Unister

Das Pippi-Langstrumpf-Prinzip

Unister und der VIR gehen demnächst getrennte Wege. Damit ist der Versuch von Michael Buller, die Leipziger zu einem Umdenken in Sachen Online-Marketing zu bewegen, schon nach wenigen Monaten gescheitert.

von Arndt Aschenbeck, 09.08.2010, 12:36 Uhr

Wer in diesen Tagen die Diskussionen rund um die VIR / DRV-Ehrenerklärung verfolgt, fühlt sich unweigerlich an ein Buch von Ulrich Wickert aus dem Jahr 2005 erinnert. Unter dem Titel „Der Ehrliche ist der Dumme“ sinniert der ehemalige Tagesthemen-Moderator darüber, in welchem Maße der Verlust von Werten unsere Gesellschaft belastet. Und fragt nach Orientierungshilfen, die der Mensch in einer Zeit des Umbruchs dringend benötige.

Eine Orientierungshilfe für „korrektes Geschäftsgebahren“ wollen auch VIR und DRV mit dem Code of Conduct geben. Dass VIR-Mitglied Unister dieses Papier nicht unterschreiben will und gleichzeitig aus dem Verband austritt, spricht vor diesem Hintergrund für sich selbst.

Die Ehrenerklärung scheint das Geschäftsmodell von Unister zu gefährden, das sicherlich in großen Teilen auf dem Know-how-Vorsprung in Sachen Online.-Marketing beruht. Dass sich Thomas Wagner und Co. dabei immer haarscharf an der Grenze der rechtlichen und moralischen Grauzone bewegen, ist offensichtlich auch Teil des Geschäftsmodells, wie die Reaktionen auf die Ehrenerklärung zeigen.

Unister agiert also offenbar weiter wie Pippilotta Viktualia: „Ich mache mir die (Online-)Welt, wie sie mir gefällt.“ So lange, bis sich jemand meldet, der was dagegen hat. Stellt sich die Frage, wie die anderen VIR-Mitglieder jetzt damit umgehen. Wenn sie den Code of Conduct unterschreiben, müssen sie sich an die dort beschriebenen Regeln halten - die aber für Unister nicht gelten. Und so macht schon das Wort Wettbewerbsverzerrung die Runde. Hat also Ulrich Wickert am Ende mit seinem Buchtitel Recht? Ist der Ehrliche der Dumme? Was meinen Sie

Kommentare

von Ehrlich währt am längsten, 09.08.10, 13:46
Pippilotta war dann nur eine Phantasie...Unister hat bislang viel machen könen und dürfen, weil scheinbar niemand bereit war, Unister die Grenzen des Erlaubten aufzuzeigen, die die Leipziger immer wieder kratzen oder überschreiten. Zudem: irgendwann werden auch Kunden merken, dass Sie verarsc** werden, wenn man Ihnen einen Preisvergleich zwischen 3 Unister Portalen vorgauckelt, oder dass es keine 99 EUR Malediven Last Minutes gibt...und irgendwann wird man halt durch die Grichte klären lassen, was geht und was nicht...

von Ulrich Roth, 09.08.10, 13:49
Gut dass sich Unister aus dem v-i-r verabschiedet. Dass hier im Blog diese Wild-West-Manier im Online-Marketing von Unister als "Know-How-Vorsprung in Sachen Online.-Marketing" bezeichnet wird, ist die Höhe und eine Verhohnepäppelung vieler Kollegen auch den anderen auch aus dem "V-I-R". Das "Grau" das hier vom Kommentator noch gesehen wird, ist ein tiefes Schwarz, absolut "nogo". Ich bin froh dass sich Michael Buller nun endlich auch im V-I-R für Regeln einsetzt, wie es sich unter gestandenen Kaufleuten/Touristikern geziemt.

von Paula Panther, 09.08.10, 14:40
Wer sich ein wenig mehr im Unister-Reich umschaut, der stößt auf viele viele IPs wie z.B. 217.114.223.60, unter denen z.T. fast 1000 Domains gesichert wurden, mit den Namen unzähliger Hotels, die dafür oftmals keine eigenen Webseiten haben: http://whois.webhosting.info/217.114.223.60 Gerade wer im Mittelmeerraum bucht und zusätzliche Informationen zu einzelnen Hotels über deren Webseiten erhalten möchte, landet immer wieder auf den Unister-Seiten. Ob das mit der Menge an Hotels abgesprochen bzw. diesen überhaupt bekannt ist?

von Wolfgang Hoffmann, 09.08.10, 14:45
Ja, ja, Buller & Bösl, das A-Team der touristischen Gerechtigkeit..., Moment mal, ist ab-in-den-urlaub.de nicht in der RT-Online-Group, - mit allen Vergünstigungen, die der "größte Reisebüroverbund", auch QTA genannt, sich über Jahre hart herausverhandelt hat? Und war das eventuelle sogar der Grund, warum der Prämium-Partner mit dem Fair Play Emblem der QTA, die Europäische Reiseversicherung sich entblödet hat, einen Extra-Marketing-Deal mit Geld.de einzugehen, alles unter der hastigen Entschuldigung, dass das nichts mit dem Vertrieb von Reisen zu tun habe, worauf dieser Extra-Marketing-Deal von Unisters ab-in-den-urlaub.de massiv beworben worden ist? Wer sich so eine Marketingstrategie ausgedacht hat, wer so ein visionäres Teamwork zustande gebracht hat, muss entweder an Wunder glauben oder keiner von Beiden hat auch nur einen blassen Schimmer einer Ahnung davon, wie Kausalitäten in der Tourismusindustrie funktionieren.

von Konstantin Herber, 09.08.10, 16:05
Warum hat man in Ländern wie dem schlimmen Griechenland Reiseunternehmen lizensiert? Die heilige Kuh der Gewerbefreiheit und eine willfährige Justiz lassen Telekommunikations - oder Touristikunternehmen so viel Freiheit, daß betroffene Kunden Dauerzahnschmerzen bei Aufwachen aus den Träumen vom Billigpreisland D haben.Große Teile des Rotlichtgewerbe haben inzwischen den besseren Code of Conduct. - oder aber sie sind Reiseunternehmer geworden, weil da Vater Staat nicht so sehr seine Pfoten drin hat!

