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TUI - der neue Star im Online Travel?

Holidaycheck oder Tripadvisor? Wer hat die Nase von bei Urlaubsbewertungen? Am Ende des Tages könnte die Antwort TUI lauten.

von Dirk Rogl, 21.06.2010, 17:11 Uhr

fvw-Leser wissen es längst: Die TUI hat große Dinge vor mit ihrem Bewertungsportal Cheqqer.com. Nach unser Spekulation im April (fvw 8/10, S. 12) ist es jetzt amtlich: Die in den Niederlanden gegründete Reise-Community wird auf pan-europäische Füße gestellt. Der Launch in Spanien ist erfolgt, weitere Märkte werden zeitnah folgen.

Während TUI im klassischen E-Commerce in Europa keine große Rolle spielt, dürfte Cheqqer für die Online-Strategie des Marktführers kriegsentscheidend werden. Der Internet-Multi Expedia schickt sich gerade an, mit seinem ebenfalls neutral gehaltenen Bewertungsportal Tripadvisor den deutschen Markt zu knacken. Anders als der nationale Platzhirsch Holidaycheck verdient Tripadvisor größtenteils über Anzeigen. Und anders als Holidaycheck hatte Tripadvisor bislang aber keine schlüssige Strategie, Bewertungen für Pauschalreiseziele sinnvoll zu katalogisieren.

Diesen Fehler wird TUI nicht machen. Aktuell sind 50.000 Mitarbeiter - Reiseleiter, Einkäufer, Expedienten - aufgefordert, Bewertungen für Cheqqer zu schreiben. Hinzu kommen die klassischen Kundenbewertungen, um die (unter anderem) auch Tripadvisor und Holidaycheck buhlen. Die Mischung aus Experten- und Kundenmeinung könnte ein echter USP für Cheqqer werden, das nach außen völlig neutral auftritt und so auch Anzeigen von den Mitbewerbern auf sich zieht.

Erreicht Cheqqer in Europa die kritische Masse, so positioniert sich der TUI-Ableger im Online Marketing als Alternative einerseits von Tripadvisor und andererseits von Google. Gut möglich, dass sogar Erz-Rivale Thomascook.com dann dort mit Anzeigen vertreten ist. Schließlich versucht CEO Manny Fontenla-Novoa gerade, die Nummer zwei unter den europäischen Veranstaltern als führendes Online-Reisebüro in Europa zu etablieren. Derartige Ziele hat man bei TUI schon lange nicht mehr gehört. Der Shift vom Mittler- zum Media-Business bei den Umsätzen in der Online-Tourismus könnte dem Marktführer da in die Karten spielen.

Was meinen Sie? Hat TUI mit Cheqqer.com Chancen auf die Pool Position in Europa? Oder ist der Markt mit den Platzhirschen Holidaycheck und Tripadvisor so gut besetzt, dass der gerade in Arbeit befindliche Experten-Content der TUI-Mitarbeiter keine Rolle spielt? Oder anders gefragt: Verträgt ein angeblich neutrales Portal überhaupt die Bewertungen von TUI-Mitarbeitern?

Kommentare

von Volker Blum, 23.06.10, 11:05
Entscheidend dürfte die Transparenz sein, weisen sich TUI Mitarbeiter eindeutig als solche aus und geben "Expertenmeinungen" an oder sind sie als solche nicht zu erkennen. Im zweiteren Fall wird man bei jedem Positivkommentar mit einem "naja" im Kopf darüber nachdenken, ob da jemand sein eigenes Produkt schön redet. Sollten die MA als solche klar erkenntlich sein, ist schließlich kein Unterschied mehr zur Reisebüroberatung zu erkennen, das wäre insgesamt förderlich.

von Henning Barz, 23.06.10, 14:19
Neben dem eigentlichen Content den mehr oder weniger neutrale Experten beisteuern, spielen die Usability und besondere Herausstellungsmerkmale wie z.B. Zusatznutzen eine große Rolle. Preisvergleichsportale und Meinungsbörsen haben wir schon genug, da kommt TUI wohl zu spät. By the way....aktuell ist Cheqqer.com offline. ==> = Nutzen :-(

von Schlitzkus, 30.06.10, 21:00
Es wird sich zeigen, wie sich die Marke etabliert. Holidaycheck und Tripadvisor besitzen eine hohe awareness bei den Usern und diese muss in Deutschland erst einmal von Cheqqer.com aufgebaut werden. Ich denke durch Präsents, Transparenz und einem cleveren Untescheidungsmerkmal zu den anderen Plattformen ist in der Social Media Welt ein Wechsel bzw. eine Akzeptanz sehr gut vorstellbar.

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