Veranstalter

Ärger um Flugzeiten

Reisebüros und Kunden kennen das: Im Ferienflug ändern sich häufiger mal die Flugzeiten. Ist das so dramatisch wie die Verbraucherschützer meinen oder passiert das nur in "Ausnahmefällen", wie der DRV sagt?

von Klaus Hildebrandt, 22.06.2011, 09:40 Uhr

Die Sommerferien stehen bevor. Zeit für Verbraucherschützer, sich in Stellung zu bringen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat drei Fluggesellschaften und sieben Veranstalter abgemahnt, weil Vertragsklauseln, wonach kurzfristige Änderungen der Abflugzeiten möglich sind, nach Ansicht der Verbraucherzentrale unzulässig sind. Auch das ARD-Magazin Plusminus schilderte am Dienstag abend in einem Beitrag Fälle von Urlaubern, deren Reisezeiten sich kurzfristig änderten – teilweise um viele Stunden mit Ankunft erst spät in der Nacht oder Abflug frühmorgens statt am Vormittag.

Reisebüros kennen das zur Genüge. "Disposition" nennen das die Experten der Veranstalter. Und der Hinweis der von Plusminus befragten Veranstalter und des DRV, wonach sich erst über eine Flugplan-Optimierung hohe Auslastungen und günstige Preise ergeben, stimmt. Schließlich benötigen die Ferienflieger im Sommer eine Auslastung von über 90 Prozent, um so auch nachfrageschwache Zeiten ausgleichen zu können. Und bei Krisen wie in Ägypten und Tunesien müssen nun mal Flüge zusammengelegt werden, um überhaupt noch ohne große Verluste die Destinationen anfliegen zu können.

Aber ändern sich Flugzeiten wirklich nur in "Ausnahmefällen", wie der DRV schreibt? Alljährlich geloben Veranstalter und Ferienflieger Besserung. Aber wenn die Hütte brennt und in einer Destination das Geschäft nicht läuft wie geplant, wird auch weiter munter disponiert, berichten zumindest Reisebüros (die ja häufig als erste den Kundenärger abbekommen). Deshalb bin ich gespannt, wie Ihre Erfahrungen sind – und ob Sie meinen, dass kurzfristige Flugplanänderungen verboten werden sollten, wie die Verbraucherschützer fordern.

Kommentare

von Angelika Hein, 22.06.11, 11:38
Hallo Klaus, verboten ist immer ein so großer Wort. Aber aktuell hatte ich dieses Problem gerade gestern im Büro. Flugzeitenänderung von 10 Stunden früher...ein großer Veranstalter wohlbermerkt. Meine Recherche hat ergeben, die angebenen Flugzeiten, waren von Anfang an fraglich. Da frage ich mich, werde ich verschaukelt, ich habe den Kunden vor mir sitzen. Ein ganzer Urlaubstag geht meinen Kunden dabei flöten. es sollte eine für alle vernünftige Regelung getroffen werden!!! Besonders oft geschieht dies übrigens bei MIX:-( die Ausnahme ist es schon längst nicht mehr, man kennt die Veranstalter mittlerweile wo dies sehr oft passiert. Viele Grüße nach Hamburg senden Euch allen. Angelika

von gubi, 22.06.11, 13:20
Klarer Fall : Flugzeitenänderung muss eine Vertragsänderung mit kostenlosen Rücktrittsrecht für den Kunden sein ! Hat man z.B. am Vormittag noch einen wichtigen Termin, dann kann man getrost am Abend in den Urlaub fliegen - was ist dann, wenn der Flug kurzfristig auf den Morgen verlegt wird...

von Andreas Schulte, 22.06.11, 14:45
Hallo Klaus - wenn sich Klaus Hildebrandt z.B. einen Golf BlueMotion bestellt, muss er sich dann auch mit einem Standard-Polo zufrieden geben, nur weil so ein Wechsel das Ergebnis von VW optimieren würde ?

von Dietmar Pedersen, 22.06.11, 15:26
Wir sind hauptsächlich im Türkei-Geschäft tätig. Sunexpress, Condor, Air Berlin und TUI halten ihre Flugzeiten zum allergrössten Teil ein. Im Winter gibt es manchmal Zusammenlegungen - der Flieger landet dann z.B. in Leipzig und in Bremen. Macht dann rund zwei Stunden Zeitverlust. Aber, wie gesagt, das sind Ausnahmen. Dagegen wird bei GTI / Sky Airlines gefühlt jeder dritte Flug um zehn Stunden nach vorne oder hinten verschoben. Die Fluggäste werden teilweise erst einen Tag vorher von der Änderung unterrichtet - und lassen ihren Ärger dann bei uns ab. Wir weisen den Kunden vorab auf die Problematik der häufigen Flugverlegungen bei GTI und Sky hin. Wenn er dann doch diese Gesellschaft buchen will, dann tut er das im Wissen um die nicht unwahrscheinliche Flugverlegung.