von Schnabelland, 09.08.10, 16:51
Unister und seine aus ihrem "Know-How-Vorsprung in Sachen Online-Marketing" hervorgehenden Marketing-Methoden haben diesem Unternehmen auf einschlägigen Verbraucherschutzportalen schon große "Krankenakten" beschert - stellvertretend sei hier genannt: http://www.antispam.de/forum/showthread.php?19326 Ob sich derartige Methoden "langfristig auszahlen" ist für mich aber die große Frage - ich kaufe (bzw. buche) nicht beim Spammer...

von schlaumeier, 09.08.10, 17:03
Liebe FVW, war denn bisher etwas im Busch das einen Code of Conduct nötig wurde? Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich habe keine Ahnung.

von Ralf-Gunnar Ludwig, 09.08.10, 17:43
Unister hätte den Vertrag gar nicht unterschreiben können., denn die massiven Verstössen sind fester Bestandteil des Marketings. Die bereits erwähnte Registrierung von Hotelnamen als Domain, wie z.B. http://www.ali-bey-club.de oder www.Ali-Bey-Club.Reisen.de verstossen m.E. eindeutig gegen geltendes Recht. Darum sollte sich die Wettbewerbszentrale mal kümmern, heisst doch doch von der Seite "unter einer solchen Domain Erwarten der Internetnutzer Anbieterinformationen" und nicht ein Reiseportal.

von Arndt Aschenbeck, 09.08.10, 18:04
Hallo, ich habe mich vor längerer Zeit mal mit Unister über das Registrieren von Domains mit Hotelnamen unterhalten. Und sinngemäß war der Standpunkt, dass viele Hotels die Domains auch nach vielen Jahren, die es das Internet nun schon gibt, nicht gesichert hätten. Und dass es dann ja wohl legitm sein, wenn Unister das mache. Bei aller Kritik an Unister: Das kann ich an der Stelle sogar verstehen. Und ich denke, wenn ein Hotel Unister bittet, ihm die Domain zu überschreiben, werden sie das auch machen. Aber das scheinen offenbar nicht viele Hotels zu tun. Und nur um diesen Gedanken mal zu Ende zu denken: Theoretisch müssten sich die Hotels Domains mit ihren Namen mit allen nur denkbaren Länder-Domains registrieren, wenn sie sicher sein wollen, dass es kein anderer tut. An der Stelle fehlt dann eine internationale Regelung, die es verbietet, Adwords.-Werbung mit einer Domain zu schalten, die einen Hotelnamen enthält. Allerdings hat der Europäische Gerichtshof im jüngsten Urteil zumThema Brandbidding ja auch festgestellt, dass eine Adwords-Anzeige auf keinen Fall den Surfer in die Irre führen sollte. Wenn der Surfer durch eine entsprechende Domain den Eindruck bekommt, er würde auf der hoteleigenen Seite landen, dann ist das rechtlich zumindest fragwürdig. Noch ein Wort zur Adresse "www.Ali-Bey-Club.Reisen.de" . Das ist eine so genannte Subdomain, für die wieder andere Regeln gelten. Hauptdomain ist in diesem Fall www.reisen.de. Und vor ".reisen.de" kann man jeden beliebigen Begriff und jede Wortkette schreiben. Das ist zwar auch irreführend, hat sich aber in der gesamten Onlineszene eingebürgert. Das machen viele Reiseportale. Der Clou ist, dass man einfach einen Platzhalter eingibt und es so programmiert, dass automatisch jeder Suchbegriff, der mit Reisen zu tun hat, vor .reisen.de eingesetzt wird. Wie gesagt, da befindet sich Unister noch in guter Gesellschaft. Wer allerdings den Code of Conduct unterschreibt, darf das dann - zumindest für Markennamen, zu denen wohl auch Hotelnamen gehören - nicht mehr.

von G. Wissen, 09.08.10, 18:07
Was hier noch nicht berücksichtigt wurde, ist die "animal farm" von George Orwell. Was schreibt das Schwein an die Scheunenwand: "Alle Tiere sind gleich - aber manche sind gleicher" Wenn wir annehmen würden, dass kleine rosa "Schweinchen" wäre eine große Suchmaschine und die "Tiere" all' jene, die sich auf dem SEM/SEO-Markt tummeln, dann passt es wieder... Allerdings, der Versuch einen Markt mit "Codes" zu bändigen und an das Gewissen zu appellieren scheint mir hier auch nicht der richtige Weg. Das ist blanke Theorie, so wie man sie auch in der fvw leider zu oft liest. @Herr Hoffmann, ich glaube, ihr größter Traum ist die Mitarbeit in einer Marketingabteilung...;-) So gerne wie Sie Aktionen beurteilen.

von Thorsten Lehmann, 09.08.10, 18:25
Nein, und das kann man allgemein festhalten: der Ehrliche ist nicht der Dumme. Kurzzeitig vielleicht. Langfristig niemals.

von Ehrlich währt am längsten, 09.08.10, 18:50
@ Thorsten Lehmann: you can fool some people all the time; you can fool all people some of the time. But you cannot fool all the people all the time. Ist nur so'n Zitat...

