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„Will ich haben“ gefällt mir

Schon lange wurde darüber gemunkelt, nun scheint Facebook in Sachen E-Commerce ernst zu machen: In den USA können Mitglieder des sozialen Netzwerks derzeit den „Want“-Button testen. Damit können Nutzer Wunschlisten erstellen und teilen. Die Idee ist ziemlich clever und nur die Konsequenz aus den Möglichkeiten des sozialen Netzwerks. Ich bin gespannt, wann der Dienst nach Deutschland kommt – hoffentlich vor Weihnachten.

von Lisa Hemmerich, 10.10.2012, 16:55 Uhr

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Facebook-Nutzer, die bei einer Firma auf „Gefällt-mir“ geklickt haben, können sich durch die Kollektionen klicken und bei einzelnen Produkten auf „Want“ („Will ich haben“-Button) klicken, wie der US-Technik-Blog Techcrunch berichtet. Versuchsweise wird auch ein „Collect“- oder „Like“-Button angezeigt. Dabei kooperiert das soziale Netzwerk derzeit mit insgesamt sieben Einzelhändlern, wie etwa dem Einrichtungshaus Pottery Barn und der Unterwäschekette Victoria’s Secret. Damit nicht genug: Auch ein Kauf der Produkte soll möglich sein, allerdings über die Online-Läden der Einzelhändler.

Dennoch bedeutet das den Einstieg Facebooks in den E-Commerce-Markt – und das mit der vollen Kraft des sozialen Netzwerks. Statt passiv Werbeanzeigen anzuschauen, teilt der Nutzer mit, was ihm gefällt und kann hoffen, dass Freunde es ihm schenken. Oder Freunde orientieren sich am Geschmack der anderen Nutzer.

Dabei sollen die Einzelhändler nicht extra dafür zahlen, ihre Kollektionen statt einzelner Fotos zu präsentieren, schreibt Techcrunch. Auch soll Facebook keine Gebühren oder Absatzbeteiligungen verlangen. Stattdessen sei geplant, dass das soziale Netzwerk Werbung für „Gefällt-mir“-Klicks vermarktet, denn nur Kunden, denen ein Unternehmen gefällt, sollen die Kollektionen zu sehen bekommen.

Auch wenn das die Kommerzialisierung meiner Facebook-Freunde bedeutet – mich würde schon interessieren, was denen so gefällt. Auf jeden Fall ist das interessanter, als ein Foto von einem Mittagessen. Klar, auch ich kaufe und informiere mich online – bis ich das allerdings über Facebook mache, muss das Angebot noch enorm ausgeweitet werden. Oder es müsste eine Verbindung zu anderen Online Shops hergestellt werden, wie bereits bei "Gefällt mir". Dann würde ich bei einem bestimmten Produkt in einem Strore auf "Will ich haben" klicken und es würde auf meiner Facebook-Wunschliste erscheinen.

Was meinen Sie?

Kommentare

von Bernd Hellmuth, 11.10.12, 11:47
Sicher interessanter als ein Foto vom Mittagessen, das ist klar! Der Want-Button stellt wohl eine der wichtigsten Innovationen im E-Commerce dar. User haben endlich wieder die Möglichkeit zu sagen was sie wollen/wünschen. Und Unternehmen müssen nur noch verteilen. Der User "berät sich selbst" oder wird von Freunden beeinflusst. Das Unternehmen muss nur noch den User einsammeln und die Bestellung abwickeln. Wann wird Facebook wohl "Product Pages" einführen auf denen man als Unternehmen einzelne Produkte präsentieren kann? Dort macht der Want-Button doch richtig Sinn, dort wäre er der "Buchungsbutton". Oh du schöne neue Online-Welt. PS: Ich bin nicht ganz sicher ob es Euphorie oder Sarkasmus ist...

von Horst, 11.10.12, 14:47
Die Haupteinnahmequelle wird nicht die Vermarktung von "gefällt mir"-Clicks sein, sondern das Plus an Targeting-Maßnahmen für Unternehmen. User want something - und ein Unternehmen kann passend (noch mehr) Werbung schalten. Criteo und andere Retargetingbuzzen k§$%& im Dreieck, denn Retargeting konzentriert sich dann auf große player/sites, die Abhängigkeit würde jedoch größer... Letztendlich beschränkt sich der eCommerce von google und facebook weiterhin auf Traffic (den besser qualifiziert ist), aber nicht auf die Abschlüsse, Einkäufe, Buchungen whatever... So gesehen wird dort kein eCommerce gemacht, denn für conversion rates etc. sind weiterhin die Werbetreibenden verantwortlich.

von Jürgen Barthel, 12.10.12, 16:00
Hmmm... Amazon hat seit Jahren "Wunschlisten" und die "Universelle Wunschliste" über das Amazon-Angebot hinaus. Aber durchgesetzt haben die sich trotz der Marktmacht Amazons nicht. Ob das bei Facebook jetzt "besser" wird?

von Horst, 15.10.12, 14:03
Amazon "verkauft" aber diese Wunschlisten nicht an andere Anbieter, die darauf ein Targeting setzen und ggfs. Anzeigen schalten. Unternehmen machen facebook groß, in dem sie wertvolle Informationen mit facebook teilen und immer noch glauben "dass sie dort sein müssen, wo ihre Kunden sind". Totaler Käse, aber einige Unternehmen schaufeln sich wohl gerne das eigene Grab. Jedem große Retailer, der "i want" anbieten wird unterstelle ich fehlenden Weitblick...

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