Vorzugspreise

Negative Energie

Lufthansa und Amadeus arbeiten mit Hochdruck am Thema Vorzugspreise – leider aber ohne jeglichen konstruktiven Ansatz.

von Dirk Rogl, 23.06.2008, 12:30 Uhr

Wenn zwei sich streiten, freut sich gemeinhin der Dritte. Im Fall des Dramas um die neuen Vorzugspreise von Lufthansa und Swiss hält sich die Freude ziemlich in Grenzen. Statt einen Kompromiss zu suchen, bringen die (Noch-?)Partner juristische Geschütze in Stellung. Bevorzugtes Kaliber ist aktuell offenbar die Kanonenkugel. Amadeus droht ernsthaft, "bestimmte optionale Funktionalitäten" für Lufthansa einzuschränken. Was auch immer damit gemeint ist und für welche Märkte auch immer eine solche Sanktion gilt – die Not muss groß sein, einen solchen Schritt überhaupt in Erwägung zu ziehen. Kein GDS kann es sich dauerhaft leisten, einen Carrier dauerhaft schlechter buchbar zu machen als die fliegende Konkurrenz. Das schadet zwar der Airline, aber auch den Reisebüros und dem GDS selbst. Auch der Profit von Lufthansa ist nur mehr bedingt zu erkennen. Amadeus ist offenbar eher gewillt, seinen Agenten die drohenden Vorzugspeisgebühr aus eigener Tasche zu kompensieren, als auf Lufthansa zuzugehen. Das ist ein Lichtblick für die deutschen Agenten, die bislang nach vorsichtigen Beobachtungen nicht gerade in Scharen von Amadeus zu Sabre und Travelport wechseln. Insofern ist aktuell tatsächlich kein Dritter in Sicht, der sich über den drohenden Show-Down zwischen Lufthansa und Amadeus freuen könnte.

Kommentare

von Jürgen Barthel, 23.06.08, 13:33
Der Anfang vom Ende? Ich stelle mir (nicht erst seit dieser Entwicklung) die Frage, ob das GDS künftig diese wichtige, exklusive Rolle im Reisebüro spielen wird. Immer mehr Technologien binden das GDS als einen von mehreren Buchungswegen ein. Heikel nur dort, wo Mid- und Backoffice-Funktionen der GDS das Reisebüro an das GDS binden. Gerade der Gechäftsreisebereich bietet schon seit Jahren den Firmen "Multi-GDS"-Lösungen an. Handicap ist immer nur, welches GDS das Reisebüro nutzt. Wie lang kann das so noch gut gehen? Vorhersage: Diese und ähnliche Aktionen anderer Leistungsträger schwächen die GDS-Abhängigkeit.

von schlecker, 26.06.08, 00:11
ein vertrieb kostet geld und das sollte man nicht sparen,da es bisher funktioniett hat, ausser der vetrieb ist am umsatzrückgang schuld und das ist nicht der fall. vielleicht sollte die lh lieber ihre auslastung besser in den griff bekommen zb. 4 maschinen nach nyc pro tag mit welcher auslastung? lh wird demnächtst weltmeister der unsympathie eine reisebüro-meinung.

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