von Michael Reith, 09.08.10, 23:04
Ist es nicht fatal, da sitzen die Herren der Verbände zusammen und setzen eine Vereinbarung auf, was Herrn W aus L nicht im geringsten interessiert, denn dieser kann ja aus diesen Verbänden austreten, weil er sich die Online Welt so zurecht legt wie es Ihm gefällt. Da fragt man sich was dies eigentlich alles soll, denn wer rennt denn den Plattformen von Herrn W aus L hinterher um mit diesen Geschäfte zu machen. Sind es ncht die Veranstalter, die auch in den Verbänden sitzen und nun Ihre Markenrechte per Vereinbarung mit Herrn W aus L schützen wollen? Man stelle sich einfach mal vor ein Händler aus der Branche X wirbt auf seiner Internetseite mit bis zu 70 % Rabatt mit Artikeln von dem Hersteller XY. Ich glaube der Händler könnte seinen Vertrag mit dem Hersteller XY an die Wand nageln. Die Frage ist eigentlich was wäre, wenn keiner mehr die Plattformen von Herrn W aus L füttern würde. Was wäre dann, wenn sich Herr W aus L nicht mehr die Online Welt so zurecht legt wie es Ihm gefällt ? Man löscht ja auch kein Feuer in das man noch Benzin schüttet, oder? Man muss sich doch fragen wer hier mehr Lobby hat. Ist es Herr W aus L mit seinen unzähligen Plattformen die gegenseitig miteinander verlinkt sind oder sind es die aus der Reisebranche, die mit fairen und seriösen Mitteln Ihre Produkte verkaufen. Vielleicht muss sich ja Herr W aus L mit seinen Plattformen mit fremden Federn schmücken um im Gespräch zu bleiben, weil diese irgendwo in der endlosen Welt des Internets sonst untergehen würden.

von Wolfgang Hoffmann, 10.08.10, 10:29
@G.Wissen: "ich glaube, ihr größter Traum ist die Mitarbeit in einer Marketingabteilung...;-) So gerne wie Sie Aktionen beurteilen." ...nicht, bevor ich nicht Ihre psychologische Beratung in Anspruch genommen habe. ;-)

von Jasmin Taylor, 10.08.10, 10:58
@ Ehrlich währt am längsten: Stimmt voll und ganz. "What goes around, comes around." Früher oder später ...

von Sven Maletzki, 10.08.10, 11:04
Ich kann mir kaum vorstellen, dass das Recht an der eigenen Marke (hier Hotelname als Domain) irgend einen zeitlichen Verfall hat und damit irgend wer selbstherrlich bestimmen kann: "So, die hatten lange genug Zeit, jetzt nehme ich denen die Domain weg!". Das hört sich ein wenig nach Lynchjustiz an. Auch bei der Wahl der Subdomain kann meiner Ansicht nach nicht jeder bestehende Markenrechte aushebeln. "Eingebürgert" hat sich diese Methode nicht im seriösen Online-Umfeld, sondern nur bei denjenigen, die genau das erreichen wollen, was diese Subdomains erreichen: die vorsätzliche Irreführung der Benutzer. Ich würde sehr gerne Thorsten Recht geben und ich sehe und halte es persönlich genau so. Dennoch haben meine Beobachtungen ein anderes Bild ergeben. Die nicht ganz so Ehrlichen scheffeln kurz- und mittelfristig das Geld. Meistens ist es dann schon so viel, dass eventuelle Regresse zu einem späteren Zeitpunkt aus der Porto-Kasse bezahlt werden können. Dann drehen diejenigen sich einmal im Kreis und beginnen eine ähnliche Masche bei einem anderen Unternehmen oder in einer anderen Branche. Dazu kommt, dass der Ehrliche auch einen sehr langen Atem haben muss, um nicht im Dunstkreis der Unehrlichen unter zu gehen. Das ist leider bittere Realität.

von Wolfgang Hoffmann, 10.08.10, 11:22
<<< Wer in diesen Tagen die Diskussionen rund um die VIR / DRV-Ehrenerklärung verfolgt, fühlt sich unweigerlich an ein Buch von Ulrich Wickert aus dem Jahr 2005 erinnert. Unter dem Titel „Der Ehrliche ist der Dumme“ sinniert der ehemalige Tagesthemen-Moderator darüber, in welchem Maße der Verlust von Werten unsere Gesellschaft belastet. Und fragt nach Orientierungshilfen, die der Mensch in einer Zeit des Umbruchs dringend benötige. >>> Es ist doch diese Hysterie beim Verbraucher, möglichst ein Schnäppchenn zu ergattern, dieses Fieber, was jeden von uns befällt, wenn man Gefahrt läuft, mehr zu bezahlen, als der vermeintlich gleichwertige Mitverbraucher wonanders. Im Prinzip gehören wir alle auf die Couch und gehörig therapiert! Rabatte sind die Hydra unseres Markts. Schlägt man einen Rabattgeber zurück, stehen direkt Dutzende dahinter, die "nicht blöd sind", die "Extra-Punkte" geben, die "kostenlos verreisen" lassen, die "Gutscheine" geben. Ob Unister jetzt mit einem Insider-Fanal geächtet wird, oder in Hongkong fliegt ein Schluppen aus dem Fenster, das wird diese Rabatt-Mania nicht beeinflussen. Die USA macht es seit Jahrzehnten vor, wie bekloppt Rabatte oder Zugaben die Leute machen. Eigentlich hätte die EU gewarnt sien müssen, als sie ein gewachsenes System in Deutschland in einen Grabbeltisch verwandelt hat. Durchgängig Winterschlussverkauf, das konnte nicht gutgehen! Hätte Brüssel das bei der Ökologie abgeschaut, hätte man feststellen können, dass man nicht irgendeine Spezies aus der Natur nehmen kann, ohne, dass das Gesamtgefüge in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch diese stereotypen Entschuldigungen aus Brüssel, dass es in anderen Ländern der EU doch funktioniere ist an der Realität vorbeigeblickt, andere Länder haben eine andere Verbrauchergeschichte, da haben sich völlig andere Gene herausgemendelt, als bei uns. Wir sind völlig machtlos gegen diese Infektion. Verbraucher, wie auch Anbieter. Es ist, als würden wir plötzlich so liberale Waffengesetze bekommen, wie einige Statten in den USA. Man überlege, was das plötzlich für ein Herumgeballere in den Innenstädten gäbe. Bei aller Selbstkritik und bei allen Feindbildern, die wir hier intern hochjubeln, die Politik hat uns diesen Bärendienst erwiesen, uns, den Anbietern von Urlaub & Reisen und den Konsumenten, den Verbrauchern von Urlaub & Reisen. Eine "Selbstbeschränkung" zu fordern, das ist so hilf- & nutzlos, wie einem Malariakranken das Versprechen abzuringen, nicht mehr so zu schwitzen! Deshalb hat die Politik auch jetzt eine besondere Aufgabe, uns bei den schlimmsten Auswüchsen des Markts zu unterstützen. Ich fordere öffentlichkeitswirksame Klagen - von mir aus seitens des DRV -, begleitet mit einer Medienkampagne, einem öffentlichen Fanal, bis der Gesetzgeber ein neues, vernünftiges Rechtsempfinden entwickelt hat, bis die Politik die Grundlagen für Regulierungen der schlimmsten Auswüchse des Wegfalls der nationalen Rabatt- und Zugabenverordnungen beschließt. Es reicht einfach nicht mehr, dass selbst Politiker in Talkshows die Rabatthysterie beklagen - obwohl sie selbst wirtschaftlich nicht drauf angewiesen sind - . Da muss mehr kommen. Und wenn eine Klagewelle publizistisch ausgebreitet eben nur Bewusstsein dafür in der Verbraucherschaft bildet, dass wir alle einer sehr schlimmen Krankheit verfallen sind..., vielleicht nutzt das ja -auch schon was.

