TUI Travel

Risse am Denkmal

Warum das Super-Image von TUI-Travel-Chef Peter Long nicht erst durch den peinlichen Bilanzierungsfehler Kratzer bekommen hat.

von Klaus Hildebrandt, 22.10.2010, 08:56 Uhr

Peter Long hat in Großbritannien ein fantastisches Image, und zwar sowohl bei Touristikern als auch bei Analysten. Der Chef von TUI Travel baute First Choice erfolgreich aus, vor allem auch deren Spezialistengeschäft, und meisterte die Fusion mit der TUI-Touristik. Am Finanzmarkt London gilt er als verlässliche Größe. Doch dieses Jahr muss "Big Peter" gleich drei Nackenschläge verkraften.

Dies alles hat Kratzer am bisher makellosen Image hinterlassen. Long sitzt weiter fest im Sattel, schon allein, weil es für ihn derzeit keine Alternative gibt. Als Kronprinz gilt der aufstrebende Schwede Johan Lundgren, der aber für die Top-Position noch Erfahrungen braucht und sich erst mal in schwieriger Zeit auf dem britischen Heimatmarkt des Konzerns beweisen muss. Long hält wie kein anderer den Laden nach der Fusion von First Choice und der britischen TUI-Tochter Thomson zusammen. Aber der Nimbus, Peter Long werde schon für die TUI alles in der Touristik richten und Super-Renditen einfahren, hat gelitten. Und ob er an der Spitze des wiedervereinigten TUI-Konzerns stehen wird, wenn Michael Frenzel die restlichen Hapag-Lloyd-Anteile verkauft hat und 2012 in den Ruhestand geht, erscheint zunehmend fraglich. Frenzel ist immer für eine Überraschung gut.

Kommentare

von Frank Dost, 22.10.10, 10:33
Es galt mal: "Am deutschen Wesen wird die Welt genesen!" (Der Auffassung bin ich übrigens nicht!, aber es gilt jedoch "Am britischen Wesen wird die touristische Welt mit Sicherheit nicht genesen!" (Ganz gleich welcher Konzern-Farbe auch immer)

von Wolfgang Hoffmann, 22.10.10, 14:31
dass Niederlagen und Erfolg auch für uns, den Vertrieb unter einem roten gebogenen Lable mit Punkt ist, das ist eine Katastrophe für die teilweise gute Perfomance, die Hannover hinlegt. Sorry, aber ich werde nicht jedesmal nachfragen, wer denn just der Kopf des Fisches ist, wenn es stinkt! Eine Vertrauenserosion differenziert nicht, sie erodiert weiter.

0
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten