TUI

Soll TUI Hapag-Lloyd behalten?

Nur zwei mäßige Gebote für Hapag-Lloyd – bleibt die Reederei nun doch im TUI-Konzern?

von Klaus Hildebrandt, 12.08.2008, 11:45 Uhr

Auf den ersten Blick sieht die Hapag-Aktion nicht gerade wie ein Renner im Sommmerschlussverkauf aus. Nur NOL aus Singapur und das Hamburger Unternehmerkonsortium bieten, und zwar angeblich nur gut drei Milliarden Euro. Trotzdem wird sich die TUI-Spitze bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am Donnerstag wohl ganz entspannt geben: Lieber zwei Bieter mit sehr ernsthaftem Interesse, die sich gegenseitig hochschaukeln können, als ein ganzer Haufen von Interessenten, der nur mal gerne in die Bücher der Reederei schauen möchte. Trotzdem wird spekuliert, wie es weiter geht. "Stoppt TUI den Verkauf"?, fragt etwa heute das "Hamburger Abendblatt". Ein Preis von nur gut drei Milliarden Euro wäre sicher zu wenig für die Reederei. Hinzu kommt: TUI-Rebell John Fredriksen fordert inzwischen keinen Verkauf mehr. Der Norweger hat allerdings schon so manche Kehrtwende hingelegt. Andererseits: Die beiden Bieter für Hapag wissen, dass eine solche Kaufgelegenheit auf dem Schifffahrtsmarkt so schnell nicht wieder käme. Aber was würde bei einem Verkauf mit der TUI AG passieren? Würde die Holding dann mit TUI Travel verschmolzen? Fragen über Fragen also. Was meinen Sie: Sollte die TUI Hapag-Lloyd doch lieber behalten? Oder sollte sich der Konzern am besten allein auf die Touristik konzentrieren und dort investieren?

Kommentare

von Walter, 12.08.08, 12:44
Hapag-Lloyd kann man eigentlich nur wünschen, dass es endlich wieder zu dem Hamburger Vorzeigeunternehmen wird, das ist vor der TUI-Übernahme einmal war: Das wird wohl nur gelingen, wenn es tatsächlich verkauft würde und das Hamburger Bieter-Konsortium den Zuschlag erhielte. Jede andere Lösung, inklusive dem Verbleib bei TUI würde die Unruhe erhalten und mittelfristig wohl zu einer Zerschlagung und/oder einem Verschwinden einer der markantesten und international anerkannten Unternehmensmarken in Deutschland führen.

von Hans, 12.08.08, 16:35
Es wäre sicherlich gut, wenn dies für alle Seiten zu einem guten Ende führt. Bzgl. meines Vorredners: Was war Hapag denn vor dem Einstieg der TUI/Preussag? Die starke Expansion wurde nunmal aus Hannover/TUI finanziert und machte H´L erst zu dem, was es heute ist...

von Stefan Werner, 12.08.08, 17:57
Also Hans, das mit der Expansion stimmt nur ein Stück weit, wenn man z.B. den (überteuerten) Kauf von CP Ships und einige neue Container-Riesen betrachtet. Aber Hapag-Lloyd war auch schon vor der TUI/Preussag-Ära eine echte Nummer - nicht nur in der Schifffahrt, sondern auch in der Touristik.

von Markus Landvogt, 12.08.08, 23:11
Hapag-Lloyd ist ein Vermögenswert der TUI AG. Bisher war keinem klar wie groß dieser Wert ist. Dies hat sich durch den Mut, die Reederei zum Verkauf anzubieten etwas geändert. Als Eigentümer möchte man seinen Wert vermehren. Zur Zeit spricht mehr dafür, Hapag-Lloyd von der TUI zu trennen, sie aber im Bestand der Eigentümer zu belassen. Teile von Hapag-Lloyd sollten an the Börse gebracht werden. In dieser Hinsicht ist Fredriksen der bessere Stratege.

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