von Martin Pundt, 10.08.10, 11:30
@ Michael Reith: Ich denke, Sie bringen es auf den Punkt: "Man muss sich doch fragen wer hier mehr Lobby hat." Das liefe dann in den nächsten, spannenden Wochen und Monaten auf diese Fragestellung hinaus: ENTWEDER wird der Code of Conduct schnell verbindlicher Standard für touristische Webseitenbetreiber UND für alle ihre Lieferanten, d.h. nur wer sich dran hält, wird auch beliefert! ODER Unister kann sein Geschäftsmodell weiter wie bsiher umsetzen und sich seinen Wettbewerbsvorteil erhalten - und ausbauen. Andere, COC-konforme Anbieter müssten dann ohnmächtig zusehen. Das Gütesiegel, so gut die Idee auch ist, wird dem Kunden anfangs relativ egal sein - entscheidend ist m.E. einzig und allein, ob die Leistungsträger Unister auch dann weiterhin im bisherigen Umfang beliefern, wenn Unister sich zwar ausschließlich innerhalb der gesetzlichen Regelungen bewegt (es gehört sich, dies bis zum Beweis des Gegenteills anzunehmen - in dubio pro reo), aber eben ab sofort außerhalb der von der Branche definierten neuen Spielregeln. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Leistungsträger zu dieser Frage stellen: Wird es ganz-oder-gar-nicht-Lösungen geben, oder doch eine Grauzone? Und gibt es zukünftig neben NTO-Konditionen auch - schlechtere - NTO-NCOCC-Konditionen für die Non-code-of-conduct-conformen Anbieter?

von Ralf-Gunnar Ludwig, 10.08.10, 13:24
Die TUI ist offensichtlich gegen Unister vorgegangen und hat die Nutzung von Domains wie riu-bali.de (o.ä.) untersagen lassen. Frage ist, ob jetzt jedes einzelne Hotel bzw. jede Hotelkette gegen Unister vorgehen muss. Auch das Einschalten der WBZ wäre möglich, handelt es sich hier doch um einen Verstoss gem UWG, da sich Unister mit unzulässigen Machenschaften Vorteile zu Lasten seiner Mitbewerber verschafft. Auch hier dann die Frage, ob die WBZ nur im Einzelfall - also auf Bitten eines Mitglieds bzw. Marktteilnehmers und nur gegen eine bestimmte Domains, wie z.B. www.ifa-faro.de vorgehen kann - oder ganz allgemein gegen die Nutzung fremder Marken als Domainname. Und auch bei der Nutzung von Marken als Subdomain handelt es sich m.E. um vorsätzliche Verbrauchertäuschung. Bin gestern selbst daruf "reingefallen": Wollte auf der HP von Glauch Reisen etwas nachlesen, also gegooglet mit "glauch reisen" und auf das erste Ergebnis geklickt: www.Glauch.Reisen.de . Den Punkt hatte ich gar nicht wahrgenommen. Wenn Subdomains dann bitte www.reisen.de/glauch ; ansonsten muss man sich den Vorwurf der bewussten Verbrauchertäuschung vorwerfen lassen!

von Edgar Kugel, 10.08.10, 16:24
...Neiddebatte?

von Wolfgang Hoffmann, 10.08.10, 17:18
nein, eher eine Debatte um die Qualitätssicherung in unserer Branche

von Konstantin Herber, 10.08.10, 17:42
Neiddebatte? Nein, Zorndebatte. Zorn auf Leute, die früher in Nepper, Schlepper - Bauernfänger angeprangert wurden und sich heute als Supercleverle's die Kohle von Krisengebeutelten reinziehen möchten.Da sind wir vor! Nein, es geht wirklich um den halbwegs anständigen Kaufmann!

von Sebastian Winkelmann, 10.08.10, 19:31
@Wolfgang Hoffmann "Ich fordere öffentlichkeitswirksame Klagen - von mir aus seitens des DRV -, begleitet mit einer Medienkampagne, einem öffentlichen Fanal, bis der Gesetzgeber ein neues, vernünftiges Rechtsempfinden entwickelt hat, bis die Politik die Grundlagen für Regulierungen der schlimmsten Auswüchse des Wegfalls der nationalen Rabatt- und Zugabenverordnungen beschließt." Bewusstsein, Aufregung, Zorn hin oder her – Zugaben, Rabatte oder "günstigere" Preise haben immer schon gereizt, und werden das immer tun, ohne das man etwas dagegen tun kann - letztlich entscheidet nicht der Verstand. Apelle sind deswegen vollkommen sinnlos, ähnlich wie "bitte kommt ins (stationäre) Reisebüro weil sonst...". Der Kunde sucht aus! Solange die Rückvergütungen nicht untersagt sind, existieren sie, da sie nicht gemaßregelt wurden, muss man damit leben. Ich für meinen Teil kann/könnte auch entscheiden welche Angebote ich aufnehme um ein "Bewusstsein" zu schaffen, nur die nicht rabattierenden publizieren, bei 3% "Schluss" machen, Zugaben ab Euro XY nicht auflisten, frei zugängliche, öffentliche Rabattangebote "unterschlagen" oder eben den Kunden, den Urlauber entscheiden lassen wo er wie was bucht. Zudem: wo fängt es an, wo hört es auf?

