Unique Content

Mehr unique, weniger user generated

Der Begriff "unique content" bedeutet mehr als Kundenbewertungen und intelligent angelegte Landing Pages. Ein paar Beispiele, warum echte Touristiker gegenüber Suchmaschinen-Optimierern einen strategischen Vorteil haben.

von Dirk Rogl, 14.12.2011, 16:34 Uhr

Für Internet-Profis ist "unique content" ein alter Hut, für Touristiker eine Herausforderung, unter dem Strich hat es das Zeug zum Modewort des Jahres in der Touristik. Keine Frage: Einzigartige Inhalte sind wichtig. Sie wissen schon: Reichweite, Ranking, Conversion. Die Details erspare ich Ihnen heute. Sie sollen ja weiterlesen. Faszinierend ist, wie dieser Begriff im Wandel ist. Heute nutzte ihn auch Michael Frenzel, der Vorstandschef der altehrwürdigen TUI AG. Na klar, einzigartiger Content wird auch in Hannover immer wichtiger. Deshalb motzt der Reisekonzern gerade TUI.com zur Experten-Marktplatz auf. Gut möglich allerdings, dass Frenzel & Co noch eine ganz andere Vorstellung von Unique Content haben. Eine ganze Konzernsparte namens Spezialtouristik produziert nichts anderes als mehr oder weniger einzigartige Reiseangebote.

Ich gehe stark davon aus, dass exklusive Produkte auch im Sinne des Suchmaschinen-Rankings an Relevanz gewinnen. Schöne Beispiele dafür sind die neuen Veranstalter-Produkte von HLX.com, die es eben so auf keinem anderen Portal gibt oder die 34.000 deutschen Feriendomizile von Holidayinsider, die gerade an dem Kunststück arbeiten, die Funktionalität ihres Internet-Portals im etablierten Reisebüro-GDS Amadeus Tour Market abzubilden und damit auch konventionelle Vertriebskanäle zu erreichen.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Natürlich bleiben Kundenbewertungen, Expertentipps und alle anderen Formen von User Generated Content von höchster Relevanz für das Online Marketing. Aber es kann halt nicht nur der User sein, der jedem Portal kostenfrei Exklusivität einhaucht." Genau deshalb filmt die IT-Firma Traffics gerade mit hohem Aufwand per Helikopter die Filme dieser Welt ab. Das Ergebnis sind hoch-exkusive BIldinhalte aus der Vogelperspektive. Die Kunden werden es gewiss mögen. Und Google vermutlich auch, oder.

Kommentare

von Roland Delion, 14.12.11, 17:24
Es geht weniger darum, ob echte Touristiker oder Suchmaschinenoptimierer die Nase vorne haben. Vielmehr geht es in Zukunft erfolgreich nur noch zusammen. Die Zeiten in den Reisespezialisten mit ihren schönen und unverwechselbaren Inhalten ohne SEO-Beratung und Linkaufbau gut platziert wurden, sind vorbei. Auch in der uniquen Reise-Nische ist der Wettbewerb größer geworden. Nur Nachhaltiges SEO mit Onpage-Beratung bringt auf Dauer den Erfolg. Wir empfehlen Suchmaschinenoptimierer, die sich in der Touristik auskennen ;-)

von Stefan Matthiessen, 14.12.11, 17:50
Ich sehe das ähnlich wie Herr Delion: Gerade WEIL echte Touristiker gegenüber SEOs NICHT im Vorteil sind werden es innovative Ideen wie HLX.com, Heliview & Co. in unserer Branche weit bringen. Wie man in den letzten Jahren sowohl in der Touristik (Unister) als auch in anderen Branchen (Rocket Internet AG) sehen konnte, stachen stets die Geschäftsmodelle mit dem größeren Know-How in den Bereichen SEO und SEA die etwas rückständigeren Unternehmen aus. Dass Branchenprimus TUI erst seit, relativ gesehen, kurzer Zeit massiv ins eCom investiert bestätigt nur einmal wieder, dass man in der Touristik stets zu langsam für das schnelllebige Online-Geschäft ist. Dass wir Touristiker uns über Innovationen wie Heliview freuen ist eine Sache, ob Google diese Neuerungen als innovativ genug betrachtet um dies auch im Ranking greifbar zu machen und damit de facto Conversions zu steigern, leider eine andere.

von Christa H, 14.12.11, 18:01
Nun ist es endlich "Zeit für neue Ziele". Leider hüllt sich ja alles noch in Nebel. und nur die e-blog-Experten sind informiert über Details. Schaun wir mal, was am Ende wirklich dabei herauskommt.