von Silja Eichmann-Bartels, 23.06.11, 10:50
Ich kann hier aus eigener Erfahrung berichten. Buchung mit Mann und Maus für die Herbstferien ab /bis Hannover nach Tunesien. Flugtag ganz gestrichen. Umgebucht durch die TUI auf ab /bis Frankfurt mit Flugzeiten die für diese weite Anreise nicht zu bewältigen wären.Habe dann selber mit Glück umgebucht auf Hannover anderer Flugtag. Mein Mann kann leider nicht mehr mit, weil die Tage nicht mehr passen. Den günstigsten Single mit Kind Preis habe ich dann natürlich nicht mehr bekommen können. Seitdem 5 ( ! ) Änderungen, die sowohl die Airline- vorher X3 jetzt Tunis Air- als auch die Flugzeiten betreffen: Mein persönlicher Favorit war Hinflug um 22:20 Uhr und Rückflug um 08:40. Und das allein mit Kind, bei 7 Tage Reisedauer. Ich knirsche schon mit den Zähnen- dass die Kunden richtig wütend sind, kann ich nur allzugut verstehen .

von Manfred Hegenloh, 23.06.11, 11:06
Hallo, hier noch ein interessanter Link: http://www.flugprofis.de/2011/06/22/passagierrechte-bei-geanderten-flugzeiten-wann-sind-anderungen-der-abflugzeiten-rechtlich-zulassig/ Mfg Manfred Hegenloh

von Ulrich von dem Bruch, 23.06.11, 12:29
In Zeiten von Pro-Raten-Plätzen statt Garantien, ständigem Preisdruck und Slotmangel sind die Airlines gezwungen, Flugpläne zu optimieren. Man kann aber meiner Meinung nach erkennen, wer von vorne herein einen "Mondflugplan" veröffentlicht. Zeitverschiebungen von 10 Stunden (bin gerade selbst betroffen bei AB) sprechen nicht für eine seriöse Planung. Dass man immer mal wieder durch einen Zusatzflug 2 Stunden schiebt, finde ich akzeptabel. Ich habe aber den Eindruck, dass man erst "interessante" Flugzeiten veröffentlicht, viele Buchungen einfährt und dann die Flüge in die unattraktive Zone verschiebt.

von Stefan Dapper, 25.06.11, 21:22
Guten Abend allerseits, Solange es Veranstalter gibt, die mit einem Vollcharter ins Risiko gehen, um einigermassen wettbeberbsfaehige Preise anzubieten, wird dieses Thema immer aktuell sein. Sonst wuerde man ja Linie via oder auch direkt fliegen. Ich bin mir jedoch ganz sicher, dass es nur einen verschwindend geringen Anteil am Gesamt-Charter Flug-Aufkommen ausmacht. Gefuehlt ist es eine Katastrophe. Es ist wie in einer Rechtsabteilung. Obwohl die Reklamationsquote vielleicht nur bei 2% ( jede Reklamation ist eigentlich überflüssig, damit wir uns verstehen ) liegt, ist es für denjenigen, der in der Rechtsabteilung arbeitet glatte 100%! SD

von WOLFGANG HOFMANN, 03.08.11, 18:05
Eigentlich ist das ja im Kundeninteresse. Enge Flugplanung und Dispositon sichert günstige Flugpreise. Heute werden Charterpreise mit 92% Auslastung über die ganze Saison kalkuliert. Aber wenn die Ausnahme zur Methode wird, dann gefährden die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften ihr eigenes Geschäftsmodell. Ähnlich wie bei der Umgehung des Raucherschutzes durch Raucherclubs, die zu strengeren Gesetzten geführt haben, ristieren die Leistungsträger eine strengere Gesetzgebung, die eine sinnvolle Disposition erschweren oder unmöglich machen. Ich würde mit bei kritischen Reiseveranstaltern oder Airlines übrigens vom Kunden unterschreiben lassen, dass ich ihn als Reisebüro auf das Risiko der Änderung aufmerksam gemacht habe.