von Michael Reith, 10.08.10, 21:00
@ Martin Pundt: Endlich bringt es auch mal jemand auf den Punkt. Die Veranstalter die diese Plattformen von Herrn W aus L beliefern müssten sich mal ernsthaft Gedanken darüber machen wie lange dieses Katz und Maus Spiel von dem Unternehmen aus L noch mit anzusehen ist. Gütesiegel gibt es doch schon genug auf dem Markt. Wer den Preis dafür bezahlt bekommt von TÜV & Co doch (fast) alles. Die Gütesiegel sind reine Goldgruben für diese Institutionen und bringen in dieser Angelegenheit überhaupt nichts.. Wie kann es denn sein, dass hier ein Unternehmen aus L die Markenrechte anderer mit Füssen tritt und alle regen sich nur darüber auf und nichts passiert. So etwas vergleichbares gibt es weltweit in keiner anderen Branche. Es wird um dieses Thema seit langem viel, viel geredet und ausgetüftelt aber was passiert letztendlich? Die Politik hier mit einzubeziehen ist der falsche Weg, denn bis da was passiert sind wir alle im siebten Himmel und begegnen evtl. auch da dann Herrn W aus L mit seinen flotten Werbesprüchen und unzähligen Plattformen. Die Verbände müssten doch schon lange gemerkt haben, das der von Ihnen angestrebte Kuschelkurs mit Herrn W aus L nichts bringt solange seine unzähligen Plattformen im www mit Angeboten gefüttert werden. Es gibt in der heutigen Geschäftswelt genügend Beispiele auch die Uneinsichtigen zur Vernunft zu bringen, wenn man dies auch wirklich und ernsthaft möchte. Was aber für mich besonders erschreckend ist, das es wohl in in unserem Land Touristiker gibt die nicht einmal hier bei dieser Diskussion verstehen um was es eigentlich geht. Es geht hier keineswegs um Neid! Nein, es geht um die vielen Kollegen in unserem Land, die mit Ehrlichkeit Ihr Geschäft betreiben.

von Reiner Iserlohe, 11.08.10, 11:47
Solange die Veranstalter bereit sind jeden Rabattgeber, sei es online oder offline mit Reisen zu beliefern und nur von sich geben " aus rechtlichen Gründen können wir die Rabattvergabe nicht verhindern" solange wird es Wagners geben die daraus eine Geschäftsmodell machen. Es ist ja nicht nur Unister, es sind auch die unsäglichen Buchungsportale die bei den Banken für Gold, Platin oder was weiß ich für Kunden Rabatte zwischen 5 und 7% geben oder "Reiselöwen" gebären die 5% Rabatt auf ihrer Internetsite packen neben dem Logo von Protours. Nur die Veranstalter haben die Hoheit über ihre Produkte, diese muss jedoch ausgeübt werden. Da aber mittlerweile bei fast allen Veranstaltern keine Touristiker mehr sondern Manager sitzen, die ihre Quartalszahlen ängstlich beäugen wird sich daran wohl kaum was ändern.

von Wolfgang Hoffmann, 11.08.10, 12:06
<<< Da aber mittlerweile bei fast allen Veranstaltern keine Touristiker mehr sondern Manager sitzen, die ihre Quartalszahlen ängstlich beäugen wird sich daran wohl kaum was ändern. >>> dazu passt auch aktuell die Gewinnwarnung der TUI, und die ständigen Zuwachszahlen von Schauinslandreisen. Man sollte sich weder in London, noch in Duisburg täuschen: Das machen wir, wir stationären Reisebüros!

von Thomas, 11.08.10, 15:51
Der Ehrliche ist der Dumme... nun gut da waren mal 2 Kommilitonen die ein "start up" Projekt anfingen... und das sind keine Reiseverkäufer sondern ehemalige Studenten die neben Informatik auch BWL etc. gehört haben. Und da verwundert mich, das jetzt nachdem der Erfolg da ist, "Jeder" auf dieses Unternehmen einschlagen will. Erfolg schafft Neid, der Erfolg ist gekommen durch das www und google. Jetzt hat man die Grenzen gedehnt und versucht "Gewinnmaximierung" - es gibt ja auch geld.de.....und JEDER hat dieselbe Chance, sagt man doch so. Das Problem, welches dieses Ergebniss bringt sind nicht die Veranstalter, sondern JEDER EINZELNE der im REISEVERTRIEB tätig ist. Denn wir sind keine EINHEIT und daher kann JEDER MACHEN WAS WILL !

von Reiner Iserlohe, 11.08.10, 17:05
Zitat Thomas: Das Problem, welches dieses Ergebniss bringt sind nicht die Veranstalter, sondern JEDER EINZELNE der im REISEVERTRIEB tätig ist. Denn wir sind keine EINHEIT und daher kann JEDER MACHEN WAS WILL ! Wenn jeder machen kann was er will, dann benötigen wir auch kein HGB, kein BGB, keine Moral, keine Ethik, keinen Anstand. Ist es das was Sie mir Ihren Worten ausdrücken wollten? Wenn dem so ist, dann möchten Sie gerne Anarchie als Gesellschaftsordnung? Ich lebe lieber in einem sozialen Rechtsstaat.

von Thomas, 11.08.10, 17:54
Natürlich im gesetzlichen Rahmen oder meinten Sie das ist jetzt das Ergebniss unserer Gesellschaftsordnung ? Wir leben zwar im Kapitalismus, der als soziale Marktwirtschaft getarnt ist, aber darauf wollte ich die Diskusion nicht hinführen. Übrigens möchte ich darauf hinweisen, das der "Reiselöwe" zwar bei Protours ist , aber hier mit seiner "Rückgewährpolitik" keine Mehrheit hat.

