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Praktikum unter Palmen

Seit Queensland gibt es immer wieder Wettbewerbe um Jobs, die über Social-Media-Aktivitäten promoted und begleitet werden. Jetzt mischt auch Club Robinson mit und lobt ein Praktikum auf den Malediven aus.

von Arndt Aschenbeck, 27.01.2010, 09:24 Uhr

Queensland lässt grüßen: Die originelle Aktion der Australier, die im vergangenen Sommer per Social Media-Aktion einen Ranger für das Great Barrier suchten, hat seitdem unzählige Nachahmer gefunden. Ob Botschafter für die Ostfriesischen Inseln, Wellness-Botschafter oder jüngst Peter N'Decker: Das Grundprinzip funktionierte immer ähnlich: Man nehme einen reizvollen Job auf Zeit, lobe einen Wettbewerb aus und begleite das Ganze in möglichst vielen Social-Media-Kanälen.

Jetzt springt auch der Club Robinson auf den Zug auf. Noch bis zum 5. Februar können sich junge Leute für ein Praktikum im neuen Robinson Club Maldives bewerben. „Türkisblaues Wasser statt dunkles Büro, Cocktails mixen an der Strandbar statt kopieren und Kaffee kochen", wirft der Clubreisen-Veranstalter den Köder für Jugendliche mit Fernweh aus.

Medial unterstützt wird die TUI dabei von Planet Radio. Wer in den Genuss dieser Privilegien kommen will, kann sich unter Planet Radio für „planet job de luxe - Das Praktikum Deines Lebens" bewerben. Voraussetzung dafür ist eine möglichst originelle Begründung, ein aussagekräftiges Bild und die Volljährigkeit. Die Experten von Planet Radio und Robinson suchen dann die geeignetesten fünf Kandidaten aus, die sich während der Spielphase bis zum 12. Februar in Radioshows präsentieren. Die Hörer des Senders wählen anschließend im Online-Voting ihren Lieblingskandidaten, der in der Sommersaison 2010 für sechs Wochen auf den Malediven arbeiten darf.

Wie es sich für eine gute Social-Media-Kampagne gehört, soll der Gewinner des Praktikums aus erster Hand vom Arbeiten und Leben auf den Malediven berichten. Dafür wird extra ein Blog, „Robinsonjobs", eingerichtet. Flankiert wird das Ganze von Aktivitäten in Facebook und Twitter.

Bei näherem Hinsehen unterscheidet sich die Robinson-Kampagne an diesem Punkt von anderen Social-Media-Aktionen. Das Unternehmen profitiert nicht nur von der medialen Aufmerksamkeit, sondern nutzt den Blog nebenbei auch noch fürs Personalmarketing. Wer sich für Jobs bei Robinson interessiert, soll "live" einen ersten Einblick bekommen. Im Blog schreiben darüber hinaus auch weitere Mitarbeiter aus anderen Clubs über ihren Joballtag.

Sehr überzeugend ist dann auch die Begründung von Robinson für die Praktikums-Aktion: "Gerade die neuen Medien sind hervorragend geeignet, um unsere Zielgruppe nicht nur umfassend über die ,harten Fakten zu informieren, sondern sie auch über Bilder, Erfahrungsberichte und persönliche Eindrücke emotional und dabei besonders authentisch anzusprechen", sagt eine Robinson-Sprecherin. Das hört sich ganz danach an, als wenn wir von der TUI-Tochter zukünftig noch mehr im Social Web sehen werden. Frei nach der Opel-Werbung: Auch wir haben jetzt Web 2.0 verstanden...

Kommentare

von Rainer Stoll, 27.01.10, 13:40
naja, richtig neu ist diese idee ja auch nicht. aber wenn das gut aufgemacht ist, kann das schon ein erfolg werden. bin mal gespannt, wie die kollegen das umsetzen. saludos rainer stoll

von Stefan Matthiessen, 28.01.10, 14:30
Das sehe ich anders. So ein PR-Stunt, wie ihn die Werbeagentur Sapient damals für Queensland aus dem Hut zauberte ist unerreichbar. Das Konzept war aber nur so erfolgreich, weil es eben neu und nicht nie da gewesen war. Der wahre Wert der Queensland-Geschichte ist daher unermesslich. Ich habe irgendwo mal etwas von einem umgerechneten Wert von $10 Millionen gehört, bei einer Investition von knappen $50,000. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass die TUI, oder wer sonst noch auf den Zug aufspringt, irgendetwas in dieser Preisklasse erreichen werden. Virales Marketing ist nur effizient, wenn es authentisch ist.

von Thorsten Lehmann, 29.01.10, 17:12
Diese phantastische Idee hat sich sofort mit der "ersten Kopie" abgenutzt. An Queensland erinnern sich viele. An die anderen kaum jemand. Es ist die einmalige Idee die zählt. Es wird auch nicht funktionieren, wenn jemand zum zweiten Mal eine "1 Million Dollar Home Page" wie z.B. unter http://www.milliondollarhomepage.com einrichtet. Hier hatte Alex Tew, 21, Student in Wiltshire (UK), 2005 die unglaublich simple Idee, je einen Pixel seiner Site zu je 1US$ zu verkaufen. Und das 1 Million Mal. Er besitzt jetzt 1 Million US$ - abzüglich der Kosten :-) Sollte das vielleicht doch nochmal funktionieren? Ich glaube nicht - es ist und bleibt diese erste und einmalige Idee worüber wir staunen und die wir weitererzählen...

von Arndt Aschenbeck, 01.02.10, 14:20
@ Thorsten Lehmann: Genau das habe ich mit meinem Blog sagen wollen. Mir fehlt da in der Tat die Kreativität und Originalität. Ich warte wirklich auf die nächste innovative Idee für eine virale Tourismus-Kampagne. Wobei ich einschränken muss, dass ich die Ostfriesen-Kampagne auch für durchaus originell gehalten habe. Weil sie noch mal neue Elemente hinzugefügt hat und einfach eine sympathische Portion Selbstironie hatte.

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