Veranstalter

Die Tops und Flops für den Sommer 2011

Erst Alltours, Thomas Cook, Rewe Touristik, dann FTI und jetzt noch TUI: Die großen Veranstalter sind fast durch mit der Vorstellung der Sommerkataloge. Zeit für eine erste Zwischenbilanz – und das Feedback aus dem Vertrieb.

von Klaus Hildebrandt, 06.11.2010, 16:14 Uhr

Okay, okay, ich gebe ja zu, dass ich gerade sämtliche Klischees eines Journalisten aus der Reisebranche erfülle: Vergangenes Wochenende bei Thomas Cook auf Mallorca, dieses Wochenende bei der TUI-Programmvorstellung in Istanbul (eine meiner absoluten Lieblingsstädte) – der Reigen der Programmvorstellungen neigt sich dem Ende zu. Dertour, Öger Tours (mit dem ersten Auftritt von Georg Welbers) und einige weitere Veranstalter stehen noch aus. Aber der erste große Katalog-Monsun ist nun durch.

Und was bringen all die schönen neuen Programme? In der Titelgeschichte der aktuellen fvw vom Freitag ziehen wir schon eine erste Bilanz: Es wird immer exklusiver – alle Veranstalter bauen ihre eigenen Hotelkonzepte aus. TUI bringt mit Puravida sogar noch eine ganz neue Marke an den Start. Es wird leicht teurer, vor allem auf der Fernstrecke – die Luftverkehrssteuer fordert ihren Tribut. Die Familie, in den vergangenen Jahren konjunkturbedingt das Sorgenkind der professionellen Ferienmacher, rückt wieder stark in den Mittelpunkt: So bringt FTI einen Family-Katalog, Neckermann ruft mit einem neuen Betreungskonzept eine "Familien-Offensive" aus und die TUI will mit ihren "Best Family" Ferienanlagen die gewandelten Bedürfnisse der inzwischen manchmal ganz schön bunten deutschen Familien noch punktgenauer erfüllen.

Und sonst: Gute Stimmung, und das liegt beileibe nicht nur daran, dass es auf Pressereisen (ja, auch dieses Klischee muss erfüllt sein) immer gut zu Essen und Trinken gibt. Die Kapazitäten werden für den Sommer 2011 auf Wachstum geplant, aber in den von Volker Böttcher (TUI) und Peter Fankhauser (Thomas Cook) auch in diesem Jahr wieder angestimmten Evergreen vom "profitablen Wachstum" mit dem bekannten Refrain "Marge vor Menge" stimmen nun sogar der Neu-Kölner Sören Hartmannn (Rewe Touristik) und (etwas leiser) Dietmar Gunz (FTI) ein. Jetzt muss die Branche 2011 nur noch von Aschewolken, Naturkatastrophen und Terroristen verschont bleiben, dann könnten Veranstalter, Reisebüros, Hoteliers und Airlines sogar mal wieder ganz gepflegt gutes Geld verdienen. Oder ist diese Erwartung eher Wunsch als Wirklichkeit? Und was sind für Sie die wahren Neuigkeiten, Highlights oder auch Flops der neuen Katalog-Saison?

Kommentare

von herbert, 07.11.10, 12:54
Lieber Klaus, wie wäre es, wenn die fvw mal die Kernaussagen der letzten 10, 20, vielleicht sogar zum jeweils abgelaufenen Jahr, die angekündigten Aussichten/Erwartungen für das jeweils kommende und deren "Werthaltigkeit" am Ende des Jahres kommende Jahr der letzten 10, 20, 30 Jahre der großen Veranstalter nebeneinander bzw. gegenüber stellen würde? Als "alter Hase" vermute ich, dass sich viele Aussagen verblüffend gleichen würden. Da werden Steigerungsdraten an schlechten Vorjahren anstatt im x-Jahresvergleich mit viel besseren früheren Jahren dargestellt, angekündigte Preissenkungen hätten über die Jahre hinweg summiert längst zu "Geschenkt-Reisen" führen müssen, was sie, saldiert mit zwischenzeitlichen unterschlagenen Preiserhöhungen natürlich nicht der Fall ist, angebliche "Neuerungen" würden sich als "alte Hüte" entpuppen, die Jahre zuvor erfolgreich längst da gewesen, von "neuen Besen" (da fällt mir u.a. insbesondere ein gewisser Stefan Pichler ein) um der Veränderung willen gestoppt, und jetzt als neuer Wein in alten Schläuchen wiederverwertet werden, natürlich ohne an die Vergangenheit zu erinnern ... und, und und. Es wäre sicher eine ebenso interessante wie amüsante Story, die mal - neben der notwendigen "ganz" serösen fvw-Berichterstattung einen richtigen Unterhaltungswert bieten würden. Manchen Akteuren, die positive wie negative Unternehmensvergangenheit am liebsten totschweigen, nicht mal dafür interessieren und sie deshalb auch nicht kennen, könnte da mancher "Schuppen von den Augen" fallen.

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