von Denno, 11.08.10, 19:18
80% der hier schreibenden wären besser damit bedient, ihre Zeit mit der Weiterentwicklung ihrer Vertriebskanäle zu verbringen, anstelle sich, wie ein kleines Mädchen, dem man das Softeis auf dem rauhen Schulhof geklaut hat, an den nächst besten, selbsternannten Vertauenslehrer zu wenden, um das weltweite Schulsystem zu hinterfragen. 10% der hier schreibenden werden nur noch glücklich werden, wenn sie endlich den "AUS" - Schalter fürs Internets finden würden. Der Rest hat sich offensichtlich noch nicht entschieden, zu welcher dieser beiden Gruppen er nun gehört. PS: Wenn Sie da gelesen haben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie zur ersten Gruppe gehören. Linky Link

von Sven Maletzki, 11.08.10, 19:25
Wie liebe ich diese "Einmalposter" mit Pseudonymen.... Wenn man noch nicht einmal den Mumm hat, zu seiner (gerne auch kritischen) Meinung mit vollständigen Namen zu stehen. Das ist arm.... Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn der Anfangsbuchstabe des "Vor- und Nachnamen" auch der Anfangsbuchstabe der Stadt ist, woher der Poster kommt...

von Reiner Iserlohe, 11.08.10, 20:30
Die gesetzlichen Möglichkeiten auszunutzen, mag zwar legal sein, kann aber trotzdem zutiefst asozial sein. Wir alle sind für unser tun und lassen verantwortlich. Wenn aber eine Gesellschaft solche Auswüchse die mit Arbeitsplatzvernichtung einhergeht als Normal, gewollt oder gar als Zukunftsentwicklung ansieht dann weiß ich allerdings nicht wo es hinführen soll. Wollen wir vieleicht alle nur noch im Internet ein - und verkaufen - in Zeitarbeitsunternehmen von multinationalen Konzernen verar... werden und die Differenz zum Hartz 4 beim Arbeitsamt abholen? Wer soll dann eigentlich noch die Urlaube im Internet buchen? Die Bermerkungen von Denno sind derart daneben, das ich darauf gar nicht antworten kann. PS. Was soll der Hinweis darauf, das der Reiselöwe keine Mehrheit bei Protours hat? Er hat die Unterstützung der Verantwortlichen in seiner Kooperation, das reicht doch schon. Warum hat er sie muss man fragen? Weils es nur noch um Geld geht.

von Michael Reith, 11.08.10, 21:47
@Thomas Gehört es zur Gewinnmaximierung von Herrn W aus L und seinen bekannten Portalen auch dazu massenweise Markenrechte zu verletzen um dann Unterlassungserklärungen von seinen Rechtanwälten unterschreiben zu lassen, sich mit Verbänden anzulegen, Verbraucher auf seine Portale mit Rabatten (-70%) zu locken, die es gar nicht gibt, um diese dann massenweise mit Spam Mails zu bombardieren und in der Fachpresse nur negativ aufzufallen?? Na dann ist es aber ein tolles Geschäftsmodell ! Nur wenn man sich soviel Ärger dabei einhandelt kann ja was mit diesem Geschäftsmodell nicht so ganz in Ordung sein. Klar kann jeder machen was er will, allerdings nur im Taka-Tuka oder Lummerland und nicht in einem Rechtsstaat in dem wir leben.

von irgendeiner, 12.08.10, 01:39
Es ist immer eine Frage des Blickwinkels. Betrachte ich eine Sache mit einem schmalen Winkel, dann wirkt sie meist intensiver, als wenn man mit mehr als 45° auf die Sache schaut. Thomas Wagner kommt nicht aus der Reiseindustrie. Er kommt eigentlich aus keiner Industrie ;-) Daher hat er einen extrem breiten Blickwinkel. Er geht die Reisebranche höchstwahrscheinlich recht un-emotional an. Es geht ihm m.E. um Kundengewinnung. Genauso wie es ihm um Kundengewinnung für geld.de oder auto.de geht. Die Debatte die hier gerade geführt wird, verstehe ich nicht. Thomas Wagner kennt sich im Internet recht gut aus. Die meisten in der originären Reiseindustrie nicht. Warum sollte jemand der sich auskennt etwas unterschreiben, was von Leuten gemacht ist, die sich nicht auskennen? Das Internet ist in vielen Bereichen noch nicht reglementiert. Warum sollte jemand, der auf der ersten Autobahn die gebaut wurde, mit 130 km/h fahren, wenn es auf dieser Autobahn noch gar keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt? Der Umwelt zu liebe? Oder eher, der Reisebüros zu liebe? Warum ist noch kein anderer auf die Idee gekommen, sich alle freien Hotelnamen URLs zu sichern? Bestimmt nicht, weil sie es aus ethischen Gründen ablehnen. Nein, weil Sie sich im Internet nicht auskennen! Ich denke auch, dass die Hersteller der Produkte, die über diese Kanäle verkauft werden, sich über die Umsätze freuen. Sie geben ja der Unister auch nicht mehr Provision, als anderen erfolgreichen Vertriebskanälen. Aber da gebe ich dem einen oder anderen hier im Forum Recht. Wenn überhaupt, dann können nur die Lieferanten das Wachstum von Unister bremsen. Und eins ist sehr klar: Das ist nur der Anfang. Und sie werden sich in ein paar Jahren darüber schlapp lachen, worüber Sie sich hier und heute aufgeregt haben......

von Paula Panther, 12.08.10, 01:49
> Warum ist noch kein anderer auf die Idee gekommen, sich > alle freien Hotelnamen URLs zu sichern? Bestimmt nicht, > weil sie es aus ethischen Gründen ablehnen. Nein, weil Sie > sich im Internet nicht auskennen! Vielleicht ja, weil es so etwas wie Markenrecht gibt??? Das ist schon kaum mehr Grauzone. Welches Reisebüro oder welcher Vermittler würde so ein Risiko normalerweise eingehen?

