Wochenschau

Der Job des Jahres

Ryanair sucht einen Marketingchef, Thomas Cook wird zum Europa-Apostel, Aida fährt ganzjährig ab Hamburg und Bild macht gemeinsame Sache mit Tripadvisor. Die Wochenschau von Klaus Hildebrandt.

von Klaus Hildebrandt, 11.10.2013, 14:37 Uhr

1. Am Dienstag war ich bei der Präsentation der neuen Aida-Schiffsgeneration. Ein bemerkenswertes Schiff, das nach amerikanischem Vorbild selbst immer stärker zur Destination wird. Das Konzept kam bei der Präsentation vor Presse und Vertrieb an, nur an dem spitz zulaufenden Bug scheiden sich die Geister. Für mehr Gesprächsstoff, auch auf fvw.de, sorgte aber fast noch das Routing. Ganzjährig geht es ab Hamburg nach Westeuropa. Das ist mutig, vor allem wenn im Winter eisige Winde über die Nordsee peitschen. Aber die Rostocker haben schon mal geprobt und die Saison mit anderen Schiffen stark ausgedehnt. Den Gästen soll es auch im eisigen Februar an Bord gefallen haben – dann muss eben Glühwein für die nötige Wärme (und ordentlich Bordumsatz) sorgen.

2. Beim Konzerncheck auf dem fvw Kongress wurde deutlich, wie stark TUI und Thomas Cook inzwischen europaweit einkaufen, produzieren und Hotelkonzepte ausrollen. Bei Thomas Cook werden nun bei Auto-, Städte- und Flugreisen gemeinsame Plattformen geschaffen, auch die Airlines im Konzern rücken enger zusammen. TC-Manager Peter Fankhauser setzt dabei auf viele vertraute Gesichter aus Deutschland – das spricht für die Qualität der Touristiker hierzulande.

3. Ryanair sucht einen Verkaufs- und Marketingchef, der direkt an CEO Michael O'Leary berichten soll. Bevor Bewerber nun schon mal gängige F- und Schimpfwörter des Chefs sowie Tiraden gegen "bloody bureaucrats from Brussel" üben, sei ihnen gesagt, dass der Job gerade darin besteht, den Carrier vom Rowdy-Image zu befreien. O'Leary schlägt auf einmal versöhnlichere Töne gegenüber Reisebüros an und will mehr Geschäftsreisende gewinnen. Dazu muss ein neuer Marketingchef das Image aufpolieren.

4. Der Springer-Titel Bild kooperiert mit Trip Advisor bei dem neuen Reiseportal Travelbook. Das Bewertungsportal, das sich inzwischen zum Hotel-Metasearcher weiterentwickelt, stellt viele Inhalte. Das eher im Stile einer Reisecommunity gehalte Design gefällt, aber so recht hat sich mir die Innovation noch nicht erschlossen. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich als langjähriger Beobachter irritiert bin, wenn mir nicht gleich die gängige Buchungsabfrage-Maske entgegen scheint.

Kommentare

von Horst, 11.10.13, 16:31
Zu 2. Wie lange hat TC eigentlich gebraucht, um das zu erkennen? "Oh, da kauft jedes Land eigenständig ein und jeder am Ende auch noch die gleichen Artikel/Hotels/Leistungen...?" Green - eben keine Touristikerin - scheint den ewig Gestrigen gestrandeten Touristikern wohl wirklich zu erklären wie es geht. Ok, dass man den Bock zum Blaser... ähhh Gärtner macht liegt an der Vetternwirtschaft, aber vielleicht ist mit einem Umzug in die Schweiz allen Beteiligten geholfen...;-) (oder wenn man es anders sehen will: "es spricht für die Qualität der Touristiker hierzulande..." ;-) ;-) ;-) Zu 4. So lange der mittlerweile bärtige Chef immer noch Innovationsluft in Mountain View einatmet passt die Travelbook-Strategie ins Portfolio. Wer den traffic hat erreicht die Massen, und die sind bekanntlich wichtig im eCommerce. Und bei dem "Qualitätsjournalismus" bedarf es eben auch an Content, Content, Content...

von Thomas Barth, 22.10.13, 13:49
Hallo KLAUS, Hallo liebe FvW, in der Berichterstattung um die "GELIEBTE" Firma Unister mit all ihren "Kindern" wird so gut wie nichts berichtet! Warum denn nur? Da gäbe es doch so viel zu schreiben! Bitte um kurze Mitteilung! Vielen Dank T.Barth

von Klaus Hildebrandt, 23.10.13, 11:12
Hallo Herr Barth, über Unister schreiben wir doch ständig (und zwar soviel, dass einige Leser schon fast eine Unister-Overkill haben). Auch in der aktuellen fvw ist Unister mal wieder Thema: Da geht es um den Provisionsstreit mit Thomas Cook und die Frage, wie es weitergeht, wenn TUI, Alltours und JT gar nicht mehr und die Thomas-Cook-Marken nur noch "unter dem Ladentisch" verkauft werden. Beste Grüße, Klaus Hildebrandt

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