TUI

Entscheidungsschlacht um TUI

Machtkampf um TUI. Wird der Konzern zerschlagen? Und was sagen eigentlich die Touristiker dazu?

von Klaus Hildebrandt, 14.03.2008, 13:11 Uhr

Mein Gott, was wären wir Journalisten nur ohne die TUI. Alle Verfolger und Mittelständler in allen Ehren – aber ein so großes Kino wie der Marktführer bietet keiner. Da gibt es alle Rollen: Den König Frenzel, der um sein Reich kämpft, gerissene und mächtige Angreifer wie Tankerkönig John Fredriksen, der die Reederei Hapag-Lloyd abspalten will, und richtige Bösewichter wie die US-Heuschrecke Guy Wyser-Pratte, der in der Publikumspresse mit hämischen Zitaten über Frenzel zu Felde zieht – und eigentlich nur ganz schnell ganz viel absahnen will. Für uns Journalisten eine spannende Story – und die Clickraten auf fvw.de bei unseren regelmäßigen TUI-Berichten zeigen das hohe Interesse der Branche. Doch offiziell ist es in der Touristik auffällig ruhig. Und inoffiziell? Da wird gelästert, aber nur hinter vorgehaltener Hand, versteht sich. Es sei ihm unbegreiflich, wie Frenzel alles auf den persönlichen Machterhalt ausrichte und warum er sich das alles noch antue, meint etwa ein Manager eines Konkurrenten. Und die Mittelständler freuen sich, dass sie nicht an der Börse sind, und sich wie Frenzel nicht jeden Tag mit negativen Schlagzeilen in der Tageszeitung wiederfinden müssen. Gut nur, dass die TUI Deutschland super in das Jahr gestartet ist und es dort in der Touristik rundläuft. Man mag es bei der täglichen Presseschau kaum glauben: In Hannover wird tatsächlich mit Hochdruck operativ gearbeitet. Das allerdings interessiert derzeit höchstens noch uns Fachjournalisten und die Reisebüros.

Kommentare

von Ein Travel Manager, 14.03.08, 14:51
Wie sich doch die Zeiten ändern: Vor Jahren hat die TUI einmal Hapag-Lloyd gehört, wenigstens zum Teil. Den Rest haben sich einige andere Reisebüroketten geteilt. Und jetzt? Jetzt verscherbelt die Tochter die einstige Mutter. Nachvollziehbar ist der Schritt. Was hat ein Container-Schiff mit einem Familienurlaub auf Mallorca zu tun? Das Kreuzfahrtgeschäft hat sich die TUI ja schon gesichert. Durch das Joint-Venture mit NCL können dort auch die Hapag-Lloyd-Kreuzfahrtschiffe eine neue Heimat finden.

von Sven Maletzki, 14.03.08, 15:44
Also, mich interessieren diese Dinge überhaupt nicht mehr. Ob verkauft wird oder nicht, ändert voraussichtlich nichts an den Routen der Container-Schiffe und ich vermute es wird nicht ein Mallorca-Urlaub dadurch billiger. Ergo: es ändert sich nichts. Und wer welche Anteile an einem Konzern besitzt, ist für mich unwichtig...

von Sven Maletzki, 14.03.08, 15:54
Hmmm, anscheinend wird hier in den Kommentaren nicht mehr angezeigt, von wem der Kommentar kommt. Damit wird der Blog und vor allem die Kommentare immer uninteressanter. Schließlich ist durch die Anonymität jede Art der manipulierten Stimmungsmache Tür und Tor geöffnet. Dazu weiß ich einfach nicht mehr, ob der Blog-Betreiber hierdurch nur den eigenen Blog manipuliert. Schade, ich hatte echt gedacht, daraus könnte etwas werden. Dass die Blog-Einträge selbst vielleicht nicht immer sehr spannend waren, wäre zu verschmerzen. Immerhin konnten Themen diskutiert werden. Leider ist das nun vorbei, da anonyme Einträge keinen Pfifferling wert sind.... Sven Maletzki openTS GmbH

von Klaus Hildebrandt, 14.03.08, 16:50
Hallo Herr Maletzki, da scheint es sich um ein technisches Problem von Internet Explorer zu handeln. Wir arbeiten alle mit Firefox oder Safari, aber wir beheben das Problem. Insofern vielen Dank für den Tipp! Generell aber gilt: Jeder Kommentator kann selbst entscheiden, ob er seinen vollen Namen anzeigen lassen will - Sie haben es ja bei Ihrem Kommentar selbst so gemacht. Aber das Wesen von Blogs ist nun mal auch die Möglichkeit, anonym zu kommentieren. Denn gerade in unserer überschaubaren Branche will nicht jeder mit seinem vollen Namen erscheinen. Bei anderen Blogs ist das nicht anders. War gerade auf www.stefan-niggemeier.de/blog, dem bekanntesten Medienblog in Deutschland und habe mir die 95 Kommentare zum interessanten Post "Jetzt wird zurückgelogen" angeschaut: Genau zwei waren mit vollem Namen, einige hatten ihre Website angegeben, der Rest kam von Leuten wie "jemand" oder "Ruhrpottjunge". Ich habe damit kein Problem - wer es formeller mag, darf gerne einen Leserbrief an die fvw senden. Den drucken wir nur mit vollem Namen.

von Siegfried Egyptien, 24.03.08, 13:21
Ich muss dem Sven recht rechtgeben: Die Eigtumsverhältnisse bei der TUI haben recht wenig mit dem operativen Geschäft und den aktuellen Preisen zu tun. Weder in der Touristik noch in der Schifffahrt. Jedenfalls kurzfristig. Mittel- und langfristig wird sich jedoch etwas ändern! Mit dem Erlös aus der Schifffahrt zahlt die TUI Schulden zurück und investiert in bisher (tui-mäßig) unerschlossenen touristischen Gebieten. Auf Wunsch des Mannes, der hinter Alexander Mordaschow steht, sind das u.a. die Region ALTAI und die Stadtregion Sotschi. Spätestens zur Olympiade 2014 ist dann auch dem letzten klar, daß die TUI in den Tschetschenien-Konflikt eingebunden ist. Flüchten oder vertreiben lassien wie aktuell in Tibet oder bei SARS oder der Hühnergrippe ist dort genausowenig möglich wie ein Ignorieren des 11. Septembers 2001! Diese politische Verantwortung des Tourismus für Frieden, Freiheit und Wohlstand darf nicht alleine bei Fidel Castros Tourismus zur Verteidigung seiner Revolution steckenbleiben und sollte Thema eines neuen Blogs werden

von Wolfgang Hoffmann, 25.03.08, 17:57
"TUI" & "Hühnergrippe" ich denke auch, dass in diesem Zusammenhang überhaupt alles begründet zu sein scheint, was derzeit über das Thema gesagt werden könnte. In beiden Fällen weiß man nix genaues, denkt bei jeder neuen Nachricht, dass es jetzt endlich loszugehen scheint, schaut misstrauisch jedem schrägen Vogel nach und fürchtet sich grauenhaft davor, dass dieses Disaster pandemisch ansteckend sein könnte!

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