von Linda, 08.09.11, 14:35
Air Berlin fällt gerade mal besonders auf: Flug am 18. September von FRA nach TXL: verschoben von 17.55 h auf 18.40 h Flug am 19. November von TXL nach FRA: verschoben von 8.50 h auf 6.55 h Flug am 20. November von FRA nach TXL: verschoben von 17.50 h auf 15.40 h Flug am 20. November von FRA nach TXL: erneut verschoben: von 15.40 h auf 19.20 h jeweils aus "bislang nicht vorhersehbaren Gründen". Ich weiß nur eines: wenn ich meine bis Ende des Jahres gebuchten Flüge überstanden habe kann mich die AIR BERLIN mal.... mit Angeboten zuschütten.... :-(((

von Simon, 17.02.13, 21:46
Hallo, haben im November 2012 unseren Sommerurluab für 2013 gebucht, und haben uns extra für das teurere Angebot entschieden da der Flug früh um 7:25 Uhr gehen sollte.Nun kommt eine Mail, wo uns mitgeteielt wird das der Flug nun erst um 20:20 Uhr geht!Wir fliegen also 12 Stunden und 55 Minuten später als geplant.(und das mit 2 Kindern)Kommen nicht vor 2:30 Uhr nachts im Hotel an.Kann man da wenigstens eine Entschädigung fordern?Uns wird ja damit unser kompletter erster Urlaubstag genommen.Wer kann mir helfen und zu meiner Frage Info`s geben?

von Robert, 24.02.13, 17:08
"Der Kunde ist immer der Dumme !" Das ist leider auch in der Touristik so.

von Tina, 02.03.13, 22:58
Hallo! Ich bin auch im Reisebüro tätig und habe mittlerweile vorallem bei Buchung von Türkei Reisen kein gutes Gefühl mehr. Gerade heute noch haben wir die Flugzeiten für 2 Familien erhalten. Abflug ab FMO mit Sky nun nachts 23:55 Uhr und Rückflug mit XQ morgens um 05:00 Uhr! Und das mit 3 kleinen Kindern - 2 volle Tage weg. Die Zeiten standen bei Buchung noch nicht fest. Jetzt habe ich total verärgerte Kunden und das obwohl ich die Kunden vorab darauf hingewiesen habe, dass das vorallem bei Abflug ab FMO mittlerweile gang und gebe ist und die damit rechnen müssen. Was uns vorallem bei Sky mit GTI vor Jahren bereits passiert ist, dass dem Kunden im Flugplan FMO aufgefallen ist, dass sich dann die Flugzeit von 23:55 auf 0:35 Uhr auf den nächsten Tag verschoben hat. GTI kommentierte meinen Hinweis damit, dass das ja wohl nicht sein könnte, da müssten sie als Veranstalter ja wohl besser wissen. Der Kunde ist also auf mein anraten zu 23:55 Uhr zum Flughafen gefahren um dann tatsächlich erst um 0:35 Uhr abzufliegen. Okay ist nur eine halbe Stunde, aber eine gravierende halbe Stunde, denn damit hat sich ja der Flugtag geändert und meiner Meinung nach hat der Kunde dann ja wohl wenigstens Anspruch auf Rückerstattung des All inkl. im Hotel, was er ja auf keinen Fall nutzen konnte. Das Zimmer möchten die Kunden natürlich gern haben, wenn sie sich schon die Nacht um die Ohren gehauen haben, aber das All inkl......? Diese Geheimhaltung halte ich für einen Trick damit der Kunde nicht darauf kommt, dass er ja vielleicht Anspruch hätte. Nun gut, also als Tipp für Simon: Schreib auf jeden Fall eine Reklamation an den Veranstalter. Du nutzt an beiden Tagen nicht das AI im Hotel. Ich habe mit so einer Reklamation bereits 3 mal Erfolg beim Veranstalter gehabt, wobei JAHN Reisen und ITS da mit Abstand am kulantesten waren. GTI war ein Witz. Ich werde das für diese beiden Familien wieder versuchen. Normalerweise müsste der Kunde das selber machen, aber ich versuch es erstmal per E-Mail vor dem Urlaub als Service für meinen Kunden. Wenn keine Reaktion kommt muss der Kunde es nach dem Urlaub nochmal selber probieren. Es ist nicht wirklich ein Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden, aber immerhin ein bisschen.

0
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten