Wochenschau

Ramone rockt, Ägypten hofft

Streiks, Ägypten-Petition, Cook-Werbung und Neues von der fvw – die ganz persönliche Wochenschau.

von Klaus Hildebrandt, 30.03.2012, 10:36 Uhr

1. Wir hatten in diesem Frühjahr noch keine Aschewolke aus Island (wir hatten auch in den Vorjahren keine wirkliche, aber das ist eine andere Geschichte). Stattdessen haben Streiks an deutschen Flughäfen und der Generalstreik in Spanien nicht nur die Reisenden, sondern auch die gesamte Reisebranche genervt. Hoffentlich ist diese böse Woche kein Omen für die Osterferien.

2. Ägypten-Spezialist ETI hat nun die seit längerem geplante Petion für die Absenkung der Luftverkehrssteuer auf den Weg gebracht. Bis jetzt haben 664 Menschen auf dem Online-Portal unterzeichnet. Darunter bin auch ich. Denn ich bin der Meinung, wenn man Ägypten auf dem Weg zur Demokratie helfen will, nützte eine Gleichbehandlung mit Zielen wie Tunesien oder den Kanaren mehr als viele schöne Worte, die es von Politikern auf der ITB zu hören gab.

3. Heute erscheint die neue fvw. Der Beruf des Bankers hat ja stark an Ansehen eingebüßt. Aber neben den Großbanken gibt es eben dort auch Mittelständler wie Raiffeisen-Banker Wolfgang Altmüller aus dem Epizentrum der globalen Finanzmärkte Altötting, der zwar nicht mit Mega-Visionen, dafür mit gesundem Menschenverstand ausgerechnet in das Branchensegment investiert, das andere Finanzmanger nur mit der Kneifzange anfassen: Reisebüros. Warum das ein lukratives Geschäft ist (und vieles mehr) lesen Sie in der neuen fvw.

4. Die Streichung der Ticket Service Charge bei Lufthansa und anderen Fluggesellschaften ist natürlich auch Thema der neuen fvw. Über die Folgen für den Vertrieb und die Frage, wie Reisebüros nun agieren sollten, infomiert ein fvw Brennpunkt am Donnerstag, den 26. April im Maritim Hotel in Frankfurt. Den ersten fvw Brennpunkt gab es vergangenes Jahr zum DRV-Datenstandard. Diese Tagesveranstaltung werden wir auch künftig organisieren, wenn Themen "brennen" so wie aktuell die Vertriebspolitik der Airlines.

5. Bei Thomas Cook UK liegen die Buchungen nach der Kreditklemme vom November unter Vorjahr, aber das Geschäft berappelt sich dort wieder. CEO Sam Weihagen führt dies auch auf die neue TV-Kampagne in Großbritannien zurück. Und ich muss sagen, der Spot hat wirklich Power. Mir gefällt besonders der Sound, der von Joey Ramone, dem längst verstorbenen Sänger der Punkrock-Band Ramones, stammt. Da werden sich die Jüngeren nicht mehr erinnern. Nur soviel: Die Ramones haben den wirklichen Thomas Cook nicht mehr gekannt.

Kommentare

von Jürgen Barthel, 30.03.12, 12:17
Zu 2.: Gibt es mehr als schöne Worte von den Politikern? "Taten sagen mehr als 1.000 Worte", aber wenn man sich die Untaten der Politiker ansieht, wenn es um Tourismus, Luftverkehr, aber auch demokratischen Wandel in bisherigen "Schurkenstaaten" wie auch diktatorisch geführten Urlaubsländern geht (ich verweise zu gern auf die ARD Monitor-Dossiers zu anderen Themen), dann macht sich die Politik ganz allgemein unglaubwürdig! Und wenn dann ein Flughafen bestreikt wird, wird das hingenommen, obwohl hier jeder Flug die Wirtschaft schädigt! Zu 4.: Leider kann ich nicht kommen. Mir fehlt - wie für die gesamte Tourismusindustrie - eine gemeinsame Strategie. Wenn Lufthansa die Reisebüros benachteiligt sollte man mal fragen, welche Strategie Lufthansa verfolgt. Vielleicht will die ja die Reisebüros benachteiligen? Oder sie hat es nicht zu Ende gedacht? Auch Nullprovision macht allein keinen Sinn, nur, wenn man den Handelsvertreterstatus beendet und Handelsstrukturen aufbaut (Industrie, Groß- und Einzelhandel, Endkunden-/Werksverkauf, ...). Dann aber gibt es weiterhin den "Empfohlenen Verkaufspreis" und Händlerrabatte (statt Provisionen). Und die Kalkulation, wie der Endpreis zustandekommt, geht den Kunden nix mehr an! Oder weiss irgendwer, wie viel der Händler (in diesem Fall oft Handelsvertreter) im Autohaus Provision bekommt? Oder welchen Einkaufspreis Aldi pro Joghurtbecher bezahlt?! Das ist alles blanke Theorie, so lange sich niemand Gedanken macht, wo wir hingehen (wollen). Eine Aufforderung meinerseits an FVW, da dran zu bleiben, aber vor allem an die Verbände, hier in Richtung Zukunft zu steuern - im Moment treiben wir offenbar steuerlos irgendwo im Ozean? Eine "Linie" oder ein gemeinsames Zielverständnis innerhalb unserer Branche ist für mich jedenfalls nicht zu erkennen. Dementsprechend haben wir keine Lobby, denn so lange wir keine gemeinsame Linie "als Branche" haben, uns verzetteln, sind wir keine Gesprächspartner sondern werden je nach Bedarf von der Politik und den Medien gegeneinander ausgespielt!

von Robert Dorka, 30.03.12, 12:30
ad 5) Dinge für die Herr Ramone in seinem Leben einstand ist TC definitiv nicht. Zu TC paßt meiner Meinung nach der AC/DC Titel "It's a long way to the top if you wanna rock 'n' roll" viel besser.

von Stefan Werner, 30.03.12, 12:40
In Englang gibt Thomas Cook wenigstens Geld für TV-Werbung aus, in Deutschland habe ich da dieses Jahr noch nichts gesehen. Oder schaue ich die falschen Sender? Mein Lieblings-Werbespot von Neckermann ist übrigens schon etwas älter: Da geht es um Reisen in den Libanon. Das waren noch Zeiten! http://www.youtube.com/watch?v=w6329-QWVFU

von Dietmar Pedersen, 30.03.12, 13:48
@ Stefan Werner Der Neckermann-Spot ist wirklich gut. Wenn ich heutzutage die Werbung von Spanien, Zypern, Türkei oder Nordafrika sehe, sieht doch alles gleich aus. Wenn zum Schluss der Ländername nicht gezeigt würde, kann selbst der Fachmann nicht erkennen, welches Land beworben wird. Liebe Fremdenverkehrsämter: Man ein wenig was bei Sixt & Co. abgucken - dann funktioniert Werbung auch.

von Horst, 30.03.12, 16:56
TV-Werbung: Commercials in Deutschland kann sich TC Deutschland/Neckermann-Reisen aufgrund der Geschäftsentwicklung und Margen nicht "gönnen". Das Budget muss mehr in Performance-Maßnahmen gesetzt werden, bzw. in unmittelbare Leistungen, die zu Buchungen führen. Der Multichannel-Vertrieb verbietet aber eine Konzentration auf einen einzigen Kanal. Werbung für Buchungen im Reisebüro performt nicht, der Medienbruch und die Austauschbarkeit sind zu groß. Eine Kampagne, die auf Online-Sales abzieht (siehe unister mit aidu, reisen.de, flüge.de) ist nicht umsetzbar, dann agieren die Reisebüros als stationärer Umsatzverhinderer und verkaufen lieber TUI oder andere (über social media ist hier die Vernetzung schnell erledigt). Es fehlt: Ein klares Markenbild! Länder werben eben nur mit Sonne, Strand, Meer, Erlebnis, Emotion, Wohlfühl - eben die ganzen soft skills. Das ist so austauschbar und bringt wenig bis nichts, denn es gibt keine Erfolgszuordnung (plus jede Menge Streuverluste). TV im Reisemarkt ist mit dem eCommerce-Startpunkt für Veranstalter nicht einfacher geworden. Allerdings, mit Jogi Löw gibt es doch einen, der es sich "leistet"...

von Klaus Hildebrandt, 30.03.12, 17:16
@Horst: Jogi ist schon nicht mehr aktiv für die TUI (der muss sich ja in diesem EM-Jahr auch ums Kerngeschäft kümmern), die TUI wirbt nun mit ihren Hotelkonzepten im TV.

von Horst, 30.03.12, 17:21
@Klaus Dachte, dass Kerngeschäft sind mittlerweile die Werbeverträge...;-) Wollte damit nur ausdrücken, dass ein Veranstalter am Markt eine TV-Strategie hat.

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