von Arndt Aschenbeck, 12.08.10, 09:40
@ Irgendeiner: Grundsätzlich bin ich auch ein Freund dieser "weiteren" Perspektive. Und wenn jemand wirklich gut in dem ist, was er macht, soll er diesen Vorteil auch ausspielen. Aber schauen wir uns doch den Code of Conduct mal genau an. Da geht es vor allem um 3 zentrale Punkte: 1. Nur die Produkte bewerben, die auch tatsächlich erhältlich sind. 2. Nur Preise und Konditionen (sprich Prozente oder Rückvergütungen) anbieten, die es auch wirklich auf der Seite gibt. 3. Keine fremden Marken in einer URL verwenden. Ich frage mich wirklich ernsthaft, mit welchem der 3 Punkte Unister Schwierigkeiten hat. Die ersten beiden können es eigentlich nicht sein, das wäre dann in der Tat ein Fall für die Verbraucherschützer und jenseits von seriösem Geschäftsgebaren. Wobei ich mich dran erinnere, dass ich vor kurzem noch eine Anzeige à la "Ab 149€ auf die Malediven" von Unister gesehen habe. Also kann es aus meiner Sicht eigentlich nur an den Markengeschichten hängen. Und ein Verzicht auf die unzähligen URLs mit Hotelnamen und anderen touristischen Marken würde Unisters Geschäftsmodell bis ins Mark treffen. Da müssten sie ihr komplettes Internemarketing neu aufrollen. Ob man es gut findet, was da läuft oder nicht: Da muss sich jeder selbst fragen, ob er an Unisters Stelle freiwillig seine Geschäftsgrundlage torpedieren würde. Im übrigen haben wir über eine Sache hier noch gar nicht gesprochen. Und die betrifft nun wirlich alle, die touristisch etwas im Internet machen. Ich habe darüber schon vergangenes Jahr geschrieben. Es geht um die vielfache Schaltung von Adwords-Anzeigen auf ein Keyword. Ich habe gestern mal mehrere Tests gemacht mit beliebten Keywords. Bei allen Anfragen war Unister mindestens mit 3 Seiten vertreten, oft sogar mit 4 oder 5: Ab-in-den-Urlaub.de, Reisen.de, Fluege.de, News.de, Travel24.com, Hotelreservierung.de und oft noch eine Seite mit der Hotel-URL. Damit sind schon mal mindestens die Hälfte aller Anzeigenplätze belegt. Wer da als anderer touristischer Anbieter noch erscheinen will, muss schon tief in die Tasche greifen. Und das ist genau der Punkt: Zwangsläufig steigen die Klickpreise. Und das betrifft wie gesagt jeden und hat nichts mit Neid sondern mit nackten Zahlen zu tun. Wobei dieser Aspekt kein Branchenthema, sondern eher ein Google-Thema ist.

von Wolfgang Hoffmann, 12.08.10, 10:51
<<< Warum ist noch kein anderer auf die Idee gekommen, sich alle freien Hotelnamen URLs zu sichern? >>> nur so nebenbei bemerkt: auto.de hat mal ein Internet-Guru, H.-Rüdiger Huly, für sein Unternehmen in Düsseldorf ITM ideas to market, - ich weiß das das, weil ich mal für ihn auto.de Redaktion gemacht habe damals, - neben anderen prägnanten Portalenamen (finanzen.de, fussball.de, olympiade.de, senioren.de etc.) angemeldet und etliche davon pö-a-pö für teures Geld verkauft. Wie, anschließend gefragt, sollten denn stationäre Reisebüros damals Anfang, Mitte der 90iger auf die Idee gekommen sein, dass sich dieses anarchistische, rechtlose Internet derart entwickelt? Auch Huly hatte damals gepokert. Kollegen von ihm mögen sich wohl Tamagotschis, Pager oder C-Netz Telefone gesichert haben - von denen hört man Heute nichts mehr. Dieses selbstgefällige Gespreize der selbsternannten Onliner (the-only-lonely) geht mir ehrlich gesagt auf den Keks! Wäre der Gesetzgeber etwas internetaffiner, hätte er diesem grenzwertigen Treiben einer überhaupt noch nicht im Ansatz begriffenen Technologie und Marktstruktur längst Fuß- und Handfesseln angelegt. Die Abwesenheit von Rechtsprechung bedeutet nicht, dass die Outlaws auch tatsächlich zur Stütze der Gesellschaft gerechnet werden darf. Nur, wer weckt endlich diese Berufspenner in berlin?!

von G. Wissen, 12.08.10, 11:51
@Herr Aschenbeck Was Sie im Ihrem letzten post beschreiben nennt man double serving und ist eigentlich seitens google verboten. Eigentlich... Ich habe es weiter oben schon gepostet, EIN Unternehmen verdient an den Spielchen immer, warum also U. in L. aus D. stoppen? Und ja, nur der Produzent wäre wohl in der Lage, Vermittler zu steuern. Aber den Vertriebsleiter möchte ich sehen, der auf xxxxxxx€ Umsatz verzichtet, der über die einschlägigen Online-Reisebüros gemacht wird. Eine gemeinsame, strategische Zusammenarbeit aller Hersteller könnte mehr bewirken als ein CoC. Kritisch lese ich jedoch die Anfragen nach Ethik und Ehre. Der Markt verändert sich einfach. Wenn wir es evolutionär betrachten macht es das vielleicht einfacher: da setzt sich der am besten Angepasste durch. Und da kann ich den Reisebüros leider kein gutes Zeugnis ausstellen, die Motivation nach Veränderung sowie Akzeptanz und Annahme der neuen Situation ist m. E. nicht sonderlich ausgeprägt. Es wird teilweise krampfhaft versucht, alles bitte so zu belassen wie es mal war: kein Internet! Wenn einer eine Reise wollte kam er zu mir ins Büro! Und zum Thema Hotel-URLs: Reden Sie mal mit den entsprechenden Hotels. Die wissen doch gar nicht, was da passiert - und sind dem eCommerce auch nicht mächtig genug um beurteilen zu können, was genau das für Sales und Marke bedeutet.