von Jürgen Barthel, 14.12.11, 18:07
Hmmm... Das hundertste Mal das gleiche Hotel, der gleiche Flug, unterschiedlicher Veranstalter, also unterschiedlicher Transfer, sonst gleicht ein Angebot dem Anderen, nur die Kalkulation differiert. Die wichtigen "weichen" Kriterien (ruhige Zimmerlage mit Meerblick, laute Zimmerlage mit Diskoblick) erfährt man im Zweifelsfall vor Ort. Dynamic Packaging - ach so, kein Transfer inkludiert? Keine Reiseleitung vor Ort? Auch sowas "fehlt" in der Übersicht. Und Dank GIATA-Streit gibt's dann doch wieder bessere (aussagefähigere) Bilder beim anderen Veranstalter... Ja, ich liebe solchen "Unique Content", Google straft hier gar nicht hart genug ab ;-) Aber wenn der "unique Content" bei TUI landet und dann auf den verschiedenen TUI-Portalen, den Reisebürowebsites, etc., etc. auftaucht, ist dieser Inhalt denn dann noch einzigartig? Ich denke, auch da werden einige der "Experten" noch lernen... Frage IMMER die Experten! Sie sagen Dir, dass es UNMÖGLICH ist und warum es NICHT geht! Wenn Du das weisst MACH DICH AN DIE ARBEIT...

von Sven Maletzki, 14.12.11, 18:46
Leider wird der Begriff "Content" in der Touristik vielfach falsch interpretiert. Wenn touristische Unternehmen von Content sprechen, meinen sie häufig den Text, die Bilder und die Preise zu einem Reiseangebot - also eine Produktbeschreibung. Google meint aber mit "Content" die rein sachliche Übersetzung "Inhalt". Google will Text lesen. Und den möglichst nur ein einziges Mal im Internet - also "unique". Dazu gehört mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mein Kommentar, den ich gerade hier schreibe, weil vermutlich niemand diesen Text in genau dieser oder ähnlicher Form geschrieben und im Internet veröffentlicht hat. Wenn nun ein Produkt (also z.B. ein Hotel) über mindestens zwei Kanäle verkauft wird und eine Produktbeschreibung hat, kann dieser nicht mehr "unique" sein. Da das Produkt/Hotel bestimmte unveränderliche Eigenschaften hat (Größe, Lage, Ort, Land, usw.), die zu einer Beschreibung gehören, sind selbst verschiedene Beschreibungen für das gleiche Produkt sehr ähnlich - oftmals so ähnlich, dass Google keinen Unterschied darin erkennt. User Generated Content kann eventuell helfen. Allerdings ist Qualität schwer einschätzbar. Von Vorteil sind folgende Maßnahmen: - sauberes und valides HTML auf der Webseite (daran scheitern schon viele) - einfach selber Texte schreiben, die z.B. Land und Leute in den Zielgebieten beschreiben. Oder einfach einmal ein Erfahrungsbericht der Mitarbeiter nach einer Info-Reise. Gerne auch eher Umgangs-sprachlich und ohne großartig auf "Keyword-Dichte" oder ähnliche "Experten-Empfehlungen" zu achten - letzteres einfach möglichst in einer gleichartigen Frequenz ergänzen. Da reicht schon zum Anfang ein Artikel pro Woche. Es ist erstaunlich, was man mit diesen Maßnahmen erreichen kann. Da bedarf es keiner SEO-Agentur. Lediglich der erste Punkt kann nur von Fachleuten durchgeführt werden. Diese Empfehlung ist kostenlos ;-) Übrigens: es kommen noch ein paar technische Implikationen dazu, weswegen Fremd-Content (GIATA-Beschreibung, Content aus Buchungsmaschinen) leider die eigene Webseite nicht nach vorne bringt.

