Unister

Die News aus Leipzig

An "Ab in den Urlaub" kommt man im Internet kaum vorbei. Nun startet die Mutter Unister das Portal News. Sind das Nachrichten, die die Welt braucht?

von Klaus Hildebrandt, 27.10.2008, 18:07 Uhr

Das muss man Unister-Chef Thomas Wagner lassen: Ob Expedia, Ebay oder jetzt Spiegel Online und Co: Der junge Leipziger Start-up-Unternehmer hat keine Angst vor großen Internet-Tieren. In der Touristik ist "Ab in den Urlaub" inzwischen eine große Nummer – wenngleich Konkurrenten auch über angeblich immense Google-Werbeausgaben rätseln. Beim fvw-Kongress konterte Wagner, der sonst als öffentlichskeitsscheu gilt, die Attacken der Konkurrenten auf dem Podium jedenfalls souverän. Und hatte sich im Gegensatz zum sonstigen zwonulligen Studentenlook sogar eine Krawatte umgebunden.

Nun also News. Vom Design her ist das alles übersichtlich und zeitgemäß. Allerdings wird zumindest zum Start noch nicht klar, was die Website anders machen will als die Portale der großen Nachrichtenmagazine oder Tageszeitungen. "Mit zunächst 15 Redakteuren will die neue Website das weltweite Nachrichtengeschehen beackern - wohl etwas zu wenig, um mehr zu tun als von den Agenturen abzuschreiben", lästert da sogleich der Mediendienst Turi2 (was übrigens nicht die Abkürzung von Tourist, sondern der Name des Autor ist). Aber, wie gesagt, Wagner hat Stehvermögen. Und könnte darauf spekulieren, dass die News-Leser dann in einem zweiten Schritt auch auf seine Reise- oder Autoportale clicken. "Für Sie ist das keine Konkurrenz, das hat nichts mit Fachinformation zu tun" hatte Wagner mich schon Anfang des Jahres beruhigt, als er mir von den News-Plänen erzählte. Aber ob nun die großen Online-Redaktionen von Spiegel, Focus, FAZ, Welt und so weiter richtig zittern?

Kommentare

von Judith Hoppe, 28.10.08, 17:24
>> "Für Sie ist das keine Konkurrenz, das hat nichts mit Fachinformation zu tun" hatte Wagner mich schon Anfang des Jahres beruhigt, als er mir von den News-Plänen erzählte. Zumal ja des Deutschen liebstes Kind, das Thema Reisen, auf news.de überhaupt nicht stattzufinden scheint ;-)

von Oliver Wulf, 29.10.08, 10:33
In der Gesamtkonzeption von Unister ist der Launch von news.de nur konsequent und sicher richtig. Unister Media hat Zugriff eine zwostellige Millionenanzahl von Unique Usern, was den Launch eines neuen Themenportals sicher sehr erleichtert. Unister hat schon in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass sie in der Lage sind sich auf den verschiedensten Gebieten (geld.de/ shopping.de/ preisvergleich.de usw.) schnell erfolgreich zu etablieren. Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich weniger in schon vorhandenem, fundiertem Wissen auf dem jeweiligen Fachgebiet. Entscheidender ist jedoch die absolute Fachkenntnis des Mediums Internet, verbunden mit Onlinemarketing auf höchstem Niveau. Wahrscheinlich ist es zur Zeit in Deutschland leichter Journalisten zu finden, die Content produzieren ( sorry Klaus), als ohne vorhandene Vermarktungsstrukturen online in diesem Bereich erfolgreich zu sein. Unister kann so schnell und sicher die nötige Reichweite für news.de erreichen, was wiederum die Vermarktung und einen schnellen ROI ermöglichen wird. Ob die grosse Anzahl der User, die dann den Content auf news.de geniessen, auch tatsächlich den besten Content sehen, ist aus meiner Sicht nicht elementar für den Vermarktungserfolg.

von Klaus, 11.11.08, 18:53
Hallo Oliver, ich gebe Dir in allen Punkten recht, Unister spielt auf Masse. Nur mit dem journalistischen Content muss ich natürlich noch einfügen, dass die mit News sicher Clicks generieren, aber sicher nie Cracks wie Spiegel.de vom Thron stoßen. Aber mit niedrigeren Kosten kann man ja auch als Nr. 47 unter den Nachrichtenportalen gut leben. Gestern hat Wagner übrigens schon wieder zugeschlagen: Für eine Rekordpreis kaufte er die Domain Kredit.de. Da geben wir ihm mal einen Vertrauenskredit, dass das hoffentlich für die rund 900.000 Euro Kaufpreis auch laufen wird.

von Sophie Mahé, 27.11.08, 09:01
Oliver hat in allen Punkten recht und der Zukauf von Kredit.de bestätigt es ebenfalls. Auch die Nutzung von Aidu.com als Metasuchmaschine ist sicherlich langfristig eine gelungene Antwort auf das Verbot aidu.de nutzen zu dürfen. Auf dem ersten Blick also Hut ab Herr Wagner! Das Problem bei dem Aufbau dieses Netzwerkes ist, dass die User also potent. Kunden mit Mails bombardiert werden. Eine Anmeldung bei Unister.de und schon bekommen Sie Emails von allen Portalen: Preisvergleich.de, auto.de usw... Es sind ja genügend Portale vorhanden!! In diversen Foren wird das Thema Uninster/ Spam nicht besonderens positiv dargestellt. Hier ist m.E. Vorsicht geboten. Wer Online-Marketing in diesem Masse betreibt, sollte juristisch übervorsichtig sein, denn unzufriedene User verbreiten gerne schlechte Stimmung und es gibt eine Menge arbeitslose Anwälte, die lauern... Nicht desto trotz finde ich die konsequente Strategie von Unister genial.

0
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten