständlich: Anderen steigt so was manchmal allzu sehr in den Kopf! Alles Gute Herr Schiller!

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