von Alexandra Quiring, 14.12.11, 20:39
Noch hat es Google nicht geschafft, Videos in die Suche zu integrieren, ohne dass eine wörtliche Beschreibung des Inhaltes stattfindet. Wie Herr Maletzki sagt, die Suchmaschine wertet das geschriebene Wort aus (neben einer ganzen Reihe anderer Faktoren). Wichtig und sinnvoll sind Angebote wie Helliview dennoch auch aus Suchmaschinensicht, denn sie sind echter Mehrwert und sorgen dafür, dass sich Nachfrager lange und ausführlich mit den Angeboten der Seiten beschäftigen. Das wiederum ist ein Faktor, den Suchmaschinen in ihre Bewertung der Nutzwertigkeit der gesamten Seite mit einbeziehen und honorieren. Letztlich ist es doch so: der Algorithmus versucht abzubilden, was ein Mensch sehr schnell versteht: wie gut passt die Seite zu meiner Suchanfrage und zu meinen Interessen und Vorlieben? Die Auseinandersetzung mit der eigenen Zielgruppe, den Bedürfnissen und Interessen und die darauf aufbauende kontinuierliche Optimierung der eigenen (Online-) Angebote macht den Unterschied, die Einzigartigkeit. Und am Ende gehören zu den Angeboten dann neben Videos und Rundflügen auch die relevanten und informativen Texte. Die sind dann automatisch unique, denn Zielgruppe und Produkt sind es ja auch.

von uwe frers, 14.12.11, 22:21
unique content muss nicht user generated sein. wir erstellen bei escapio seit 2004 fuer jedes einzelne hotel und fuer jede destination eigene redaktionelle beschreibungen, mittlerweile verfuegen wir ueber mehrere tausend unique contenteinheiten. zusaetzlich reichern wir die texte mit bis zu 1.000 stammdaten an (laenge des pools, oeffnungszeiten ueber das jahr, am tag, temperatur, innen oder aussen etc.). auch das sind in der kombination unique inhalte. pro neues hotel investieren wir mehrere hundert euro fuer den contentaufbau. anfaenglich teuer, aber auf dauer signifikant effizienter als bezahlte adwords bei google. und wie es alexandra vorab schon gesagt hat: alle massnahmen machen nur sinn, wenn sie der user gut findet. eine verweildauer von knapp fuenf minuten und abbruchquoten unter 25% bei escapio zeigen google klar, dass der content vom nutzer geschaetzt wird. die beste seo: immer an den nutzer denken, dann kommt auch der erfolg bei google.

von ulrichroth, 14.12.11, 23:18
"unique Content" = einzigartiger Inhalt - deutsche Sprache erleichtert das Verständnis um die Sache. Es gibt wenige in der Touristik gemessen an der Gesamtzahl von Webseiten die diesem Kriterium gerecht werden. Denn "einzigartig" und "qualitativ hochwertig", bedeutet grosser Aufwand einhergehend mit hohen Kosten. Diese werden von den meisten Akteuren gescheut, da wir uns ja im Geiz-ist-Geil-Zeitalter befinden. TUI versucht es nun mit der "Ausbeutung" naiver stationärer Reisebüros.

von Horst, 15.12.11, 09:14
Tenor recht eindeutig... Und es ist richtig. "Touristiker" im eigentlichen Sinne haben den SEO-impact erst sehr sehr spät/viel zu spät begriffen. Das haben die Onliner viel früher auf dem Plan gehabt, die Felder entsprechend besetzt und nun ist es natürlich nicht einfacher, die oberen Plazierungen zu erobern. Mal mit einem Produktmanager in der Touristik über SEO gesprochen? Das bringt in den seltesten Fällen brauchbare Ergebnisse. Und jetzt lese ich, dass TC in UK mehr auf online setzen möchte... jetzt! Mehrere Jahre zu spät...

von Dietmar Rauter, 15.12.11, 10:41
Unique content , user generated SEO Impact – es geht immer um das gleiche : Wie bringe ich meinen Umsatz an den User . Wichtig ist, im Netz ‚oben’ zu stehen und alles zu tun , um andere ‚Informanten’ (mit vielleicht besseren Angeboten) nach hinten zu drücken. Der ‚user’ hat eigentlich keine Chance , einen objektiv auf seine Vorstellungen zugeschnittenen Vorschlag zu finden. Der fortgeschrittene Anwender hat dies –das belegen nicht zuletzt die Zurückrudereien der Veranstalter – durchaus schon erkannt und sucht wieder stationäre Berater auf (solange es sie noch gibt, bzw. leistungsfähig bleiben !) . Je mehr solche sites wie die von Unister (‚Flüge ab 19 €’) im Netz ganz oben stehen , desto schneller wird die nur eingeschränkte Qualität solcher ‚deals’ offenbar. Ich sehe eher ein Problem: Wie zeigen wir den jungen Leuten , die mit dem Internet gross werden , dass es noch andere Beschaffungswege gibt und welche Qualität der Beratung sie einfordern können und sollen. Der Dumme ist eher derjenige, der sich auf zweifelhafte Beratungsquellen und bezahlte, weil provisionsträchtige‚’wo ist was am günstigsten-' Seitenbetreiber verlässt.

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