von Wolfgang Hoffmann, 12.08.10, 17:00
<<< Es wird teilweise krampfhaft versucht, alles bitte so zu belassen wie es mal war >>> wenn das die Rechtfertigung von Hasadeuren sein soll, die die noch Abwesenheit von geeigneten Ordnungsprinzipien dazu ausnutzen, um einen Markt aufzumischen, um diesen dann als verbrannte Erde zu hinterlassen und sich dann neuen Gesetzeslücken zuzuwenden, wenn endlich der Gesetzgeber auf die Hufe gekommen ist und erkannt hat, dass eine völlig neue Technologie auch eine völlig neue Anpassung der Ethik und des geltenden Rechts verlangt, dann möchte ich nicht wissen, wie sich ein Hacker verteidigt, der nun wirklich das hauptsächliche Augenmerk der Gesetzgeber in puncto Neue Medien erfahren musste. Alle Welt beklagt sich über mangelnde Rechtsmöglichkeiten beim globalen Geldhandel, ...hallo?! Wie wäre es, wenn wir dieses aktuelle Bewusstsein mal auf die Ethik des gesamten World Wide Web focussieren, sozusagen mal die Frage stellen, ob sich da nicht eine Digitale Welt verselbstständigt hat, die nach und nach das isoliert, wofür sie eigentlich gedacht war: den Menschen! Die Befürchtung ist nicht neu, dass Maschinen den Menschen im Prinzip und in seiner Auswirkung überflüssig machen. Auffällig ist dieser Zusammenhang doch besonders, wenn es darum geht, "in Urlaub zu fahren" Das Prinzip Urlaub ist 1. dafür da, um dei Arbeitskraft wieder hersustellen, den Arbeiter/Angestellten zu regenerieren - ja, wovon denn bitte, wenn die virtuelle Welt eh alles macht? Wovon, von welchem Geld, wenn es keiner menschlichen Arbeitskräfte mehr bedarf, wenn keiner mehr die Gelegenheit erhält, Geld zu verdienen? Nicht einmal diejenigen, die sich dann erholungsbedürftig über diesen Schwachsinn geärgert haben, kriegen dann Urlaub, weil sie kein Geld mehr dafür haben! Dass Schizophrenie eine besondere Spielart des Lebens darstellt, das ist uns wohl mal erklärt worden oder? Aber dass wir sie alle erleiden und deswegen außerstande sind, einzusehen, dass wir mittendrin stecken, das ist eine Erfahrung, die muss man erst einmal begreifen. Am besten erfahren wir sie, indem wir uns vergegenwärtigen, dass wir uns selbst täglich in dieser virtuelle Tretmühle bewegen, es uns nahezu gleichgültig ist, wie wir weltweit nach den billigsten Brokkoli suchen und sogar gewillt sind, jede Menge Zeit reinzustecken, um dieses vermeintliche Schnäppchen zu erwerben. Mal ehrlich, gibbet für sowat Pillen?

von Ergänzend, 13.08.10, 15:30
Diesbezüglich aktueller User Generated Content: http://reiseberichte-urlaubsberichte.de/www-ab-in-den-urlaub-de-erfahrungsbericht-nie-wieder-ab-in-den-urlaub-de/

von Markus, 18.08.10, 10:23
Das Verhalten von Unister gegenüber den Wettbewerbern, (was ich ebenfalls nicht in Ordnung finde) ist ja nur die eine Seite der Medaille. Durch das kundenunfreundliche Verhalten seitens Unister sehe ich auf längere Sicht sogar den ganzen touristischen Online-Markt gefährdet! Wenn die Kunden erst mal durch den schlechten Service und nicht eingelöste Gutscheine des sogenannten Marktführers abgeschreckt sind, werden sie sich besinnen und wieder im Reisebüro um die Ecke buchen. Da müssten sich die Verbände einmal etwas einfallen lassen. http://de.reclabox.com/beschwerden/Unister http://www.123recht.net/forum_topic.asp?topic_id=215477&ccheck=1 http://www.ciao.de/aidu_de__1925943

von Wolfgang Hoffmann, 23.08.10, 14:32
Unister ist wenigstens so ehrlich und sagt offen und ehrlich, dass sie nicht mitmachen bei diesem Code of Conduct. Expedia bleibt im V.I.R. und in dre RTK-Onlien-Group und hat gerade wieder eine neue 100 EUR Rabattaktion gestartet. http://booking.expedia.de/booking/exp/ibe/index.php?KID=360010&formular=2&showresult=1&detail=zielgebiet&termin=1275343200&ruecktermin=1283205600&dauer=100&personen=25;25;&kategorie=1&mcicid=47668630

von Tellows, 26.09.10, 15:23
Wie ist den der aktuelle Stand zum Code of Conduct?

von yurtlu, 26.10.10, 21:29
Ich habe statt mir dies alles gefallen zu lassen Google und Unister Verklagt. Auch eine Strafanzeige erstatted. Dazu noch beim Kartelamt gemeldet. Statt viel zu laber sollten einige hier auch was unternehmen die sicherlich mehr Geld haben als ich.

von yurtlu, 26.10.10, 21:35
Herr Aschenbeck hat auch vieles noch nicht begriffen und versucht teilweise sogar Unister irgenwie noch zu schützen. Das Problem ist nicht das Unister Hotelnamen registriert sonder dass Google diese so gut bewertet auch wenn die nicht Funktionieren. Nich das was unister macht ist unserios oder betrug sonderen was Google und Unister draus machen ist Betrug. Viele werden nicht verstehen was gemeint ist aber warter mal ab.

von Simon, 30.10.13, 22:43
Unister und Pippi-Langstrumpf - ein netter Vergleich, aber sehr passend!

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